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Bradley Manning sieht seinem Prozess entgegen

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Demonstration Bradley Manning kurz vor seinem politischen Prozess am 03.06.2013

Der amerikanische Obergefreiter und Computerexperte, dem die internationale Öffentlichkeit so wichtige Dokumente wie das Video „CollateralMurder“ und Unterlagen über Folterungen im Irak verdankt, sieht am 3.6.2013 seinem Prozessbeginn vor einem amerikanischen Militärgericht entgegen.

Manning befindet sich seit 2010 in Haft, was für den „Whistleblower“ über lange Strecken Folter bedeutete.

Die amerikanischen Ermittler haben ihn unter anderem nackt in Isolationshaft über 23 Stunden in seiner Zelle gelassen, ihm jegliche Informationen vorenthalten, ihn nackt vor seiner Zelle antreten lassen und ihm die Möglichkeit einer inhaltlichen Verteidigung, bis auf die einmalige Verlesung einer 35-seitigen Erklärung, unter weitgehender Geheimhaltung, verwehrt.

Manning, der vermutlich nach dem Espionage-Act von 1917 zu lebenslanger Haft verurteilt werden soll, ist ein politischer Gefangener der Amerikaner und dürfte keinen fairen rechtsstaatlichen Prozess vor dem amerikanischen Militärgericht bekommen.

Konservative amerikanische Politiker fordern gar seine Todesstrafe.

Dabei ist ihm weder Verrat nach dem Espionage-Act vorzuhalten, da er nicht für einen Kriegsgegner spioniert hat und lediglich Kriegsverbrechen der Amerikaner aufdeckte, noch hat die Behauptung der Ankläger bestand, dass durch seine Weiterleitung von Dokumenten an Wikileaks amerikanische Soldaten direkt oder indirekt zu Schaden gekommen wären.

Der politische Prozess gegen Bradley Manning, für den extra der veraltete Espionage-Act aus dem Jahre 1917 wieder aus der Schublade geholt wurde, hat keine glaubwürdige juristische Grundlage.

Der Prozess schlägt die von den USA stark attackierten Prozesse gegen Chodorkowski in Russland und Timoschenko in der Ukraine in Bezug auf Beugung des Rechtsstaates um Längen.

Die Amerikaner haben sich damit endgültig von dem Anschein rechtsstaatlicher Prinzipien entfernt, was mit Guantanamo, den vielfältigen Kriegsverbrechen der letzten Jahre, dem Drohnenkrieg Obamas und der politischen Verfolgung von Julian Assange eigentlich schon länger offensichtlich ist.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ein Unrechtsstaat geworden, der langsam in die Liga der so genannten Schurkenstaaten aufsteigt, was amerikanische Kriegsverbrechen und die Missachtung rechtsstaatlicher Prinzipien angeht.

Bradley Manning ist mehrfach in den letzten Jahren für den Friedennobelpreis vorgeschlagen worden, weil er die hässliche Fratze, des scheinbar gerechten Krieges mit allen seinen Verbrechen entlarvt hat.

Er ist ein Held und wird von den Amerikaner auch deshalb gehasst, weil er die Verbrechen der amerikanischen Armee und den Zynismus der amerikanischen Außenpolitik (Cable Gate) zu entlarven half.

Manning hat den Friedensnobelpreis nie bekommen, Obama bekam ihn und im letzten Jahr die Europäische Union.

Man fragt sich, wofür?

Für Manning zu kämpfen, bedeutet auch gegen den Zynismus der Mächtigen zu kämpfen, denen es bisher gelang, eine breitere Berichterstattung in den etablierten europäischen Medien über den skandalösen Umgang mit diesem Armeeangehörigen zu verhindern.

Weder im Spiegel, noch in der Zeit, weder in der Süddeutschen noch in den öffentlich-rechtlichen Medien finden sich Berichte über das Martyrium seiner Haftzeit und seine Chancenlosigkeit in dem nun stattfindenden politischen Militärprozess.

Die Selbstzensur, über die Julian Assange in Bezug auf die westlichen Medien berichtete, funktioniert tadellos!

Am 01. Juni, also am Samstag findet vor dem Brandenburger-Tor, also auch vor der amerikanischen Botschaft eine Demonstration für Manning statt.

Die Teilnahme dürfte einfach zu bewältigen sein, ein Sight-Seeing-Besuch am Samstag reicht aus, um die Aktion zu unterstützen.

Mehr darüber findet sich unter : http://www.freebradleymanning.net

Die USA gehört eigentlich auf die Liste der Staaten, die von der Weltgemeinschaft zu isolieren sind, sie müssten boykottiert und auch militärisch isoliert werden, wenn es um die Frage ihrer Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen in den vergangenen fünfzehn Jahren geht.

Natürlich ist das unrealistisch.

Dennoch habe ich mich entschieden, Amerika fortan als Schurkenstaat zu betrachten.

Die Amerikaner sollten sich was schämen!

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 31. Mai 2013 um 12:58 Uhr  

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