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Ein Kontra der Show der Macher

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Es wäre an der Zeit, das Thema der eigenen Biografie in den Focus zu stellen.

Dabei gilt immer noch die Regel, viele Wege können zum Ziel führen, sich aber stets dabei vor Augen halten „wo kam man her und wie startete man und welche Etappenziele erreichte man?“

Zudem sich fragen, was einmal möglich war- gilt das heute noch oder sich wir nicht mittlerweile in Netzwerken verankert und abhängig geworden, so dass nur der sog. Erfolgreiche sich ungehindert darstellen kann und wiederum viele von uns gesellschaftlich als die Versager abgestempelt werden?

Unsere Gesellschaft ist in den letzten Jahrzehnten diesbezüglich rauer geworden aber auch ungerechter, denn was bedeutet erfolgreich zu sein?

Es galt mal die gesellschaftliche Regel, erfolgreich ist der im Leben der sich im Leben behaupten kann.

Das war einerseits richtig und eröffnete andererseits den sog. profilierten Einzelkämpfer Tor und Tür.

Leitet man daraus den vorliegenden Trend ab, so kann man erkennen „wir stehen an einer Schwelle“, für wiederum einige ist all der Bezug zum Humanismus und zur Sozialwissenschaft zum Ballast ihrer Biografie geworden.

Das heißt wiederum, der Leitstrahl zum Erfolg setzt die Verankerung und auch die Verantwortung außer Kraft, es fühlen sich nicht nur wenige nur des Erfolges wegen verantwortlich.

Damit kommt man zur Deutung von Einfluss und zur Anwendung der Macht, beides ist wesentlich moderner und systematischer geworden.

Erkennbar ist nicht die unmittelbare gesellschaftliche Klassifizierung sondern das gewisse Abheben und damit möchte man sich von anderen unterscheiden.

Diesen Unterschied erlebt man fast täglich, es nehmen sich vielleicht bereits zu viele in unserer Gesellschaft zu viel heraus, fordern einerseits für sich einiges und fühlen sich andererseits kaum gesellschaftlich verpflichtet.

Um das zu verstehen, sollte man das Prinzip der Parallelgesellschaft was eigentlich unterhalb der Durchschnittsgesellschaft sich entwickelte und sich sozial nach unten festigte umkehren, der gleiche Trend lässt sich nach oben feststellen.

Was immer auch die Gründe sein können, hier entsteht kein Vakuum sondern eine durchaus explosive Lage, denn etliche entfernen sich dabei von ihrer Verantwortung zur Allgemeinheit.

Bekanntlich können Außenseiter dort kaum einsteigen, in ihrer gesellschaftlichen Funktion aber ist das aber wiederum eine durchaus erfolgreiche Gilde von Außenseitern, die wiederum ihre eigene Biografie glätten und durchaus schön färben.

Hängt das wiederum mit unseren rasant endenden Epochen zusammen, in denen die klassischen Funktionen von Etappen nichts mehr gelten?

Es gibt sie nämlich nicht mehr, die sog. Leitern zum besserem Leben.

Die Firma oder der Betrieb wo der Mitarbeiter von der Pike auf an all das lernte was er später anwenden konnte, hat sich mittlerweile verlagert auf Epochen und die enden nach 5 oder 7 Jahren, dann entsteht nämlich etwas ganz anderes.

Mancher und durchaus gefragter Mitarbeiter wird dabei zum Verkäufer seiner Arbeitskraft, denn er muss lernen sich wieder neu zu platzieren.

Vor mehr als 40 Jahren gab es im Bergbau die Regel vom Knappen zum Schlepper, vom Schlepper zum Hauer und vom Hauer zum Steiger.

Das war das Sinnbild des wirtschaftlichen Aufstiegs der Bundesrepublik, denn in dieses Schema passten Epochen des Geldverdienens, der Weiterbildung und der beruflichen Erfahrung und damit funktionierte auch der wesentliche Teil unserer Binnennachfrage.

Diese Epoche ist vorbei und diese Art von Arbeitsbiografien findet man im Bergbau- Museum.

All das was danach versucht wurde, Erfolge zu konservieren waren temporäre Maßnahmen, die am Ende mitunter nicht die Mühe wert waren.

Dabei machte man sich allerdings nicht die Mühe, den eigentlichen sozialen Bezug der Menschen zu festigen, das bedeutet die Herausstellung von der allgemeinen Bildung und das bereits im Vorschulalter.

Das Interesse der Kinder wecken für die Vielfalt der Wissenschaften und dabei auf Entdeckungspfade miteinander gehen.

Dem Leben einen Sinn geben, sich zu entökonomisieren des Lebens wegen, ein gewagtes Spiel aber dennoch eine Alternative.

Der gesellschaftliche Mehrwert ist in der sozialen Verantwortung beheimatet und nicht an der Börse, im Handelsblatt und erst recht nicht im DAX- Wert.

Mitunter gewinnt man den Eindruck, hier justierte man eine ganze Generation in eine andere Richtung und die wiederum bewegt sich nun als die Pioniere in unseren Gemeinden.

Jene Menschen erzog man nicht innerhalb des Humanismus sondern als Macher, es sind mittlerweile all die kleinen und großen Macher, wobei der kleine Macher niemals der große Macher werden kann.

Was sie allerdings gleich haben, sind geglättete Biografien, die sind temporär geprägt.

Des eigentlichen Erfolges wegen etwas abzubrechen ist fast zur Mode geworden, andererseits kann man aber auch sagen, man weigerte sich mit Leistung etwas zu beweisen.

Letzteres ist ausschlaggebend, teilnehmen können viele sich mit Leistung beweisen schaffen wenige.

Dabei sind wir an und für sich im Schnitt wesentlich gebildeter geworden, das hängt wiederum nur sekundär mit der Volksbildung zusammen sondern die Schule des Lebens stellt andere Anforderungen.

Es gibt hier allerdings die ungleichen Voraussetzungen und genau um diese geht es, wenn sich die Mehrheit zu den ungleichen Voraussetzungen bekennen würde könnte man die dringend benötigte gesellschaftliche Debatte anschieben.

Deshalb darf man nichts mehr glätten sondern innerhalb seiner eigenen Biografie herausstellen, wo kam ich her und was wurde zu meinem Fundament?

Darauf lässt sich etwas aufbauen und man könnte anderen Menschen einen Weg zeigen, sich den eigenen Irrungen und Wirrungen stellen und nicht den Abbruch schönfärben.

Den Bezug zur gesellschaftlichen Verantwortung herausstellen und die Etappenziele benennen ist die Übertragung einer Verantwortung.

Mitunter sollte man mal über einiges was man tat lächeln, denn man war auch dem Zeitgeist unterlegen, man sollte aber stets den roten Faden wiederfinden.

Würden sich nur 15% von allen die Frage stellen, „was war für mich die Schule des Leben?“ und welche Werte gab sie mir?- Wären wir wesentlich weiter, könnten wir einiges vergessen von dem was uns die sog. Erfolgreichen tag täglich in regelmäßigen Abständen vorsetzen, „nein“ sagen und dazu den Mut finden, denn der Bürger dieses Staates ist nicht zum Konsumieren von anderen Zeitgenossen angepassten Biografien erzogen worden sondern zum Leben mittels einer Teilnahme.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 30. März 2014 um 03:14 Uhr  

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