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Friedensnobelpreis für Europa

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Die Nachricht kam etwas merkwürdig an.

Klar gibt es in Europa keinen Krieg mehr.

Jedenfalls zur Zeit  nicht in der EU. Von Deutschland wird wohl so schnell kein Krieg mehr wie der 2. Weltkrieg ausgehen.

Dabei gibt es schon viele Griechen, die Merkel mit ihren Sparauflagen und der sich ausbreitenden  Armut mit den Nazibesetzern vergleichen.

Der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich gehört der Vergangenheit an, auch Polen wird nicht wieder besetzt oder aufgeteilt.

Für die kleineren Länder der EU mag es dieses Trauma aber noch geben.

Staaten, die klein sind oder deren Nationen nicht die Kraft hatten und haben ihr Territorium zu behaupten werden länger unter der Angst leben irgendwann mal wieder aufgeteilt zu werden wie es der französische Philosoph Alain Finkielkraut mal bemerkte.

Vergessen wird hierbei, dass die nationale und staatliche Identität nicht der einzige Zusammenhalt eines Volkes mit gemeinsamer oder auch unterschiedlicher sprachlicher Dialekte, Sprachen und Kulturen ist.

Die soziale Lage spielt oft eine erheblichere Rolle als die nationale Identität.

Auch wenn die SPD zum 1. Weltkrieg für die Kriegskredite gestimmt hat und der Internationalismus der Arbeiter kurzzeitig zerstört war, so flammte er doch kurz nach dem Kriege durch die internationalen Revolutionen in Russland und Deutschland beispielsweise wieder auf.

Auch gegen Franco wurden internationale Brigaden der Arbeiter, Intellektuellen etc, gebildet.

Es zählte nicht die nationale Identität und deren Interessen, sondern der Internationalismus und die soziale Lage der Bevölkerung.

Insofern trifft den Friedenspreis nur die halbe Geschichte und Gegenwart.

Es ist ein bourgeoiser Preis für eine neoliberale Gemeinschaft.

Die Unruhen der Arbeiter, Angestellten etc. sind die Kehrseite dieses Preises und die Fortsetzung eines Freiheitskampfes nicht gegen die Nationen, sondern der Unterdrückten, Verarmten gegen die Politik und Wirtschaft der Herrschenden.

Es ist ein Klassenkampf, ja fast ein Krieg auch gegen die ausländische Bourgeoisie und ihre Politik in der Person von u.a. Frau Merkel.

Er zeigt die wahre Spaltung und Kampfposition der Unterdrückten, Präkarier, Proletarier etc..

In Europa herrscht also kein Frieden.

Auch wenn die Armeen der verschiedensten Staaten nicht mehr wie noch in Ex- Jugoslawien aufeinander zugehen, so traten einst schon  die Heere der Verarmten gemeinsam gegen die Herrschenden an  wie während der französischen Revolution, wo auch ausländische Heere den Herrschenden zu Hilfe kamen um gegen die revolutionären Massen zu kämpfen.

Noch ist es in Europa nicht so weit, dass deutsche Heere den griechischen oder spanischen zu Hilfe kommen müssen um das neoliberale Europa des Großkapitals zu retten.

Deutschland wäre dann nicht nur mit seinem Geld, sondern auch mit seinen Soldaten gefragt.

Das ist wohl das düstere Bild, das als Schreckensvision hinter den Bildern über Merkel und die Deutschen in Naziuniformen steckt.

In Griechenland kann man solche Bilder auch nicht verbieten, weil es dafür keine Zensur geben soll.

Trotz alledem freuen wir uns, dass deutsche Soldaten nicht EU – Soldaten angegriffen haben und das es bisher seit dem 2. Weltkrieg in der EU keinen Krieg mehr gegeben hat:  Was nicht heißt, dass es keine Bürgerkriege mehr geben kann.

Amerika hat seinen Bürgerkrieg mit den Sklavenstaaten des Südens gehabt und Europa hat im Laufe der letzten 200 Jahre Bürgerkriege und Revolutionen erlebt.

Der Friede in Europa kann noch lange halten, wenn auch der soziale Friede wieder geschaffen wird.

Das setzt Arbeitsplätze, soziale, ökologische, politische und ökonomische Veränderungen voraus.

Packen wir es an, damit der Nobelpreis auch eines Tages ein Friedenspreis für das ganze Volk wird !

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 14. Oktober 2012 um 13:57 Uhr  

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