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Weg von der Funktionärspartei

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Die politische Unlust von Funktionären lässt sich im Wahlkampf erkennen und bei jeder Wahlnachlese wird dieser Punkt leider ausgeklammert.

Es ist nicht die Unlust an der eigentlichen Politik aber es ist die erkennbare mangelnde Bereitschaft unter Funktionsträgern sich einzubringen, sich einzusetzen für die Sache und für den Kandidaten, man muss nämlich dazu Farbe bekennen und Stellung beziehen.

Können gewählte und im Amt bestätigte Funktionsträger eigentlich Stellung beziehen zu Themen und Fragen die der Bürger auf der Straße stellt?

Mitunter gilt der Eindruck, etliche Funktionsträger in der Partei halten sich für den eigentlichen Kandidaten und meinen besser zu sein und quittieren das mitunter durch ein konsequentes Fehlbleiben in Diskussionen.

Wie scheu sind gewählte Funktionsträger in den Ebenen der Partei wenn es um Wählerstimmen geht, können sie überhaupt noch ihren Standpunkt öffentlich darstellen oder fürchten sie sich vor der Öffentlichkeit?

Man nennt dieses Verhalten das Agieren der willigen Masse, die um Ämter sich bemüht, sie grenzen sich demzufolge selbst aus. Sie lähmen nicht nur offensive Wahlkämpfe innerhalb der Auseinandersetzung sondern bleiben auch den Info- Ständen fern.

Der Info- Stand ist die eine Sache, das direkte und unmittelbare Gespräch das eigentliche Hauptanliegen in der politischen Transformation.

Man muss dazu allerdings zunächst willig sein und dann die Regeln der Diskussion beachten.

Das unmittelbare Gespräch ist das A und 0 im politischen Transformationsprozess, spricht man einen besonders an oder zieht man mehrere ein?

Antwortet man auf alle Fragen oder gibt man sich erkennbar ehrlich und sagt: „das weiß ich nicht“.

Wie viel Nichtwissen kann man vermitteln, wann wird die Ehrlichkeit überfordert?

Mit all diesen Problemen lassen mitunter all die Funktionsträger der Partei den oder die Kandidatin auf der Straße im Regen stehen.

Das liegt allerdings nicht nur an den Ortsvereinen, teilweise findet in diesen die justierte Diskussion zum Wohl der Funktionäre statt, die Steigerung wäre dann dazu die freie Diskussion mit dem Bürger am Info- Stand.

Die wird denen also gar nicht gefallen, es geht also um die Wiederbelebung der offenen Diskussion und daraus folgt sich dieser zu stellen.

All das wiederum setzt Wissen voraus, nicht das Wissen „ wie kann ich was in der Partei werden?“, sondern Informationen über Themen in unserer Gesellschaft.

Damit sind wir beim Thema, die Wiederentdeckung der Gesellschaftswissenschaft müsste das Anliegen Aller sein.

Denn diese Gesellschaftswissenschaft ist eine breitgefächerte und nennt die Tiefen der Zusammenhänge, benennt die politische Strömung und zeigt eine vorhandene Analyse.

Der reine Parteiprogrammanbieter hat mitunter kaum etwas von der in der Gesellschaft bereits vollzogenen Analyse mitbekommen und das wiederum quittiert der Bürger als jene Nichtbeachtung seiner eigentlichen Probleme.

Die Probleme in unserer Gesellschaft sind vielseitig und ebenso vielschichtig, manche lassen sich kaum in ein Schema pressen. Die allgemeine Überschrift kann lauten: „Wir benötigen Hoffnung“.

Diese Überschrift „Wir benötigen Hoffnung“ lässt sich quer durch alle sozialen Schichten der Gesellschaften setzen und damit operierten die Konservativen unter Angela Merkel erfolgreich, man ersetzte die Hoffnung durch den politischen Kurs und das ergab ein „Weiter so“.

Die gesellschaftliche Analyse besagt aber etwas anderes, nämlich die in der Gesellschaft verbreitete Angst vor dem sozialen Abstieg, in einer Zeit wo die Technik an rasanter Fahrt aufnimmt und wo andererseits Berufserfahrung immer wieder angepasst werden muss.

Der Faktor „Stabilität“ gilt bereits mehrere Jahre nicht mehr in der Arbeitswelt, er wurde von den neoliberalen Tagelöhnern ersetzt durch „Flexibilität“ und damit untergrub man ein vorhandenes Vertrauen.

Man spielte somit mit dem Vertrauen der Bürger, die einer Stabilität vertrauten und damit planten.

Uns fehlt der planbare soziale Aufstieg, uns fehlen in der Arbeitswelt der berufliche Erfolg und dazu die finanzielle Absicherung, die man mal Anerkennung nannte.

Den Bürgern fehlt nicht der Wille dazu und wahrhaftig sind etliche jüngere Menschen heute wesentlich gebildeter als vor 3 Jahrzehnten, es fehlt ihnen allerdings eine Perspektive.

Man kann durchaus Vergleiche heranziehen, in Regionen wo diese fehlende Perspektive offensichtlich ist, werden politische Parteien zu Randerscheinungen im gesellschaftlichen Leben, der erste Indikator dazu ist die mangelnde Wahlbeteiligung.

Analysiert man das einmal so sind es gerade diese Jahrgänge die sich der Demokratie verweigern, die aber andererseits wissen wen sie damit treffen, denn ungebildet sind sie nicht.

Sagen wir ruhig die Wahrheit an diese Menschen wird kaum ein Ortsvereinsfunktionär heran kommen und etliche werden es auch nicht wagen.

Man darf das also als das Manko der vorherrschenden Funktionärsdemokratie bezeichnen, das kann natürlich umschlagen.

Wie verhalten sich Funktionäre der unteren und mittleren Parteiebene vor Ort, wenn Bürger die sich einerseits den Parteien entsagen sich aktiv in der Zivilgesellschaft formieren?

Der jeweilige Kandidat der Partei wird das Gespräch suchen, nur werden ihm die Funktionäre nicht folgen und damit ergibt sich mancher Orts ein Fiasko.

Hatten wir, der Bischof folgte der Demo und die Gemeinde betete in der Kirche, 9.November 1998 in Berlin selber erlebt.

Gleiches gilt vor Ort für fast alle Ortsvereine, sich weniger justieren lassen und mehr politisieren könnte die Alternative sein. Wie viel Mut hat die schweigende Mehrheit in der SPD?

Könnte man von diesen mitunter 60 oder 70% nur 5 bis 10% aktivieren würde mancher Funktionär auf einem Feuerstuhl sitzen.

Mehr Demokratie wagen, geht alle an, der der mehr Demokratie wagt wird immer andere herausfordern und eigentlich genau deshalb trat man ja eine Partei ein.

Sich also bewusst werden, warum man sich zu einer Partei bekennt, heißt noch lange nicht sich justieren zu lassen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 08. Januar 2014 um 04:00 Uhr  

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