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Amerikanische Zustände

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Zeitzeugen waren schon immer die besserern Historiker.

Mit ihren geschilderten Erlebnissen verdichten sie Geschichten zu Geschichte.

Bei Samuel Longhorne Clemens - alias Mark Twain - ist es nicht anders.

Im Gegenteil.

Mehr als 100 Jahre nach seinem Tod sind jetzt seine Erinnerungen in deutscher Sprache erschienen.

MARK TWAIN-MEINE GEHEIME AUTOBIOGRAPHIE
Hrsg.: Harriet Elinor Smith
Übersetzer Hans-Christian Oeser
Aufbau Verlag, Berlin 2012
ISBN 978-3-351-03513-6
2 Bände

Zwei Jahre haben die Übersetzungsarbeiten gedauert.

Herausgekommen ist ein großartiges Werk.

Wäre ich Geschichtslehrer, würde ich es im Unterricht einsetzen. Nirgendwo anders ist die amerikanische Geschichte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts so eindringlich und plastisch beschrieben wie bei Twain.

Er war zweifellos einer der gewitztesten Schreiber der Literaturgeschichte.

Ernest Hemingway bezeichnete Twain als 'den Vater der amerikanischen Literatur'.

Mit diesem Werk stellt er das einmal mehr unter Beweis.

Seine humanistische Haltung, seine messerscharfen Analysen der gesellschaftlichen Zustände, seine beißenden Kritik an Rassismus, Sklaverei, Militarismus und kapitalistischen Auswüchsen suchen ihresgleichen.

Der häufig bei uns "nur" als Autor des Huck-Finn bekannte Twain und "nur" als Humorist gewürdigte Schriifsteller präsentiert uns hier ein literarisches Feuerwerl, das mir allerhöchsten Respekt abnötigt.

Sein hintergründiger Humor, sein entlarvender Sarkasmus, wenn er sich mit unappetitlichen Zeitgenossen und den "Heldentaten" des "christlichen Militärs" auseinandersetzt, lassen keine Wünsche offen.

Er provoziert in großer Meisterschaft befreiendes Lachen bei seinen Lesern. Einige Male ist mir das Werk fast aus der Hand gefallen.

Clemens selber hatte verfügt, dass seine Erinnerungen erst hundert Jahre nach seinem Tod erscheinen dürfen.

Er wird gewusst haben weshalb.

Wäre es zu seinen Lebzeiten erschienen, wäre er zweifellos mit einstweiligen Verfügungen und Beleidigungsklagen überzogen worden.

Fazit: Unbedingt lesen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 14. November 2012 um 14:04 Uhr  

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