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Tote können sich nicht wehren

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Am Montag, den 8. Oktober 2012 gedachte die SPD-Spitze des Todes Willy Brandts vor 20 Jahren.

Siehe hier zum Beispiel.

Es war eine etwas traurige Feier, so Albrecht Müllers Eindruck.

Tote können sich ja nicht mehr wehren - so wird Willy Brandt halt von jedem vereinnahmt - sogar vom rechten Seeheimer Kreis der SPD unter Steinbrück - in einer hochaktuellen Biografie.

Willy Brandt appellierte vor 40 Jahren, am 12. Oktober 1972 in seiner Eröffnungsrede an die Bereitschaft der Menschen, „mitzuleiden“, an die „Fähigkeit, barmherzig zu sein, ein Herz für andere zu haben“.

Ihr braucht nur, wie es Albrecht Müller treffend schreibt, den Text von Seite 66 aus der Rede Willy Brandts mal auf die Hartz-Gesetzgebung und den Stolz des jetzigen Kanzlerkandidaten Steinbrück auf dieses Werk der Regierung Schröder spiegeln, schon habt Ihr die Antwort.

Ehrlich gesagt, ich habe mich als demokratisch denkender, als aufrechter Sozialdemokrat, als demokratischer Sozialist mit meinem sozialen Gewissen – nicht nur schlecht gefühlt, mir war zum kotzen zu Mute bei so viel Verlogenheit dieser neoliberalen SPD von heute.

Willy Brandt würde sich um Grab umdrehen!

Es schmerzt wenn ich mit ansehen muss, dass nicht nur Steinbrück zum Kanzlerkandidaten von der neoliberalen Bande gekürt wurde, sondern auch noch dieser Kandidat als Sozialdemokrat ausgerechnet die Merkel an der rechten Seite zu überholen versucht.

Der die auf dem Rücken verschränkten Arme, in den Händen haltende Reitgerte schon hin und her wippend, allzeit bereit ist, dem nichtsnutzigen Gesinde einen Befehl in die Visagen großmäulig zu bellen.

Er, der sich einen feuchten Kehricht darum schert, was politischer Anstand und Moral ist.

Er, der jede kritische Anmerkung wie ein preußischer Rittmeisters aus dem 19. Jahrhundert wegbürstet nach dem Motto:

Ich Kanzlerkandidat Steinbrück, bin dem niedrigeren Pöbel keine Rechenschaft schuldig.

So etwas wie eine sozialdemokratische Seele a la Willy Brandt ist selbst bei der Kindergärtnerin Nahles kaum noch erkennbar.

Sie wurde vorgeschickt und muss sich mit denen auseinander setzen, die eines Kanzlerkandidaten nicht würdig sind.

Das tut sie trotzig nach dem Motto:

Wenn ihr euch von den Lobbyisten kaufen lasst dann darf unser Peer das auch - Ätsch bätsch!

All das,

  • die Fortführung der unsozialen Agenda Politik, die durch ihre Verschärfung der sozialen Gegensätze, zu einer Gefahr für unsere Demokratie geworden ist,
  • die Opferung der Zukunft unserer Kinder auf dem Altar der pervertierten Finanzwirtschaft,
  • die Nibelungentreue der irrwitzigen Außenpolitik,
  • und den unaufhaltsamen Verrat an den Ideen der Sozialdemokratie

muss ich nicht mehr hinnehmen und werde es auch nicht mit meinem Kreuzchen an diese Stelle legitimieren!

Ich bin nicht mehr länger Mitglied dieser neoliberalen SPD und werde nicht mehr erneut das Feld für die Populisten und Verführer bestellen!

Ich ertrage es nicht mehr länger!

SPD ade, scheiden tut nicht mehr weh!

Die Linke ist, so bitter das nun auch klingt, die letzte wertkonservative Partei in diesem noch unserem Lande.

Riexinger war weniger als Linker mehr als Wertkonservativer in Griechenland zugegen.

Er vertrat dort eine Philosophie, die von allen anderen Parteien aufgegeben wurde: Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe, Verständnis, Solidarität, soziale Mentalität sowie demokratische und materielle Partizipation.

Der Wertkonservatismus hat dies früher mal wenigstens teilweise vertreten, unterstützt von christlichem Sendungsbewusstsein, durch Bezug auf ein Christentum, das zwar durchaus Herrschaftsverhältnisse unangetastet ließ, aber gleichermaßen einsah, dass die Bekämpfung der Armut, die Linderung der Not, die Fürsorge und Umverteilung, wesentlich sind, um die Gottlosigkeit des Kapitalismus zu bannen und dem Faschismus das Wasser abzugraben.

Christliche Soziallehre nannte sich dieses Lehrgebäude - es ist heute aus der Mode; etwas Ähnliches vertritt Die Linke heute allerdings, sie nennt es nur anders.

Sie ist in die Rolle des Wertkonservatismus hineingerutscht und bewahrt den Sozialstaatsgedanken.

Seine Anwesenheit war jedoch seit langem mal wieder eine richtige Aktion, ein gehöriges linkes Zeichen.

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 17. Oktober 2012 um 13:17 Uhr  

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