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Der Weg ins Update-Zeitalter

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Wie war das eigentlich noch einmal an unseren Hochschulen im Land vor mehr als 40 Jahren?

Das soll kein „pro“ für Anette Schawan sein, sondern sollte uns den Alltag einmal wieder in Erinnerung bringen.

Man musste mehr oder minder auf die Spur des Professors kommen, überfüllte Lehrsäle waren damals die Regel und Ring- Vorlesungen eine zeitliche Herausforderung, der man sich allerdings stellen musste.

Es gab keine Trockenkopierer, es gab keine Vielfalt von Papieren aber trotzdem erfuhr man stets etwas von Querverweisen und Bezüge.

Jeder Prof. bezog sich auf etwas, in der Regel waren das seine vertiefenden Ausarbeitungen, die allerdings konnte man erwerben.

Im Semester hatte man den Verantwortlichen ins Amt gewählt, der sich um jene Bezüge und Literaturhinweise bemühte.

In der Regel waren das sog. gepauste Blätter, die irgendwann auf Transparent geschrieben wurden.

Davon gab es eine sog. Übersicht, man wählte aus und zahlte, vielleicht pro Pause 0,2 DM, man erhielt die Pausen nach einer Woche und das war eigentlich die Basis.

Man konnte sich einlesen und vergleichen mit der vorhandenen Literatur, kam dann aber zu dem Entschluss tiefer einzusteigen.

Es gibt allerdings bereits in der Gründungsphase der Bundesrepublik die Mircoverfilmung, allerdings pro Fachbereich gab ein Mircofilmsichtgerät.

Zunächst reservieren und das Blättern musste gekonnt sein, Hardkopien davon konnte man nicht anfertigen, was man allerdings konnte war das konsequente Einlesen.

Der das einmal getan hat, der sehnte sich nach dem entsprechenden Buch, wichtig war das entsprechende Kapitel zu verstehen und mittels des Kapitels zuvor darauf zu kommen, das eigentlich Erreichte fand man im Kapitel danach und das erforderte ein konzentriertes Arbeiten.

Richtigerweise sollte man allerdings auch betonen, es gab Fachliteratur die den Weg in die Bundesrepublik fand, wo der eigentliche Quellentext kaum erwähnt wurde, man bezog sich auf den Verfasser bzw. Autor.

Es gab da Autoren die lagen dem Professor, das hatte aber noch nichts mit dem Stil und dem Inhalt der Arbeit zu tun, bezog man sich in einem Referat stets auf die Quellen, war das auch nicht immer fachgerecht, mancher nannte das Voraussetzung.

Das eigentliche Regelwerk gab es nicht, man unterlag der Regel des Fachbereiches und musste in seine Arbeiten den Lehrstoff, den Bezug und seine Ideen einbringen, sich also einschleusen.

Gelang das, so konnte man durchaus motiviert werden aber ebenso konnte man korrigiert werden.

Die alte mech. Reiseschreibmaschine war das eigentliche Prunkstück, man tippte vom Stenoblock das auf Maschinenpapier, das war harte Arbeit.

Die getippte Abschrift bekam ein Schreibbüro und damit wurde das elegant , es gab eben nur eine geringe Anzahl von Durchschriften.

Anders sah es aus, wenn man Abschlussarbeiten schrieb, da galt noch der Campus etwas, die 100 Seiten und mehr ließ man kaum auswärts schreiben.

Man quälte sich, zunächst entstand das Manuskript von Hand, nicht jeder konnte mitunter nach einiger Zeit seine eigene Schrift lesen, wir nannten das Vorzensur.

Danach kamen Skizzen und Diagramme hinzu, Millimeterpapier als Transparent, vervielfältigt nach uralter Methode mittels Lichtpause, man lernte mit Tusche umzugehen.

Den Text, mit Quellenangabe usw. schrieb man auf der Reiseschreibmaschine, den wiederum passte man an und korrigierte, das tat man untereinander und miteinander, was dann kam war der Versuch.

Man reservierte im Fachbereich sich die Schreibmaschine für Tage, denn der verbindliche Text wurde auf Ormigpapier geschrieben und das wiederum ließ kaum noch Korrekturen zu.

Das war nicht alles, Arbeiten die dem Abschluss dienten sollten in 5 facher Ausführung eingereicht werden, was wiederum bedeutete man drehte an den Ormig Vervielfältigungsapparat das entsprechende Original min. 6 x durch, es stank der ganze Raum nach Spiritus.

Wer geschickt war, der verwendete unterschiedlich farbiges Papier, das ließ sich trennen auf besondere Art.

Ergebnis war 5 x 100 Blatt und dazu kamen die Blaupausen der Zeichnungen und Diagramme, allerdings behielt man Stil und heftete nicht sondern ließ das binden, mittels eines Textilbandes.

Irgendwie hatte man sich mit seiner Arbeit min. 5 x intensiv beschäftigt, es konnte durchaus vorkommen, dass man seine Arbeit öffentlich verteidigen musste, dabei stellte sich immer heraus wer sich damit identifizierte.

Also das Zeitalter der Trockenkopierer auf allen Fluren der Republik kam erst im Jahre 1973 und wurde 1980 zum Standard.

Mittels des Telefax, was aber erst ab 1985 auf dem Markt war, konnte man Manuskripte weltweit austauschen.

Eine Vernetzung, die eigentlich schon immer gab waren die Karteikarten, wichtig war dessen Pflege, die Mirko Verfilmung basierte darauf und machte einen Nutzer unabhängig vom Karteibüro.

Die ersten PCs am Arbeitsplatz basierten auf Datenträger, man unterschied in Betriebssoftware und Anwendersoftware, die Anwendersoftware war die eigentliche Handschrift des Experten und damit konnte man bauen und sich austauschen.

Was vieles vereinfachte, wenn man mit ein paar Disketten sich auf den Weg machte und sie einspielte und man konnte überspielen, es eröffnete sich ab 1983 ein Weg, der bis dahin unbekannt war.

Vom Internet träumte man noch, was 1994 zur Regel wurde und ganz ein anderes Arbeiten an den Tag brachte war 10 Jahre zuvor der Traum.

Mittels des Fortschrittes der Technik kommen unbekannte Gefahren hinzu, Fachbücher sehen heute ganz anders aus, 300 Seiten Literatur plus 100 Seiten Bezugsadressen, das war vor 40 Jahren nicht so, was sich derzeit abspielt ist das Zeitalter der Updates, das machen uns Presseerzeugnisse vor und etliche kopieren es ungewollt.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 25. Januar 2013 um 04:36 Uhr  

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