Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Neuigkeiten Die Neujahrsgeschichte " der Goldrubel"

Die Neujahrsgeschichte " der Goldrubel"

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Die eigentliche Neujahrsgeschichte, zwar nicht die verschwundene Miniatur von Erich Kästner, aber doch etwas an was man glaubte und was sich als falsch erwies.

Dieses sog. Goldrubelstück, in der Zeit wo es noch mehrere sein sollten und die sich in den Tabaksbeutel befinden sollten, drang auch an meine Ohren, doch das sind mehr als 3 Jahrzehnte her.

In den Besitz dieser Goldrubelstücke geriet wohlweißlich ein damals junger Mann, der einige Jahre später die älteste Schwester meiner Schwiegermutter heiratete.

Das ganze spielte sich in Polen ab, in der Zeit wo es den Staat noch nicht gab, denn dieser damals junge Pole stammte aus der Region jenseits der Weichsel, war demzufolge ein Soldat in der Armee des Zaren.

Nach allem Hörensagen soll er mit dieser Armee vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges an den Auseinandersetzungen um die Krim gegen die Truppen des Sultans teilgenommen haben, der 1. Weltkrieg überraschte diese aus Polen gebildeten Regimenter im Südwesten des zaristischen Reiches und sie führten einen Krieg gegen Österreich- Ungarische Regimenter die wiederum Polen rekrutiert hatten.

Das funktionierte bis ins Jahr 1917, danach lösten sich diese Regimenter diesseits und jenseits der Front auf, was in der k und k Armee logisch war, dass Polen in einen höheren Offiziersrang kamen war in der zaristischen sowie kaiserlich deutschen nicht möglich.

Jedenfalls lösten sich die zaristischen Regimenter auf, der Grund war nicht nur der Nationalismus sondern auch die Ereignisse in Moskau und St.Petersburg, der Großteil der Truppe war bereits aus den Kasernen verschwunden, bzw. zu den poln. Regimentern in der k und k Armee übergelaufen, einige Unteroffiziere darunter auch der besagte junge Mann blieben bis zur Auflösung des Regiments, denn wo sollten sie hin, ihre Heimat war noch von zaristisch russischen Truppen besetzt.

Da wurde die Regimentskasse geteilt und ein jeder erhielt 6 Goldrubelstücke und sollte sich damit über Moskau in seine Heimat durchschlagen.

Das gelang allerdings nur denen die sich zügig davon machten, denn innerhalb kürzester Zeit füllten die sog. Nationalpolnischen Truppen, die sich aus der Armee der k und k Monarchie lösten dieses Vakuum.

Was bedeutete etliche wechselten die Uniform, wenn es keine gab, dann tat es auch die Kokarde an der Mütze, auch die Währung wechselte- der Rubel galt nicht mehr, die Österreich- Ungarische Krone wurde nun zum Zahlungsmittel.

Die sog. Goldrubel lagen unter dem Tabak im Beutel, sie hatten den sog. symbolischen Wert erreicht, hätte man allerdings diesen Truppen gesagt, nach dem Waffenstillstand des 1. Weltkrieges zieht ihr sofort in einen neuen Krieg auch sie hätten es nicht gedacht.

Bei allen Feierlichkeiten zur Staatsgründung befand sich wohl diese besagte Einheit, die jetzt Bestandteil der Armee eines Staates war irgendwo vor Lemberg.

Nur das kleine Säckchen mit den Goldrubeln wurde lästig, er versteckte es unter den Dielen im Eingangsbereich eines Bauernhauses was man zufällig als Quartier gewählt hatte.

Da lagen sie fast 1 Jahrzehnt und gerieten fast in Vergessenheit, bei der Gründung seines ersten Betriebes im Jahr 1929 oder 1930 ging es um Sicherheiten, einerseits war in dieser Zeit der Zloty stärker als der Dollar und das begehrte war der Danziger Gulden, nur musste man in Besitz von Gulden kommen um am Handel mit der Welt teilzunehmen, er erinnerte sich an seine vergrabenen Goldrubel.

