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Ein klärendes Wort zu meinem Erzfeind

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Etwas mehr zu meinem Erzfeind, denn er wurde zu einer Hassfigur in der deutschen Nachkriegspolitik genau zu der Zeit als Willy Brandt seine Ostpolitik ausweitete.

Damals bereits beschäftigte ich mich mal etwas näher mit meinem Erzfeind, er hatte in jenen Jahren einen Münchener Wahlkreis und saß für die SPD im Deutschen Bundestag, der und ich in der SPD, war so wie meine Faust auf sein Auge.

Alles was danach geschah, passierte so wie man es ahnt, der wechselte in die CSU und nahm sein Bundestagsmandat mit und damit wurde er auch zur Hassfigur für die Sozialdemokratie.

Eigentlich hätte ich ihn längst vergessen, denn er verstarb im Jahre 2006 und mit reichlicher Verzögerung folgte ein kühles Nachwort der Union, denn dort hatte man ihn auch schon abgeschrieben.

Er ging während der Wendejahre dem damaligen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl wohlweißlich auf die Nerven.

Umso interessanter war es nun für mich im Zeitmagazin vom 28. November 2013 den Artikel von Wolfgang Kaes zu lesen „ Nicht zu fassen“

In der Einleitung kommt der Autor Wolfgang Kaes direkt zur Sache: „Herbert Hupka- das war ein großer Name in der alten Bundesrepublik. 2006 starb der Vertriebenenpolitiker bei einem Sturz, seine Frau erlag später einem unbehandelten Lungenkarzinom. In der Wohnung, die sie mit dem Sohn teilte. Der ist spurlos verschwunden.“

Da fiel mir alles wieder ein, auch die Worte meines Pfarrers „ du sollst deinen Nächsten lieben- wie dich selbst.“

Deshalb werde ich mich nur auf Herbert Hupka beziehen und etwas weiter gehen als Wolfgang Kaes im Zeitmagazin.

Zunächst sollte ich klarstellen, Herbert Hupka war kein Nazi und auch nicht Mitglied einer Neonazi- Organisation, er war ein Schlesier, der nicht in Schlesien zur Welt kam.

Er war für mich ein Rückwärtsgewandter Nationalist, ein Vertriebenenfunktionär der zudem prominent war und mit dem sich Franz Josef Strauss schmückte.

Zudem war Herbert Hupka einer der Überläufer im Deutschen Bundestag, wo es um die Ostverträge ging, er lief zu Rainer Barzel und nahm sein Mandat mit.

Herbert Hupka und die Oder/Neisse Linie, Herbert Hupka wurde in den Reden des damaligen polnischen Staatspräsidenten Gomulka öfter erwähnt als Konrad Adenauer. Wer war dieser Herbert Hupka?

Die Familie Hupka, das sagt bereits der schlesische Nachname stammt aus Ratibor in Schlesien.

Nun war das schlesische Ratibor in der Weimarer Republik eine durchaus aufgeschlossene Stadt, das kann man nachlesen in den Erinnerungen des großen Rabbiners Leo Beck, der hier unweit von Ratibor seine erste Gemeinde übernahm.

Trotzdem waren Leo Beck und Herbert Hupka sehr unterschiedlich, aber beide hatten fast gleiche Wurzeln innerhalb des Glaubens.

Herbert Hupka wurde geboren am 15.August des Jahres 1915 in einem britischen Internierungslager auf Ceylon, die Familie Hupka befand sich auf einer Reise nach China als sie von den Briten aufgegriffen wurden.

Herbert Hupkas Vater verstirbt noch auf der Heimreise nach Deutschland, er wächst also als Halbwaise im schlesischen Ratibor auf.

Die Stadt war eigentlich an der Grenze zum habsburgischen und kath. geprägten Schlesien, die Familie Hupka war katholisch und schon in dieser Zeit gab es Auseinandersetzungen innerhalb der katholischen Kirche Schlesiens.

Der kath. Kardinal August Hold betrieb im poln. Teil von Oberschlesien eine Polonisierung, die er ohne Zustimmung des Vatikans nach 1945 aktivierte.

Zurück zu Herbert Hupka, der studierte anschließend Germanistik, Geschichte und Geografie.

