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Der Widerspruch

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Machen wir uns an die Arbeit, dem zu widersprechen was allgemein behauptet wird: „Die Generation ohne Statussymbole“.

Es tollkühn diese Behauptung so widerspruchslos im Raum stehen zulassen, denn diese Generation hat andere Statussymbole und die wiederum stehen im Gegensatz zu denen ihrer Eltern bzw. Großeltern.

Diese angebliche Generation ohne Statussymbole ist mitunter gebildeter und zeigt den Weg in ein gesellschaftliches Neuland.

Ein Weg ist die Wiederentdeckung der Stadt, eine neue Generation entdeckt das Leben in der Stadt und nimmt für sich einiges in Anspruch.

Diese Generation brach mit hergebrachtem Denken, ihr Statussymbol ist nicht mehr das eigene Auto, der Hang zum Leben bekommt damit einen anderen Sinn.

Man gibt sich freier, aber nicht neoliberal gepresst dem Konsum hin, man wohnt anderes, man weiß über seine Bildung, beherrscht mehrere Sprachen und kann sich verständigen und einbringen.

Man kann auch durchaus verdrängen, denn man nutzt Situationen und gibt sich dabei keine Blöße.

Eigentlich hat diese Generation etwas erkannt, dass der techn. Fortschritt Auto in der Stadt zum Nervenspiel wird, man verweigert sich der Parkplatzsuche und wird nicht nur damit der Herr über seine Zeit.

Man koppelt also die Tradition des städtischen Lebens mit der Kraft der Alternative, indem manches in Frage stellt.

Damit vollzieht man etwas, indem man sich Optionen offenhält, man kann das nicht als das berühmte „verweigern“ bezeichnen sondern sollte das als eine gesellschaftliche Offerte ansehen.

Denn diese Generation ist nicht kleinlich, nicht sparsam sondern durchaus selbstbewusst, nur die Werte nach denen man strebt sind andere geworden.

Aufgrund ihrer Bildung ist diese Generation internationaler geworden, die durchaus erkennbaren temporären Beziehungen eröffnen Möglichkeiten des Austausches von Ideen und Erfahrungen.

Diese Generation wird sich dem Ballermann verweigern, sie werden kaum auf national gepressten Volksfesten sich einfinden sondern sind in einer Epoche der gesellschaftlichen Pioniere.

Diese Pioniere wagen etwas, sie experimentieren zwischen Wohnen und Arbeiten und damit quittieren sie die Art des Lebens ihrer Eltern eine Abfuhr, denn sie haben andere Ziele.

Sie streben nicht nach den Symbolen des Neoliberalismus, sie pfeifen auf Zetsches Erneuerungen, fühlen sich von Winterkorn gar nicht angesprochen und sehen Kampa Twon als Laubenpieperkolonie.

Wer meint diese Generation sein nicht kapitalstark, der ist entweder noch immer berauscht vom DAX Wert oder kommt schwankend vom Oktoberfest.

Denn wahrhaftig setzt die neue Generation ohne die Symbolwerte ihrer Eltern ihr Kapital anders ein, sie haben sich wesentlich anders eingerichtet, verfügen über ein Netzwerk und können einigen ein politisches Kontra geben, denn sie sind informiert und können damit etwas anfangen.

Es ist nicht eine isolierte Alternative sondern es sind junge Menschen die wagen die Stadt als Bürger zu gewinnen.

Das macht die Sache spannend, denn es entwickelt sich eine neue Art einer dynamischen Ökonomie.

Die wiederum den Kapitalismus, so wie wir ihn kannten in die Breitseite fährt, man pfeift auch Statussymbole aus Sindelfingen und den Maßkrug aus Weihenstephan sondern möchte das Leben genießen und sich nicht den Genuss vorschreiben lassen.

Es geht also um das Selbstbewusstsein dieser Generation, die nicht mehr in den Eigenheimen ihrer Eltern vor den Toren der Stadt ihre Nächte verbringen will, in Bahn und Bus pendeln, sich den Tagesablauf diktieren lassen und von privaten Fernsehanstalten sich berauschen lassen, sondern mittels eines Selbstbewusstseins einen anderen Weg zu wagen.

Diesen Weg wagen viele, etliche werden ihn beschreiten und wiederum andere bleiben auf der Strecke, allerdings sind die, die es wagen heute wesentlich unabhängiger als wir es vor 30 Jahren waren.

Ihre Unabhängigkeit eröffnet Optionen für ein temporäres Leben, das ist eine Folge von wesentlich intensiverer Allgemeinbildung.

Im Schnitt verfügt diese Generation mit mehr als 70% über die Hochschulreife, ein Beweis dafür, dass die Bildung sich lohnt.

Es sind überwiegend junge Akademiker, von denen sind statistisch weniger als 5% arbeitslos, die ersten Berufsjahre trennt jene und der überwiegende Teil hält sich eine Option offen.

Statistisch wiederum sind Hartz IV Empfänger unter dieser Generation eine Ausnahme, wobei jeder Dritte bereits arbeitslos war.

Das ist eine Variante, sich mittels des Netzwerkes sich wieder einzuschleusen, die Macht der Möglichkeiten öffnen.

Interessant ist dabei folgendes: Bisher gelang es noch keiner politischen Partei sich dieser Generation zu öffnen, sieht man einmal von Gerhard Schröders Versuch zum Auffinden der Neuen Mitte ab, eigentlich ist diese Gruppe in unserer Gesellschaft liberal.

Sie besetzen die klassischen Werte des Liberalismus, nur die neoliberal geprägte FDP weiß nichts damit anzufangen.

Das Gedankengut der FDP kommt hier nicht an, man prägt zwar die Alternative nur ist die aber nicht grün.

Zwar neigt man dazu von einem liberalen innerstädtischen grünen Trend zu sprechen, doch das ist ebenso vereinfacht wie unreal.

Es ist eine durchaus selbstbewusste neue Klasse entstanden, eine die mitunter links denkt aber wenig mit den Zielen einer sich im Postliberalismus verstrickten SPD gemeinsam hat.

Nur wenn die Sozialdemokratie es wagen würde, Offerten zu erstellen könnten sichtbare Tangenten erfolgen, das hieße aber das Wachstum anders zu umschreiben und die eigentlichen Werte in einer Skala des Lebens dazustellen.

Für diese Generation ohne die Symbolwerte ihrer Eltern ist mancher Orts die SPD wie der Gartenverein in der Kolonie der blauen Pflaume.

Das kann doch wohl nicht wahr sein, deshalb sollte die Pflege des Images von Personen in der SPD einer Wandlung unterzogen werden.

Sich bekennen zum Menschen in einer veränderten Umgebung würde vieles vereinfachen.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 04. August 2013 um 03:24 Uhr  

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