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Werden unsere Kinder Heute bespielt, wir konnten spielen?

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Haben unsere Kinder das Spielen verlernt oder wird unseren Kinder stets nur etwas vorgespielt, was jene Erlebniswelt sein soll?

Haben dabei die Kinder Spaß oder macht man mit dem Spaß der Kinder wiederum Geschäfte, geht an die Börse damit und möchte der Zuckerberg der Kinder sein?

Warum erzählen wir nicht unseren Kindern, dass wir das Wort „ Langeweile“ nicht kannten und das Leben für uns als Kinder im Nachkriegsdeutschland eine Herausforderung war.

Eine Herausforderung die man annahm und dabei sich in der Gemeinschaft wohlfühlte, denn als wir noch Kinder waren, spielten wir anders und das fast tag täglich und fanden uns auch stets wieder dazu bereit.

Irgendwie verstanden wir es, uns zu einer Uhrzeit am einem Tag dort zu treffen und man traf sich, quer durch alle sozialen Schichten, wir waren nämlich Deutschlands Nachkriegskinder.

Vielleicht beginne ich zu berichten aus diesen Tagen als wir aus dem Radio auf Mittelwelle erfuhren, dass Ursula Happe, eine Lehrerin aus Dortmund die erste Nachkriegsgoldmedallie für Deutschland holte.

Das machte die Runde und des Mittags drehten wir am Knopf und suchten auf Mittelwelle den NWDR. Wir waren also keine Straßenkinder, auch wenn der Großteil unserer Freizeit dort stattfand, wir waren die Nachkriegskinder der Nation „ Endsieg“, die Kinder der Trümmerfrauen und der Männer, die Väter liefen mitunter noch in den Vorkriegsmäntel umher, auf dem Rücken war so ein komischer Schnitt, Hans Albers trug auch so ein Ding.

Bei uns war das anders, Hauptsache eine Turnhose und ein Paar Turnschuhe, dann brauchten wir noch einen Ball, wir waren nämlich die Straßenfußballer.

Der Ball war rund das wußten wir, eckig ging es nicht, denn Adenauer hing am Wahlplakat und meinte „ keine Experimente“, demzufolge war für uns Fußball zunächst einmal laufen.

Wir konnten laufen, liefen jeden Morgen, mit vielen anderen min. 30 Minuten zu Fuß zur Schule und liefen des Nachmittags hinter dem Ball her, der war nicht aus Leder, genannt Gummipieke und verlor stets an Volumen, je kleiner er wurde, desto schneller wurde das Spiel.

Das war so, wenn einer von uns mal den Ball am Fuß hatte, dann wollte man stets damit auch etwas machen, das nannten wir „ tricksen“, vor lauter trickens schossen wir weniger Tore.

Die Tore auf der Straße, Luxus wenn es zwei leere Schuhkartons waren.

Wobei der Besitz von Schuhkartons etwas besonderes war, da konnte man Mädchen und Jungen zusammen bringen, zum Murmelspiel, der Schuhkarton hatte Löcher und da mußten die Murmeln hinein.

Wenn wir schon etwas gemeinsames machten, was wir eigentlich stets wollten, nur beim Fußball war das anders, die Mädchen aus unserer Straße gingen dann eigene Wege, doch unsere Wege kreuzten sich wieder.

Zunächst konnten die Hüpfen und Springen, Seilspringen trotz etlicher Versuche, das war nichts für Jungen und auch das Gehüpfe auf dem Gehsteig, erst mit Kreide Felder malen und dann los.

Die Regeln wurden irgendwie überliefert, uns brachten auch einige stets die Regeln vom Fußball bei.

Kannten wir eigentlich einen Spielplatz?

Nein, wir hatten einen, dort wo die Generation unserer Eltern uns die Trümmer hinterlassen hatte.

Dort spielten wir Fußball auf ein Tor, gemalt auf einer noch vorhandenen Brandmauer, manchmal mit einem Lederball der noch geschnürt war und das Spiel ging nach Tore, wir besaßen nämlich kaum Uhren, die Mannschaft die zuerst das 10. Tor schoss hatte gewonnen.

Dann danach fanden wir zusammen, es gab eine Menge toller und sportlicher Mädchen, mitunter gesellten sich noch ein paar Ältere hinzu, wir spielten „ Völkerball“ und am anderen späteren Nachmittag „ Schlagball“.

Dann verabredeten wir uns, wir besaßen Fahrräder, meistens von der Sorte aus drei mach eins, die hegten und pflegten wir und schraubten, zogen Speichen nach, konnten Kettenschlösser setzen, haben dabei gelernt einen Franzosen vom Maulschlüssel zu unterscheiden und wußten was eine Dreigang- Torpedo Kettenschaltung war.