Man sollte dabei immer erwähnen, dass Herbert Hupka während der Nazi- Zeit Repressalien ausgesetzt war.

Zunächst blieb er ein gläubiger Katholik und ein republikanischer Nationalist, er hielt der Zentrumspartei die Treue.

Dazu kam der Stammbaum seiner Mutter, ich erwähnte bereits die große und aufgeschlossene Jüdische Gemeinde unter dem Rabbiner Leo Beck in der Gegend um das schlesische Ratibor, Herbert Hupkas Mutter war jüdischer Abstammung.

Vielleicht deshalb zog die Hitler- Wehrmacht erst Anfang 1944 Herbert Hupka ein, seine Mutter inhaftierten die Nazis in Theresienstadt, interessanterweise wirkte auch hier bis zu seiner Befreiung Leo Beck.

Nach der Verhaftung seiner Mutter wurde Herbert Hupka unehrenhaft aus der Wehrmacht ausgeschlossen, vielleicht rettete ihm das sein Leben.

Ratibor wurde im Frühjahr 1945 von der Roten Armee eingenommen und man begann das Potsdamer Abkommen sofort in die Tat umzusetzen, Schlesien wurde also polnisch.

Eigentlich war das etlichen Schlesiern einerlei, denn ein Schlesier ist zunächst Schlesier und das bleibt er auch.

Es passierte aber mehr, Polen hatte Vertriebene aus Ostpolen was jetzt zur Sowjetunion gehörte und genau die siedelte man in den Westgebieten an.

Hier schaffte Kardinal August Hold Tatsachen und bezog sich auf den Vatikan, der aber davon nichts wusste, er betrieb eine Polonisierung der kath. Kirche.

Für Nationalisten, wie es Herbert Hupka nun einmal war gab es kein Zurück mehr, er schlug sich nach Theresienstadt durch und fiel seiner Mutter in den Armen.

Sie hatte ebenso wie Leo Beck die Inhaftierung überlebt, Leo Beck ging zu den Amerikanern, Herbert Hupka und seine Mutter flüchteten nach Bayern.

München wurde zur Heimat der Familie Hupka, Herbert Hupka findet zum Bayrischen Rundfunk und bildet hier selbst eine Familie.

Ende der 60. Jahre wird Herbert Hupka der Präsident der Landsmannschaft Schlesien und damit beginnt das Unheil, nach dem Wahlsieg von sozial/liberal zieht der Münchener SPD Kandidat Herbert Hupka in den Deutschen Bundestag in Bonn ein.

Dazu muss man etwas mehr sagen, denn diesen Teil in der damaligen SPD den auch Herbert Hupka verkörperte war immer noch im Herzen in der kath. Zentrumspartei, sie hatten es Adenauer übel genommen diese Republikaner zu opfern, demzufolge stand solchen kurzfristig die SPD näher auch wenn sie nicht mit vollen Herzen dabei waren.

Herbert Hupka sprach eigentlich damals schon in 2 Sprachen, die kaum zueinander fanden, er redete als Vertriebenenpolitiker anders als der Sozialdemokrat Hupka.

Hupka verließ die SPD Bundestagsfraktion 1972 unter lauten Protest, es ging damals um die Zustimmung des Warschauer Abkommens.

Er wechselte also die Seiten und man sah in zusammen neben Franz Josef Strauß im Bundestag und ebenso oft im Kreise des stockkonservativen ZDF Moderator Gerhard Löwenthal.

Zunächst präsentierte ihn der konservative Teil der CDU/CSU unter Rainer Barzel Hupka wie ein Juwel, Hupka lief zu persönlichen Höchstformen auf den Vertriebenentagen auf und damit reizte er fast eine ganze Generation.

Noch im Jahr 1985 plärrte er auf Vertriebenentagen, in einer Zeit wo bereits der Wandel in Polen begann und wo im Vatikan der Kardinal aus Krakau auf dem Heiligen Stuhl saß, ein Herbert Hupka passte also nicht mehr in die Politik eines Helmut Kohl.

An Herbert Hupka war der Zeitgeist vorbei gezogen und er bemerkte es kaum, 1987 schied er sang und klanglos aus dem Deutschen Bundestag aus, man weinte ihm keine Träne nach.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 07. Dezember 2013 um 04:12 Uhr  

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