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Die Beliebtheitsskala

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Es gilt folgendes: Jede Beliebtheitsskala wird angeführt von Menschen, die den Schmusekurs gewählt haben.

Weiß eigentlich derjenige, der Betroffene wie gefährlich auch für ihn sich so ein Schmusekurs auswirken kann?

Was kommt zunächst, in der Beliebtheit steigen und den Schmusekurs fahren oder mittels eines Schmusekurses in der Beliebtheitsskala steigen?

Diese angewandte Taktik kennt man mitunter kaum, andererseits hat man mit solchen Menschen zu tun.

Mir war es einmal vergönnt mit Absolventen, die auf die mündliche Verteidigung ihrer schriftlichen Arbeit warteten darüber zu sprechen.

Das Thema lautete: „ wie mache ich mich unbeliebt?“

Muss wohl vom Thema her interessant gewesen sein, denn fast alle Plätze waren besetzt.

Sich unbeliebt machen ist nämlich eine Eigenart in der Vorgehensweise, weniger die Art in der Darstellung um das zu verstehen brachte ich ein Beispiel.

In den Jahren bevor ich konfirmiert wurde, besuchte der zuständige Pfarrer die Familien.

In einer Zeit wo die Bevölkerung in unseren Gemeinden neu gemischt war und der Pfarrer auch eine Vergangenheit hatte.

In meiner Schule gab es Mitschüler, die erinnerten sich nicht mehr an ihren Vater, entweder war er noch in Kriegsgefangenschaft oder er galt als vermisst.

Da gab es auch wiederum welche, dessen Väter Besatzungssoldaten waren, die längst wieder jenseits des großen Teiches waren, es war also nicht ungewöhnlich wenn manche Frau die sog. Onkelehe führte.

Dem Pfarrer war das alles vielleicht neu, ebenso waren etliche Paare nicht kirchlich getraut worden.

Die Wehrmacht hatte nämlich die Ferntrauung mal eingeführt und ob manche Eltern überhaupt konfirmiert worden waren, ging aus der Kartei des Pfarramtes nicht hervor.

Er besuchte also nur die Kirchensteuerzahler und wollte an und für sich seine Schäfchen um sich wissen.

Dieser Pfarrer machte eins und damit machte er sich bei allen unbeliebt, erfragte die Eltern von uns nach ihrem Konfirmationsspruch.

Danach unterteilte er, mein Vater hatte den „ der Herr sei mein Hirte…“, den hatte er stets parat, ansonsten war der im Jahre 1917 auf die Martin Luther Schule eingeschult worden.

Meine Mutter kannte ihren Konfirmationsspruch nicht mehr und die machte einen weiteren Fehler, der Kriegsausbruch 1. September 1939 drängte zur Hochzeit und in ihrer Terminplanung spielte die Kirche eine Nebenrolle.

Das war allerdings kein Einzelfall, der Pfarrer spielte zwar eine Rolle, doch beliebt war er nicht und das nicht nur bei uns.

Ich erfuhr dann, heutige Studenten meinen dazu gibt es jetzt die Dokumente, das weiß ich auch, Dokumente bestätigen eine Fülle und quittieren die erbrachte Leistung.

Da wurde es wieder interessant, denn erbrachte Leistung lässt sich nicht konservieren, man kann sich damit nur einschleusen.

Wenn man das heute Absolventen mit auf den Weg gibt, schütteln die manchmal den Kopf, denn niemand hat ihnen bisher gesagt „ Führungspositionen sind Positionen auf Zeit.“

Das wissen allerdings clevere, der das weiß versucht sich zu klammern und die Schleimspur kann vom Schmusekurs sein.

Ich sagte damals und das behaupte ich immer noch, der Fachmann in einer Führungsposition der sich mit voller Kraft einbringt und dabei Mensch bleibt, wird niemals auf einen Schmusekurs gehen.

Andererseits kann man im Jahre 2013 sagen, es gibt nicht die konkurrierende Wertigkeit, es gibt nur eine Wertigkeit und die besagt: „ wer allseits beliebt sein will, der pfeift auf das soziale Gewissen“.

