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Es lebe der 1. Mai

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Etwas Nachdenkliches zum Tag der Arbeit, eigentlich der Kampftag der Arbeiterklasse, doch ist dem Arbeiter von heute das Klassenbewusstsein bekannt?

Nehmen wir das Beispiel der Arbeitsbiografie, die berühmte Drittelregelung und entspricht das noch der Tatsache?

Wer identifiziert sich noch mit dem Betrieb und seiner Arbeit, im Zeitalter des Neoliberalismus ist die Arbeit zum Job verkommen und jede Bindung an den Betrieb kann somit lästig werden.

Das Problem ist nach wie vor, das Einschleusen in die Welt der Arbeit, dem Neoliberalismus zu folge hängt dieser Himmel voller Geigen, bei näherer Betrachtung sind es Arschgeigen, denn sie offenbaren den Kapitalismus pur.

Man lässt Arbeitswilligen die Ehrenrunden drehen, überträgt die Verantwortung auf den Staat und kassiert dabei, es sind überwiegend nutzlose Ehrenrunden von jungen Bürgern unserer Republik, die dem Gesetz des unbezahlten Praktikums folgen.

Bisher verstand es noch keine Regierung in diesem Lande den Nutznießern ihre unmoralische Praxis vorzuwerfen, mitunter kann man sagen, hier machte man den Bock zum Gärtner.

Die Regierung der Versprechen „ Bildung lohnt sich“ bekommt damit ein ganz anderes Bild, für wen und warum?

Es gibt sie, die Statistiken und die besagen min. 35% jedes Jahresganges, der auf den Arbeitsmarkt drängt endet in einer prekären Beschäftigung und das ist wahrhaftig nicht zukunftsweisend sondern unsozial.

Es gibt eine andere Statistik, die besagt, dass überwiegend Frauen dabei sind, auch das kann man nicht mittels einer unteren Lohngrenze außer Kraft setzen, sondern hier sollte die geballte Ladung des zivilen Widerstandes zu Taten aufrufen.

Wem nützt also der 1. Mai, wenn er sich nicht bekennt?

Bekennen wir uns zu den Arbeitsbiografien der Gegenwart und wir erkennen, min. 40% aller Erwerbstätigen fürchten sich vor der Arbeitslosigkeit, das sind Zahlen an denen man die labile Lage am Arbeitsmarkt erkennen kann.

Diese labile Lage ist teilweise gewollt und wird mittels der Leiharbeitsfirmen auch noch ausgenutzt, jede Neueinstellung bedeutet Zugeständnisse des Arbeitgebers.

Nicht nur finanzielle bis zur Untergrenze wo es weh tut, sondern mancher Arbeitsvertrag trägt einer Perspektive kaum Rechnung.

Ein Arbeiter von heute ist ein unterbezahlter perspektivloser Geldverdiener, er soll sich nicht identifizieren und erst gar nicht dem Unternehmen verpflichtet fühlen und das ist der gesellschaftliche Keil, den die Neoliberalen in die Arbeitnehmerschaft trieben.

Viel zu lange war auch der DGB ein von der Regierung geduldeter Arbeitnehmer- Gesangsverein, der noch mitmachte und die Leiharbeiter kaum beachtete, es war die Gewerkschaft die ihren Mitgliedern die Zahnzusatzversicherung empfahl und sie baute auch auf die sog. Riester- Rente.

Eine Gewerkschaft die also damit beschäftigt ist Wogen zu glätten begann zu vergessen die Ursachen zu bekämpfen.

Eine Ursache für die heutige soziale Schieflage in diesem Land ist nun einmal das falsche Umsetzen der Politik einer Agenda 2010, war manches davon auch nicht so gemeint aber unter einer neoliberalen Regierung nimmt man sich dieser dankbar an, indem man den Sozialstaat aushöhlt.

Dabei wird der eigene Arbeitsplatz zum Dschungel- Camp indem man sich behaupten muss, denn das Wort „ Solidarität“ spielt in mancher Arbeitsbiografie keine Rolle mehr.

Ein Arbeitnehmer von heute zeigt Leistungsstärke und Einsatzbereitschaft und ist andererseits mit Problemen vollgekippt, die eigentlich gar nicht seine sind.

Ein Arbeitnehmer von heute schleppt die Probleme der Arbeitswelt 24 Stunden am Tag mit sich herum und diese Probleme nehmen zu, denn man delegierte die Verantwortung auf untere Ebenen.

Das auch sah man tatenlos zu, sämtliche installierten QM Systeme wurden von der Regierung finanziell unterstützt, man stärkte dabei nicht die Eigenverantwortung mittels bessere Finanzierung sondern schuf Hürden nach unten.

Der unterbezahlte Arbeitnehmer von heute ist der Armutsrentner von morgen, denn seine Eigenvorsorge hat Grenzen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 01. Mai 2013 um 04:46 Uhr  

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