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30.1.33. Das Versagen des Bürgertums

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Als die NSDAP zum letzten Mal den Versuch unternahm, ihrem Terrorregime einen legalen Anstrich zu verpassen, waren die Würfel längst gefallen.

Am 30. Januar 1933 hatte Reichspräsident Paul von Hindenburg bereits Adolf Hitler, den "böhmischen Gefreiten", wie er ihn zunächst abschätzig nannte, zum Reichskanzler berufen.

Als dann am 23. März 1933 von den Nazis das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich (Ermächtigungsgesetz) im Reichstag zur Abstimmung stand, hielt der Sozialdemokrat Otto Wels seine legendäre Rede.

Rede zur Begründung der Ablehnung des Ermächtigunsgesetzes
http://bit.ly/9iEorn

Nach der erzwungenen Abwesenheit der KPD-Abgeordneten auf Grund von Verhaftung, Ermordung und Flucht, stimmte allein die SPD (94 Stimmen) im Reichstag gegen das Gesetz.

Hingegen haben der spätere Bundespräsident Theodor Heuss (Deutsche Staatspartei), der spätere Bundesminister und CDU-Politiker Ernst Lemmer und der erste Ministerpräsident von Baden-Württemberg Reinhold Maier (CDU) dem Gesetz zugestimmt.

Ein Jahr zuvor, am 26. Januar 1932, hielt Hitler eine Rede vor dem Industrie-Club Düsseldorf, eine der Machtzentralen im Deutschen Reich.

Das Geld fließt

In den Memoiren von Fritz Thyssen, der am 1. Mai 1933 in die NSDAP eintrat, heißt es zum Hitler-Auftritt: "Diese Rede machte einen tiefen Eindruck auf die versammelten Industriellen, und als Ergebnis floss eine Zahl von bedeutenden Zuwendungen aus den Quellen der Schwerindustrie in die Kassen der NSDAP.“

Tatsächlich war mit der Machtübergabe an die Nazis auch ein Scheitern der Arbeiterbewegung verbunden. Eine Einheitsfront gegen Hitler kam nie zustande.

Als am 30. Januar 1933 die Nazis an die Macht gelangen, ruft der junge Herbert Frahm, der kurz darauf emigriert und sich Willy Brandt nennen wird, die Jungarbeiter der Stadt Lübeck in Flugschriften zum "antifaschistischen Kampf" durch "Sammlung der linken Kräfte" auf.

Im Jahr 1931 war mit der Gründung der Sozialistischen Arbeiterpartei ein letzter nennenswerter Versuch unternommen worden, eine linke Einheitsbewegung herzustellen.

Die SAP hatte zu Hochzeiten ca. 25.000Mitglieder. Willy Brandt war schon als 18-Jähriger dabei.

Doch auch diesem Versuch war kein Erfolg beschieden.

Zunächst als eine linke Abspaltung der SPD entstanden, schlossen sich ihr ein Teil der Kommunistische Partei-Opposition (KPO), die Rest-USPD um Theodor Liebknecht, der Sozialistische Bund von Georg Ledebour und die Arbeitsgemeinschaft für linkssozialistische Politik um Fritz Küster an.

Über die Hälfte der Mitgliedschaft nahm am antifaschistischen Widerstand teil, ein sehr viel höherer Prozentsatz als bei den Massenparteien SPD und KPD.

Der Traum von der Einheitsfront der Arbeiterbewegung jedoch war schon lange zuvor ausgeträumt.

Stalins Sozialfaschismusthese, die von der KPD 1928 übernommen worden war und die antikommunistische Ausrichtung der SPD, die sich in dem Ausspruch von den Kommunisten als der "rotlackierten als Doppelausgaben der Nationalsozialisten" aus dem Jahr 1930 widerspiegelt.

Die fatale Unterschätzung des Nazifaschismus sowohl von SPD, wie KPD und Gewerkschaften hatte letztendlich das Scheitern zur Folge.

Der Nazi-Terror richtete sich während der Etablierung der NS-Herrschaft in den Monaten nach dem 30. Januar 1933 zunächst vor allem gegen Angehörige der KPD, der SPD und der SAP.

Zeitungsverbote, Besetzung von Parteihäusern, Repressalien sowie Verfolgung und Ermordung von Funktionären durch die Nationalsozialisten schürten auch in den anderen Parteien zunehmend eine Stimmung nackter Angst.

Der Ausschaltung der KPD und der Zerschlagung der Gewerkschaften Anfang Mai folgte am 22. Juni 1933 das Verbot der SPD.

Nachdem die Parteileitung von ihrem Prager Exil aus zum Sturz von Adolf Hitler aufgerufen hatte, erklärte Innenminister Wilhelm Frick die SPD zur "volks- und staatsfeindlichen Organisation".

Mehr: Die Machtübergabe und die Folgen http://bit.ly/XJmTTn

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 30. Januar 2013 um 14:23 Uhr  

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