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Warum die PSOE stärkste sozialdemokratische Partei Westeuropas ist

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Während Sozialdemokraten in Deutschland, Frankreich, England und Italienin ein Desaster schlittern, können Spaniens Sozialisten trotz galoppierender Krise und einer Arbeitslosigkeit von annähernd 20% ihre Position bei Wahlen und Umfragen behaupten.

 

Wie kann das sein?

Haben sie den charismatischsten Führer?

Die stärkste Parteiorganisation?

Sind sie, anders als die Genossen in den Schwesterparteien, in der Lage die Massen durch gute Politik zu überzeugen?

Sind sie einfach die wahren Sozialdemokraten und deswegen automatisch erfolgreich?

Diese Fragen sind eindeutig zu einfach gestrickt, damit sie Auskunft über einen komplexen Umbruch Europas beschreiben könnten.

Wenn wir die Diskussion der letzten Monate über den Niedergang betrachten, dann stellen wir fest, dass man den Grund lediglich in der mangelnden Mobilisierung der Wählerschaft sucht.

Nur selten versucht man sich mit dem Gedanke auseinanderzusetzen, dass sich die Wählerstrukturen in einem tektonischen Wandel befinden.

Und schon gar nicht macht man sich darüber Gedanken, ob nicht die Mitglieder der sozialdemokratischen Parteien eine abgekapselte Menge politisch interessierter Menschen ist, die die gesellschaftliche Realität nicht erkennt.

Oder ist es doch die komplette Entpolitisierung der abhängig Beschäftigten?

Wie sonst lässt es sich erklären, dass sich ein Staatsoberhaupt wie Berlusconi vollkommen von allen sittlichen und moralischen Werten abendländischer Kultur verabschiedet und trotzdem unangefochtener Führer seines Landes bleibt.

In Großbritannien beobachten wir wiederum das Ende eines Regierungszyklus, wobei wir Labour, wenn wir ehrlich sein wollen, diese nicht mehr zu den Sozialdemokraten zählen können.

In Wirklichkeit befindet sich diese politische Gruppierung nur noch als verkümmerter Flügel am linken Rand.

Und Frankreich?

Sarkozy zerschmettert die Linke mit Leichtigkeit.

Den einfachen Franzosen erfüllt es mit Stolz, wenn Ihr Staatsoberhaupt die Titelblätter bunter europäischer Frauenzeitschriften erobert. Voilà. Glamour statt Gleichheit.

Und die SPD?

Sie droht die 20% Hürde nach unten zu durchbrechen.

Ist die PSOE nun unser Vorbild?

Sollten wir sie schnellsten kopieren und dann wird alles gut?

Wir sollten das nicht tun, denn Spanien befindet sich anders als Mitteleuropa immer in einem anderen, eher verzögerten Zyklus.

Der Grund dafür liegt in der späten Einführung der Demokratie.

Zwar besitzt der kulturelle Wandel Spaniens seit Francos Tod in ein rasantes Tempo, aber nirgendwo in Europa, außer neuerdings in Italien, ist der Einfluss der Postfaschisten in der konservativen Volkspartei so groß wie in der PP (Partido Popular).

Das abstoßende Auftreten dieser kleinen Francos, mit ihrem großkotzigen Gehabe, mobilisiert die spanische Wählerschaft fast automatisch.

Das Ergebnis ist die Stärkung der restlichen Parteien, vor allem aber der PSOE, weil sie die stärkste überregionale Kraft ist.

Wir sollten die PSOE nicht kopieren, weil sie keine modernen Antworten für aktuelle Herausforderungen benennen kann.

Jedenfalls nicht mehr als es die Schwesterparteien bereits anbieten.

Nur eine Sache sollten sich alle genau anschauen und dringend nachahmen.

Die Kontrolle über die Flügelkämpfe.

Während vor allem in Frankreich und Deutschland die Selbstzerfleischung krankhafte Dimensionen angenommen hat, widmen sich die spanischen Sozialisten der Tagespolitik, auch wenn sie die dramatische Talfahrt nicht aufzuhalten wissen.

PSOE

 

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