Der Rubel allerdings hatte in der Republik Polen etwas Negatives an sich, aber Gold wiederum stinkt auch den Nationalisten nicht, er fand das Säckchen wieder.

Das wiederum wanderte in sein Depot bei einer Warschauer Sparkasse als sog. Faustpfand, da lag das Säckchen fast wieder 10 Jahre und schlummerte vor sich herum.

In den ersten Septembertagen des Jahres 1939 forderte allerdings die Sparkasse ihre Kunden auf, unmittelbar vor der Kapitulation ihre Depots zu räumen.

Zwanzig Jahre waren vergangen und die Goldrubel verschwanden wieder unter dem Tabak in den Beutel, gelangten mit dem Besitzer unweit von Krakau, verschwanden wiederum unter eine Diele und schlummerten dahin auf den Dielen bewegten sich nun Wehrmachtsstiefel.

Was dann passierte weiß man nicht genau, der besagte Schwager meiner Schwiegermutter gelangte zur AK und dessen Krakauer Chef wurde 1942 bereits nach Ausschwitz ins KZ gesperrt, die AK machte allerdings eine Sammlung, um nicht nur Waffen zu kaufen sondern man bestach damit die SS und kaufte Inhaftierte frei.

Ob der besagte Sack dabei auch eine Rolle spielte oder ob er ein fast vergessenes Faustpfand wurde, es lässt sich nicht mehr nachforschen.

Jedenfalls überlebte die Tante meiner Frau das KZ Ravensbrück und ihr Mann, also der Mann der AK mit dem angeblichen Rubelsäckchen das Tausendjährige Reich.

Die Goldrubel hatten in all den Verhältnissen im Nachkriegspolen und im Aufbau des Sozialismus von Stalins Gnaden keinen Platz, vielleicht dachten sie auch gar nicht mehr daran.

Wie nun was passierte und was man dazu benötigte, weiß ich nicht und kann auch keinen mehr fragen, vielleicht Mitte der 60. Jahre des vergangen Jahrhunderts gelangten die zu einem gewissen Wohlstand, was allerdings fehlte war eine Auslandsreise die sich nicht jeder leisten konnte, man wollte auf den Nil fahren.

Theoretisch war das möglich, praktisch vollzogen allerdings selten, es ging nämlich dabei um Dollar und die gab es erst von der Staatsbank gegen Sicherheiten, das war der dehnbare Begriff, manche meinten auch sie benötigten sie Sicherheit dass man auch zurückkommt.

Nun fiel ihnen der Rubelsack wieder ein, das wurde mittlerweile etwas schwieriger, denn die Häuser hatten sich verändert, etliche Zlotys mussten locker gemacht werden um bei fremden Leuten unter die Dielen zu sehen.

Das Goldrubelsäckchen war wieder da und landete wieder in ein Depot der Warschauer Sparkasse, nach fast 30 Jahren Wanderschaft, allerdings prüfte man zwar immer das Gewicht aber niemand nahm die Münzen in Augenschein, angeblich hatten sie im Laufe der Jahre angesetzt.

Jedenfalls lagen die dort sicher, überlebten die Wende in Polen im Jahre 1989/90 , dann verstarben die beiden alten Herrschaften und man fand ihr Testament, Kinder und Nichten waren bedacht mit einer oder zwei dieser Münzen.

In dieser Zeit muss wohl auch eine davon in den Besitz von meiner Frau gekommen sein, die packte die sorgfältig in die Schachtel und dachte dabei an spätere Zeiten.

Vor einigen Wochen kramten wir dann einmal die Schränke nach Jahren wieder um, die Münze tauchte auf, meine Frau rief „ der Goldrubel“ und ich kam mit dem Ultraschallbad.

Was war es, was ich dort nach der Behandlung aus dem Bad zog?

20 Goldreichsmark Sachsen 1873, Scheidewert 240 Euro.

Wie wurde nun aus Goldrubel Sachsengold?

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 28. Dezember 2012 um 04:17 Uhr  

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 335
Beiträge : 5750
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 14236616

Verwandte Beiträge