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Die Granden und ihre Genossen

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Die Granden und ihre Genossen.

Berliner Liebesbriefe

Die SPD-Zentrale überschüttet ihre Mitglieder mit Werbung für die große Koalition.

Ein paar Mails liegen schon in meinem SPAM-Ordner.

Reklame für die Lust an der Macht.

Die Koalitionsverhandlungen sind so langweilig, dass sich kaum noch von den Medien kolportiert werden.

Ein bisschen PKW-Maut, doppelte Staatsbürgerschaft, Gabriel soll Vize-Kanzler werden und Nahles raunt, dass es vielleicht doch Steuererhöhungen für Spitzenverdiener geben wird.

Daneben diese irritierenden Bilder von glücklichen SPD-Politikern, die mit der Kanzlerin um die Wette lächeln.

Was für eine Show, was für eine Langeweile.

Ganz zu Recht trifft dieses Theater auf wenig Aufmerksamkeit.

Ganz anders sieht es in meiner Mailbox aus.

Fast täglich bekommt man als SPD-Mitglied einen Liebesbrief der Generalsekretärin, wie hart man gerade verhandelt, dass die Mitglieder doch bitte ihre Adressen aktualisieren sollen, weil alle Änderungen nach dem 13.11. nicht mehr berücksichtigt werden können, der logistische Aufwand der Mitgliederbefragung sei gewaltig.

Öde und bedrückend erlebt man diese Verhandlungen, während im Bundestag eine angeblich linke Mehrheit aus SPD, Grünen und Linken vor sich hin schmort und mutmaßlich auf einen marginalen Anteil verkleinert sein wird, wenn die Verhandlungen im Dezember zum Erfolg gekommen sind.

Noch bedrückender wird es, wenn man weiß, dass die große Koalition schon seit 2012 die Peilmarke ist an der sich die SPD-Fraktion im Bundestag orientiert hat.

Es gab mutmaßlich sogar schon Entwürfe für Koalitionsverhandlungen mit der CDU etwa 6 Monate vor der Bundestagswahl!

Ich kenne die Beweise nicht, weiß aber, dass ein großer Teil der SPD-Abgeordneten schon lange vor der Bundestagswahl fest mit einer großen Koalition gerechnet haben.

Die rotgrüne Koaltion war spätestens ab dem Zeitpunkt, als der neoliberale Kanzlerkandidat Steinbrück ins Rennen gebracht wurde, kein glaubwürdiges Ziel mehr.

Erinnern wir uns, dass der Wahlkampf bei den Grünen von den Parteilinken Trittin und Roth geführt wurde.

Nun hoffen diejenigen, die es begriffen haben, auf die Mitgliederbefragung und fürchten sich zugleich, dass viele Linke bei den Sozialdemokraten schon zu demotiviert sind, um noch einmal kräftig gegen diesen Aufstand der Granden gegen ihre Basis zu stimmen.

Sie fürchten, dass in den Gliederungen für den Koalitionsvertrag gestimmt wird, egal was drinsteht.

Der Parteikonvent hat schon die Weichen entsprechend gestellt und die Latte für eine schwarz-schwarz-rote Koalition niedrig gehängt.

Auch in manchen linken Gruppierungen, wie der DL21 kriselt es, was nichts Gutes zu Bedeuten hat.

Denn wenn die demokratische Linke, die wesentlich zum Parteiprogramm, wie es jetzt ist, beigetragen hat, in Frustration versinkt und bereits jetzt vermehrt Austritte zu beklagen hat, dann kann man sich vorstellen, dass sie nicht viele linke Parteimitglieder gegen die Koalition mobilisieren kann.

Dennoch haben die Granden große Angst vor ihrer Basis, was man schon an der täglichen E-Mail-Flut erkennen kann, die bereits für einfache Parteimitglieder aus der Zentrale schwappt.

Die rein machtmotivierte und sachlich und demokratisch durch nichts zu rechtfertigende Superkoalition wird nicht nur die SPD, sondern vor allem unsere demokratischen Prinzipien gegen die Wand fahren.

Unsere Granden ahnen das wohl teilweise und machen deshalb zur Zeit besonders hübsche Unschuldsmienen.

Macht nix, sie wollen doch nur ein bisschen mitregieren. Was ist daran schlecht?

Die SPD ist gerade im Begriff, die linke Mehrheit in Deutschland auszuhebeln und einmal mehr ein linkes Parteiprogramm zu verraten, nach dem Motto: „Wieso, habt ihr das etwas ernst gemeint, liebe Genossen"

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 14. November 2013 um 15:09 Uhr  

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