Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Neuigkeiten So waren wir und werden uns nicht ändern

So waren wir und werden uns nicht ändern

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Waren wir eigentlich die Antimacher, die No- Schlipsträger die so viel mehr wissen wollten?

Wir öffneten uns der Kultur und nahmen das mit was sich anbot und dabei lernte nicht nur ich Menschen kennen, Menschen zu denen man Freundschaften entwickelte.

Kultur verbindet und man befindet sich wie auf einem Schiff in rauer See, vor Neugier kennt man kaum das Ziel, dabei sein war alles.

In der Zeit war der Leierkasten in der Kreuzberger Zossener Straße eigentlich unser Heimathafen, spielten dann noch die Kreuzberg Stompers „Ice Creme“, dann wussten wir hier waren wir Zuhause.

Zuhause war hier Kurt Mühlenhaupt, der wuchs mit der Kunst über sich hinaus, malte und entwarf Plastiken, wagte sich an Materien heran und es war eine Wohltat Kurt Mühlenhaupt bei der Arbeit zu zusehen.

Hier gehörte einiges zusammen, die Heilig Kreuz Kirche am Blücherplatz und das Herbstkonzert der Otto Sinfoniker, wir schätzen denn wir wussten, das waren überwiegend die Juristen aus der Blechlaube der FU, sie gaben sich den Namen Otto, weil sie in der Ottostraße probten.

Hier war auch die Bergmannstraße, da gab es die Höfe wo als das Kreative Gestalt annahm, die kleinen Werkstätten und man traf immer wieder Menschen, die so waren wie man sie sich wünschte.

In der Tat, Gitte Haennings kann jazzen und damit begeistert sie ein ganz anders Publikum, dabei erzählt sie mehr aus ihrem Leben.

Erzählungen zuhören sowie Lesungen verfolgen, etwas was nie aus der Mode kommen sollte und was im Gedächtnis bleibt, Otto Sander las aus dem Todemschiff und Otto Schily kam zu spät, Sander blickte hoch und sprach „ Guten Abend Herr Schily“, war eigentlich alles normal.

Man lernte Menschen kennen und man sah sie wieder, vor einigen Jahren im Lapidarium am Landwehrkanal, den älter gewordenen Coco Schumann, der immer noch jazzte.

Coco Schumann ein Stück des anderen Deutschlands, einer der die Hölle von Auschwitz überlebte und dem die Musik am Leben hielt.

Wir wagten es, wir taten mehr und brachten uns ein, 2 Lieder in die Tasten des Klaviers im Leierkasten waren immer drin, in der Zeit wo die Trödelmärkte den ersten Galerien wichen.

Wo Bilder ausgestellt wurden von Künstler, die uns bekannt waren, wir kannten sie aus Hertha Fiedlers kleiner Weltlaterne.

Das spornt an und das gibt einem Mut, man wird aktiv läuft mit Skizzenblock und Kamera durch die Straßen seiner Stadt.

Die Kamera war etwas Besonderes, wer besaß schon eine Voigtländer mit dem Faltenbalg, man lieh sich die aus und man knipste nicht nur, sondern suchte Motive.

Das wurde zu einer Welt, saß man Quartier Latein hörte man eigentlich oben im Saal Albert Mangelsdorf, suchte man den bekannten Fotograf.

Man war dabei, wenn dann beim Bier eine Etage tiefer, Emil oder Albert Mangelsdorf über ihr Leben erzählten, über ein Überleben in Deutschland unter dem Hakenkreuz.

Wir wollten links und frei sein, wollten auf den Monte Klamotte, so wie es Wolf Biermann besang, „ trotz Magistratsverbot“, wir liefen den Landwehrkanal entlang, erkannten alle Stationen, die Günther Grass in den Hundejahren beschrieb.

Wir wollten auch den Zahnarzt finden, mit dem Grass auf dem Ku Damm in seinem Buch über den 17. Juni immer unterhielt, nur einen Dackel verbrennen das wollten wir nicht.

Brecht hatte es uns angetan, Brecht sang nur Gisela May, denn Brecht gehörte für uns ins Berliner Ensemble.

Ostberlin war für uns so als würden wir einer alten Frau unter dem Rock gucken, aber Brecht im BE musste sein.

Wir hatten nämlich Lunte gerochen, wir wussten Chris Barber im alten Friedrichstadtpalast ist kaum etwas für FDJ Ohren, da wird man ganz andere Menschen treffen. Chris Barber in der Friedrichstraße und wie das verband, auf eine ganz besondere Art.

Die Jazztage in Berlin und das Mitternachtskonzert in der Philharmonie, Woody Herman das vergisst man nicht und man vergisst auch nicht den Donnerstag davor, das Eröffnungskonzert als Odetta die Saiten rissen und sie großartig weitersang.

Eigentlich führten wir uns grenzübergreifend, denn man öffnete das Herz, zu der Zeit fanden in der Meistersinger Halle zu Nürnberg die Ost/West-Jazzkonzerte statt, man war sich sicher, dort findet man jemand bei dem man übernachten kann und es war meistens so, wie freuten uns auf die Musiker aus Polen, Urbaniak und Stanko.

Da fand etwas statt, was verbindet über Grenzen hinweg und das waren die Grenzen der Menschen im Kopf.

Das dauerte einige Zeit bis das alles in Deutschland westliche Provinz ankam, es kam an und mitunter erreichten mich Einladungen.

Jazz auf Burg Altena an der Lenne, eine Reihe die ohne den unermüdlichen Einsatz des Altenaer Zahnarztes Bohnsack nicht möglich gewesen wäre, hier experimentierte man und hier in der westfälischen Provinz jazzte Friedrich Goulda.

Danach zog das Konzert um in die Balver Höhle und irgendwann geriet es in Vergessenheit.

In Frankfurt am Main war es anders, die Frankfurter Szene der Jazzer und der Hessische Rundfunk, mein Gott ich saß im Funkhaus am Stern und sollte Spickzettel reichen, danach das Konzert am Samstagabend im Palmengarten, man traf sich wieder, die Familie war fast komplett.

Des Sonntag wollten wir auf die Saalburg und tauschten Erinnerungen aus, bewegen heißt am Leben teilnehmen , denn nur wer teilnimmt gibt anderen Mut.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 02. Juli 2013 um 03:21 Uhr  

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 335
Beiträge : 5750
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 14244020

Verwandte Beiträge