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Die Quoten Diktatur und der Störfall Mensch

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Lange habe ich überlegt wie ich mich dem Thema nähern soll – Noch mühseliger gestaltete sich die Suche nach Vergleichbarem, Fakten und Anregungen.

Heute möchte ich mich dem Thema Quotenlogik, Quotendenken bzw. der Diktatur der Zahlen auseinandersetzen.

Ein Thema wie meine Recherchen  ergaben das in der öffentlichen Diskussion durchaus noch einer Auseinandersetzung bedarf.

Aber was ist die Quote ?

Gewiß sie werden sagen: Ist doch klar, eine Quote ist ein mathematischer Wert der statistische Zahlen in Prozenten ausdrückt!

Interessanter wird es bei der Frage. Wie benutzen wir die Quote ?(..und welche Konsequenzen hat das für die Gesellschaft!)

Die Quote kann  eine statistische Wahrheit und zugleich eine bequeme Lüge sein!

Lassen sie mich das an einem Beispiel erläutern :  Ein Pensionist mit einer Rente von 2500 € und eine Rentnerin mit einer Altersversorgung von 500 €  ergeben statistisch einen Eck-Rentner mit einem Einkommen von 1500 €.

( Genau andersherum verhält es sich mit dem ominösen „Einzelfall“ der auch bei  systematischer Anwendung  in der Quotenlogik als nicht relevant verbucht wird )

Auf den ersten Blick scheint die Quote eine bürokratische Notwendigkeit zu sein.

Ein Mittel um große Daten verarbeiten zu können bzw. eine Berechnungseinheit die nur bei falscher Anwendung falsche Fakten liefert.

Wirklich ?

Nun, wie ich schon an meinem Rentenbeispiel aufzeigte ist es sehr wohl möglich das richtige Zahlen und ein richtiges Ergebnis am Ende einen falschen Wert suggerieren!

Anhand dieses Beispiels wird auch eine wesentliche Schwachstelle der Quotenlogik ersichtlich.  

Die Quote unterscheidet nicht, sie gleicht Werte an ohne zu differenzieren ob vergleichbares vorhanden ist!

Diese Betrachtung führt dazu das statistisch die Reichen ärmer- und die Armen reicher werden.

Das ist für wirtschaftliche – und politische Akteure wahrscheinlich der angenehmste Nebeneffekt bei dieser Bemessungsgrundlage.

Nun habe ich am Anfang meines Beitrags die Frage aufgeworfen: Wie benutzen wir die Quote und habe hinzugefügt : Welche Konsequenzen hat das für die Gesellschaft?!

Eigentlich müßte es aber heißen : Was macht die Quotenlogik so gefährlich ?

Hier landen wir fast zwangsweise bei der Neo liberalen Wirtschaftsdiktatur, der Quotenerfüllung als fast religiösen Dogma vergleichbar mit dem kommunistischen Enteignungssystem.

  • Da wird soziales Elend nicht im Ausmaß, sondern nur noch als Maßeinheit erfaßt !
  • Da wird Leistung und Kompetenz an Hand von Umsatzzahlen definiert  und der Faktor Mensch der Kategorie  Leistungsträger oder Leistungsempfänger zugeordnet .

Da die Quote keinen sozialen – oder ethischen Wert kennt bemißt sie grundsätzlich alles wie einen Sachwert.

So wird der Mensch beliebig (..und austauschbar) und als „Arbeitskraft“ dem göttlichen Ziel der Quotenerfüllung untergeordnet.

Hier habe ich im Zusammenhang mit einem Artikel von J. Habermas der von einer Kolonalisierung der Lebenswelt zu einem Funktionalimus der Gewinnorientierung spricht folgendes gelesen :

> Eine Steigerung wird als Grundzustand definiert, um eine immerwährende Optimierung der Performance zu erzielen – ohne Regeln für das mögliche Erreichen der Optimierungsgrenze zu definieren. Dies aber wäre nötig, um Folgekosten vom Unternehmen fernzuhalten. De facto wird dem Problem derzeit mit immer neuem Nachschub an Mitarbeitern begegnet. Zynisch könnte man sagen, ein gewisser Verschleiß ist einkalkuliert. Alles hat sich dem Prinzip des Nützlichen und Gewinnbringenden unterzuordnen. Jürgen Habermas spricht von einer Kolonialisierung der Lebenswelt. Es ist ein Funktionalismus der Gewinnorientierung. Sie können das sehen beim Sport, bei der Organisation der Freizeit, auch bei der Kultur, beim Quotendenken der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, sehr deutlich auch bei der neuesten Facebook-Entwicklung....<

Da wird der  Mensch als stör-anfälliges Instrument unter besondere Beobachtung gestellt und funktions-gestörtes erneuert .

In dieser Logik ist sowohl die Agenda 2010 wie auch die marktkonforme  Demokratie im zweiten Schritt eine logische Anpassung an das System.

Dumm nur das sich im globalen Markt der Finanzsektor und internationale Konzerne schon längst positioniert haben während demokratische Nationen noch nach dem gemeinsamen Nenner suchen !

Letztlich  gewinnt man als Bürger den Eindruck das der Kommunismus an mangelnder Wertschöpfung gescheitert ist, der Kapitalismus  in seinem übersteigerten Gewinnstreben zu zerbrechen  droht - und der demokratische Sozialismus als einziges nachhaltiges System gerade verkauft wird .

Nun wird die Politik zur Geisel ihrer eigenen bürokratischen Quoten-Logik und stellt zunehmend fest das sie zwischen wirtschaftlichen Interessen und politischen Anspruch zerrieben wird.

Ein gefährlicher Wettlauf hat begonnen!

http://www.sueddeutsche.de/medien/rumoren-um-maischberger-sendung-ungebetener-gast-1.1624885

http://www.nzz.ch/aktuell/sport/uebersicht/ringen-soll-2020-gestrichen-werden-1.17997772

Blog  kommentieren: http://streets-of-shadows.jimdo.com/2013/06/11/die-quotendiktatur-und-der-st%C3%B6rfaktor-mensch/

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 18. Juni 2013 um 13:10 Uhr  

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