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Mal wieder neugierig werden

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Wir sollten uns der alten Tugend erinnern, „neugierig sein und nachfragen,“ etwas mehr verlangen als sich mit Fakten zufrieden geben.

Vor 100 Jahren brach der 1. Weltkrieg aus, wir sollten diese Entwicklung untersuchen, die Machtblöcke analysieren, das Versagen der Diplomatie herausstellen und uns der Zeit vor dem Mord in Sarajewo widmen.

Zuvor gab es Kriege, davon 3 auf dem Balkan, die Bombardierung Libyens und die Marokko Krise, doch was verstanden wir eigentlich vom Leben der Menschen in dieser Epoche auf dem Balkan?

Dazu sollten wir uns die Zeit nehmen uns dem großen Dichter Jugoslawiens zu widmen.

Die Rede ist von Ivo Andric, der für seinen Roman „die Brücke über die Drina“ im Jahre 1961 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Ivo Andric gilt nämlich als der Brückenbauer nicht nur zwischen Ost und West sondern auch zwischen Orient und Okzident , sein Roman „ die Brücke über die Drina“ erzählt die Geschichte einer Brücke über den Bergfluss Drina in der Nähe der bosnischen Stadt Visegrad, also nahe der Grenze zu Serbien.

Es erzählt Jugoslawiens großer Dichter, der im Jahr 1892 in Travnik das Licht der Welt in einem kroatischen Elternhaus erblickte.

Der im bosnischen Visegrad die Volksschule in der Doppelmonarchie besuchte, der danach auf das Gymnasium nach Sarajewo ging. 1918 gründete man das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, in der Hauptstadt des Königreiches Belgrad ließ sich Ivo Andric nieder und arbeitete.

Er wechselte dabei die Sprache, denn er war der Kroate der in Bosnien aufwuchs und nun in Serbien wohnte und in dieser Eigenschaft wurde er zu einem Bekenner jener Idee der staatlichen Einheit der Südslawen.

Im Jahre 1921 trat Ivo Andric in den Dienst des Staates Jugoslawien, zuvor war er verhaftet worden wegen national- revolutionärer Tätigkeiten, danach studierte er in Wien, Graz und Krakau.

Er diente dem Königreich Jugoslawien mehr als 2 Jahrzehnte und arbeitete an allen Botschaften des Staates in den westeuropäischen Hauptstädten, da verfasste er eine Denkschrift zur Nordalbanienfrage.

Diese Denkschrift machte ihn mehr zum Literaten, interessant wird es im Jahr 1939.

Der König von Jugoslawien ernennt Ivo Andric zum Gesandten der Botschaft in Berlin.

Eine durchaus merkwürdige Situation, Auf dieser Seite Ivo Andric der in seinen Schriften immer wieder die Grausamkeiten gegen Menschen auf dem Balkan anprangerte, der die Unterdrückung im Detail beschrieb und von der Gewalt fremder Mächte sprach, auf der anderen Seite das Regime des Adolf Hitler in Berlin wo Gewalt all gegenwärtig war.

Zudem plante man in der Reichskanzlei bereits das Königreich Jugoslawien zu zerschlagen, brisanter konnte der Posten des Gesandten nicht sein.

Am 6. April 1941 überfiel die Wehrmacht das Königreich Jugoslawien und Ivo Andric Gesandtschaft in Berlin gab es nicht mehr, er kehrte nach Belgrad zurück und erlebte ein Belgrad unter dem Hakenkreuz.

Er zog sich mit der Literatur zurück, denn es ist nicht bekannt dass er zu den untereinander verfeindeten Widerstandsgruppen Kontakte hielt.

Erst im Jahre 1945 nachdem die Sozialistische Republik Jugoslawien entstand, legte er mit einem Schlag 3 Bücher vor und ein Buch davon war „ die Brücke über die Drina“.

Dieser Roman übertraf alle Erwartungen, denn es waren nicht Personen im Mittelpunkt sondern die Menschen in Bosnien um eine Brücke über einen Bergfluss über Jahrhunderte.

Er beschreibt den Fluss und die Menschen am Fluss, dann folgt die grausame Epoche der Bauarbeiten zur Errichtung der Brücke unter der Regie der Osmanen.

Er berichtet von den korrupten Menschenschindern, er erzählt auch vom segensreichen Plan der Osmanen vom Bau einer Brücke zum Nutzen aller Menschen.

Nur wie leiteten wenige den Nutzen anderer um und was geschah an der Brücke? 300 Jahre nach dem Bau der Brücke über die Drina kamen die Österreicher ins Land und dessen Truppen brachten fremde Menschen und eine andere Kultur mit.

Bosnien wurde beherrscht von deutschsprachigen Beamten und der Handel wurde ein anderer, die Dirna wurde zur Außengrenze der Doppelmonarchie zum Reich der Osmanen.

Er berichtet auch von Visegrad, in diese Stadt strömten die Zuwanderer und die Gewohnheiten der Bürger wurden eine andere.

Das waren nicht nur Frauen, der Schnaps und der Rum sondern auch der Fortschritt, man liest über den Eisenbahnbau, über die Elektrifizierung, über die Kanalisation, über die Durchführung einer Volkszählung und immer wieder liest man, wie selbstbewusster die Frauen wurden.

Nicht nur das, es kam auch jenseits der Grenze zur Vertreibung der Osmanen, die Flucht einiger Osmanen über die Drina zu den Österreichern, dabei kommt der serbische Nationalismus zur Sprache und das Überwachungssystem der Österreicher.

Es geht um Informationen, um käufliche Liebe, um das Glücksspiel, es geht um Schulden und Geschäfte, um Bildung sowie um serbische nationale Zirkel.

Die Brücke steht in der Erzählung immer im Mittelpunkt, man erlebt die Szene welche aus der Mobilmachung an der Grenze stammt, wo der österreichische Posten der aus der Weite von Ostpolen stammt die Frauen passieren lässt, was militärgerichtlich sein Todesurteil war.

Man erlebt hautnah wie sich Besatzer benahmen und wie sie sich zurück zogen, man wollte die Brücke zerstören.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 25. Januar 2014 um 04:14 Uhr  

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