Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Neuigkeiten Nicht nur zur Weihnachtszeit: Hilfe für Obdachlose in Berlin

Nicht nur zur Weihnachtszeit: Hilfe für Obdachlose in Berlin

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Das Problem: In Berlin gibt es etwa 11.000 Obdachlose.

Davon sind rund 7.000 in Wohneinrichtungen untergebracht. 

Der Rest lebt auf der Straße, kommt gelegentlich bei Bekannten unter etc.

Diese Menschen sind oft durch individuelle Schicksalsschläge abgerutscht, immer öfter über den Umweg über Hartz IV.

Zunehmend sind auch alte Menschen betroffen und auch Menschen aus Osteuropa, die vor den Zuständen dort fliehen, hier aber keinen Fuß auf den Boden kriegen
.
Ihre Probleme sind vielfältig.

Einige sind noch irgendwo gemeldet, hätten Anspruch auf Sozialleistungen etc., sind aber psychisch nicht mehr in der Lage, von ihren Rechten Gebrauch zu machen.

Bis zu 80% der Betroffenen haben schwere psychische Probleme.

Eine Gefahr ist ein Abrutschen in die Kriminalität, z. B. durch häufiges Schwarzfahren.

Ein absurd hoher Prozentsatz der Einsitzenden in Moabit etwa sind Schwarzfahrer.

Das setzt eine Spirale nach unten in Gang durch Überschuldung und Vorstrafen.

Manchmal legen es die Obdachlosen aber auch darauf an, damit sie so wenigstens über den Winter kommen.

In den Wohnungseinrichtungen geht es ihnen nämlich oft nicht viel besser als auf der Straße.

Sie erfrieren zwar nicht, aber die Einrichtungen werden bisweilen von ausschließlich an Profitinteressen ausgerichteten Privatpersonen geführt.

Schwierig ist es für Frauen, denn sie machen „nur“ etwa 17% der Betroffenen aus und finden in den Einrichtungen kaum einen Platz unter sich.

Schlafen ist in diesen überfüllten Einrichtungen ein Problem.

Gewaltprobleme sind an der Tagesordnung, ansteckende Krankheiten, Parasiten. Für Obdachlose mit ihren Hunden gibt es sowieso kaum Plätze.

Die Jenny De la Torre-Stiftung in Berlin-Mitte

Eigentlich hat Jenny De la Torre in der DDR Medizin studiert, um den Armen in ihrem Heimatland Peru zu helfen.

Dann wurde ihr Abschluss dort aber nicht anerkannt.

Wieder zurück hat sie am Ostbahnhof als Ärztin Obdachlose betreut.

Die Bilder, die sie dort sah, ließen sie ihre Absicht überdenken und in Deutschland bleiben.

Denn das Elend für die Betroffenen war nicht geringer als in ihrem Heimatland, aber die Möglichkeiten zu helfen in Deutschland weit besser.

Umso größer die Schande solcher Zustände bei uns.

Sie kam zu der Ansicht, dass allein medizinische Betreuung für diese Menschen nicht ausreicht.

Sie gründete eine Stiftung und mit der Hilfe des Bezirksbürgermeisters Hanke von Berlin Mitte und von Sponsoren konnte sie in einem Haus in der Pflugstraße in Berlin-Mitte ein Gesundheitszentrum eröffnen.

Inzwischen arbeiten in diesem Gesundheitszentrum hauptsächlich ehrenamtlich: Eine Zahnärztin, eine Friseurin, ein Anwalt, eine Sozialarbeiterin, eine Psychologin und mehrere Ärzte, darunter natürlich Jenny selbst, u.a.

Mit diesem Konzept der niedrigschwelligen umfassenden Hilfe haben sie viele Menschen von der Straße geholt und überhaupt erst wieder in einen Zustand zu versetzt, in dem sie Hilfe in Anspruch nehmen können.

Inzwischen hat sie zahlreiche Preise bekommen, das Gesundheitszentrum ist über Deutschland hinaus bekannt.

Von Geld abgesehen kann man auch mit Medikamenten- oder Kleiderspenden helfen, oder mit Zeit.

Die Homepage wird gerade überarbeitet: www.delatorre-stiftung.de.

1000 mal 1 Euro

So kam ich auf die Idee 1000 mal 1 Euro: Wenn 1000 Leute per Dauerauftrag 1 Euro im Monat überweisen, dann ist das immerhin eine Summe, mit der die Stiftung rechnen kann, die Belastung für den Einzelnen ist aber gering.

Und wir kennen das ja alle, das Geld ist knapp, und selbst wenn wir passabel verdienen, dann sind da noch die Partei, die Gewerkschaft, die AWO, die und die Zeitschrift, und, und, und…

Was bringt das, werden viele sagen, das ist ja nur karitativ, wir müssen politisch etwas ändern.

Ja, aber karitative Hilfe ist auch politisch.

Die Diskussion gibt es schon bei den Tafeln, und es ist gut, dass es sie gibt, es zeigt allen, wie dringlich das Problem ist.

Ohne die Tafeln hätten wir gar kein so konkretes Bild davon.

So ist es auch mit der Obdachlosigkeit, Krankheiten, Altersarmut, Transportkosten,… hier kommen wir damit in Berührung und schärfen unser Bewusstsein und niemand hindert uns daran, darüber hinaus aktiv zu werden.

Es gibt eine Presseseite auf der Homepage und einen Newsletter, der monatlich versendet wird.

Wer will, kann also mehr tun.

Aber es hilft auch der 1 Euro monatlich.

Der Verein sammelt diese Kleinbeträge und überweist sie dann ein mal im Quartal an die Stiftung.

So muss diese nur einen Betrag verbuchen, ansonsten wäre sie wegen der strengen Stiftungsauflagen gezwungen und damit überfordert, all die Kleinspenden einzeln zu verbuchen.

Wie gesagt, nicht nur zur Weihnachtszeit…

Weitere Informationen findet Ihr unter: 1000mal1euro.de

oder auf der Spendenplattform von betterplace.org

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 22. Dezember 2012 um 13:54 Uhr  

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 335
Beiträge : 5669
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 12909706

Verwandte Beiträge