Unsere Räder fuhren, absteigen am Berg gab es nicht und am Freibad standen Fahrräder, wir ketteten meistens fünf gemeinsam an, wir konnten schwimmen und stiegen ins kalte und tiefe Wasser, da hatte niemand von uns einen Schwimmkursus belegt, das war Luxus, Vergnügen hieß bei uns Eckenjagen, das war unser Badespaß und zudem die Sprünge vom 1 Meter Brett.

Geld für den Kiosk, das besaßen wir nicht, warum auch, wir hatten ja ein Zuhause und genossen es, mit einigen älteren Mädchen das Spiel „ Stadt, Land, Fluß“ auf der Wiese zu spielen, manchmal kam auch das Mau- Mau Spiel, ich fand das langweilig.

Aber wir prügelten uns auch und stritten meistens auf dem Schulhof, um was ging es, wenn man vom Lehrer erwischt wurde, hieß das Nachsitzen oder beim Hausmeister melden, da ging es um den angelieferten Koks in den Keller schaufeln, doch unser Streit blieb.

Ein Grund dazu waren Bücher, die wir brauchten und die wir nicht alle hatten.

Besaß das eine der andere und verlieh es an den Anderen sollte es ein weiterer bekommen.

Irgendwann kam die Klassenarbeit und das Buch hatte nicht die Runde gemacht, „ Knüppel aus dem Sack“, Respekt zeigten wir nur, wenn ältere Schülerinnen uns zur Rede stellten, das waren ja unsere und die durften nur wir stets im Winter mit Schnee einseifen.

Zuvor gab es natürlich die ersten langen Herbstabende, „ verstecken spielen und suchen mit dem Licht der Taschenlampe“ eine weitere Abwechslung waren die Rüben auf dem Feld, Kopf ab und aushöhlen, Gesicht schneiden und mittels einer Kerze das Ding zum Leuchten bringen, dann gab es soviel zu erzählen, es gab stets ein Grund mehr Bücher zu tauschen und man kam in den Kreis von anderen Familien, die Tür zum Haus war für Kinder stets offen.

Manchmal blieb man länger und spielte mit eine Runde „ Mensch ärgere dich nicht“ , bei uns daheim spielten wir öfters dann Romme.

Das war so in der Zeit, wo man uns in der Schule Schwimmunterricht anbot, dreimal waren wir dort und machten den Freischwimmer, eine Woche drauf den Fahrtenschwimmer, war man mal bei einem Schulfreund Zuhause, mir brachte man dort das Skatspielen bei.

War nicht das so für mich, da hatte ein Nachbarjunge im Keller einen Trixstabilbaukasten und das war ganz etwas anderes, verlockend und wir schraubten und verdrahteten, mir zeigte man einen Lötkolben lernte Lötzinn und Lötfett kennen, das ging prima.

Was dann, wir konnten rodeln und unsere Rodel hatten blanke Kufen, die schmirgelten wir blank, wer erinnert sich?

Auf fast allen Schlitten stand „ Erbacher Davos“ und was machten wir?

Banden auf der Rodelbahn min. 3 Schlitten hintereinander zusammen, das ging prima bis ans Ziel und flogen wir übereinander.

Wer lernte uns eigentlich das Skilaufen?

Die Bindung einstellen das machten für mich andere und im Schnee machte ich all das den anderen nach, aber zuvor mußten die Bretter entwachst werden, wer besaß schon einen Wachsschaber und hatte dann noch das richtige Wachs, namens „Tip Top.“

Aber das ging, vielleicht ging das Fahrradfahren besser, wir blieben aber auf den Brettern stehen, kapierten den Stemmbogen zu laufen und wollten soviel.

Bis der See vom Eis gefroren war, unsere Schlittschuhe waren die Schraubendampfer, mitunter rissen sie die Absätze kpl. vom Schuh, was sollte es es gab bereits Pattex.

Was es nicht gab, das bemerkten wir kaum, einmal wollten wir Schachspielen und das andere Mal diese kleinen und etwas längeren Hefte tauschen, ein gewisser Akim kämpfte darin im Urwald.

Wurde das Leben eigentlich anders als es den Fernseher gab, wann hatten wir denm ersten Fernseher?

War nicht so früh, denn zunächst kam die elektrische Waschmaschine, namens Zanker und dann folgte der Grundig Zauberspiegel mit VFH und UHF.

Hatte ich den eigentlich zuvor vermißt, ich glaube nicht, den Fortschritt allerdings bemerkte ich 1964, da wurde alles anders.

Nach 6 monatlicher Wartezeit wurde aus Vaters Diensttelefon Zuhause ein richtiger Fernsprecher mit Wählscheibe, wir konnten telefonieren.

Ansonsten, liebe Kinder von Heute, wir schliefen am Abend ein vor Müdigkeit und des Morgens um 7 Uhr in der Früh waren wir wieder fit, wer wollte da länger schlafen, drei Häuser weiter wartete Gisela, die besaß ein Fahrrad mit 5 Gang und nahm jeden Berg im Sitzen.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 09. August 2012 um 06:04 Uhr  

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