All das ging zu Lasten der sog. ausgleichenden Gerechtigkeit, der allseits beliebte Schmusekurs ist nämlich der Verkaufsschlager im eigenen Interesse.

Das vollziehen etliche Manager, die trennen sich von Mitarbeitern und der Mitarbeiter sieht es ein, dass seine Zeit abgelaufen war.

Nach unten wird das trainiert und garantiert einen Erfolg, der gefragte Kostenkiller ist geborgen.

Eigentlich müsste es umgedreht sein, solche Menschen müssten sich unbeliebt machen.

Machen sie aber nicht, denn sie können sich verkaufen und dazu darstellen, wir leben in einer Welt der Darsteller und die Darsteller sind keine Macher sondern Vollstrecker ihres Erfolges.

Das ist keine Warnvorstellung sondern vollzogene Realität in dieser Republik, vollzieht sich mitunter durch alle Lebensbereiche.

Dazu gibt es das Beispiel „ nach oben pushen“ und wie das funktioniert das erfährt man kaum.

Ich habe es mal mittels Arbeit versucht und kann nun sagen, das war ein harter Weg, seine Arbeit die eigentlich normal ist als den Erfolg verkaufen das ist ein Kurs.

Wer diesen Kurs beschreitet, wird kaum auf Anhieb den richtigen Käufer seiner Interessen finden, um das wiederum zur Strategie werden zu lassen, wählen viele den Schmusekurs- denn irgendwann trifft man irgendwen der ölt den Richtigen.

Beziehen wir all das einmal auf unsere Kanzlerin, die ist nun einmal in der Beliebheitsskala der Deutschen ganz oben und ich bin der Meinung nicht mittels Leistung sondern sie wurde gepusht.

Es ist offensichtlich der Schmusekurs der ankommt, dieser beschreibt zwar keine Ziele oder weckt Hoffnungen sondern ist das politische Spülmittel um Probleme wegzuwischen.

Denn wer Probleme aufzeichnet, der muss sie interpretieren und so analysieren, dass man sie versteht und dann Entscheidungen anbieten.

Beides ist nicht erkennbar, Probleme werden im Ansatz ziemlich flach gehalten, Diskussionen erklärt uns Hermann Grödhe als Einigkeit in der Sache, man darf durchaus sagen „ die biss er weg.“

Interpretieren kann man nur Pläne sowie Zusammenhänge, welchen Plan gibt es eigentlich „ um den sozialen Zusammenhalt wieder herzustellen?“

Welches Ziel verfolgt man, wenn man die bundesdeutsche Spar- und Arbeitsmarktpolitik in andere EU Staaten importieren möchte?

Das sind brennende Fragen, diesen geht man aus dem Weg.

Das ist nicht im Interesse der Gesamtstrategie und da sind wir wieder beim Schmusekurs, das Ziel heißt: nicht in der Beliebheitsskala abstürzen.

Im gesellschaftspolitischen Interesse eines Volkes entsteht damit eine Selbstlähmung, denn ein Problem bleibt, der von der Wirtschaft diktierte Minilohn, die mäßige Bezahlung von guter Arbeit schlägt sich nicht nur negativ auf die Binnennachfrage nieder sondern der billige Arbeiter von heute wird der Armutsrentner von Morgen sein.

Dieses volkswirtschaftliche Problem lässt sich auf die EU übertragen, es wird zeitverzogen den selbst ernannten Exportweltmeister Deutschland treffen.

In einigen EU Staaten ist bereits die Jugendarbeitslosigkeit bei fast 30%, das heißt ihr entsteht die Generation Hoffnungslos.

Da werden sicherlich Maßnahmen folgen, denn diese soziale Zeitbombe wird in Brüssel und Straßburg entschärft werden müssen, doch zu welchem Preis?

Hoffen wir für die Jugendlichen in diesen Staaten das Beste, wir sollten aber auch wissen mit dieser Generation in diesen Ländern fallen Käufer unserer Exportartikel für eine längere Zeit aus.

Ist das den Fanatikern des Neoliberalismus bekannt?

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 04. Juni 2013 um 03:18 Uhr  

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