Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Neuigkeiten Der eigentliche Generationenkonflikt

Der eigentliche Generationenkonflikt

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Betrachten wir einmal die Generationen im unserem Land, machen wir dabei eine Dreiteilung.

Jene Generation die im Nachkriegsdeutschland heran wuchs und in die junge Bundesrepublik startete, wurde geprägt von der Wehrmachtsgeneration und ihre älteren Brüder waren die Hitlerjungen.

Die wiederum wurden nach wenigen Monaten zu den ersten Wendehälsen, wobei die Wehrmachtsgeneration zunächst in der Gesellschaft versuchte abzutauchen.

Dabei verloren sie weder ihren Einfluss noch ihre Macht, nur kurzfristig ihre gesellschaftliche Stellung.

Das war allerdings meistens nur kurzfristig, denn innerhalb von wenigen Jahren waren sie wieder im Dienst und quittierten ihre Verfehlungen keinerseits, sie machten einen auf Demokratie ohne allerdings diese gelernt zu haben.

Sie prügelten nach wie vor ihre Kinder und rühmten sich in Gesprächen mit ihren Kriegserlebnissen, sie waren Lehrer, Meister und Behördenangestellte sie besaßen den Persilschein und gönnten anderen nichts.

In dieser Welt wuchs eine Generation heran, die nichts anderes kannte als die Trümmer in unseren Städten.

Was wurde aus diesen Kindern und wie lange währte die Nachkriegsepoche?

Dieses Ende der Nachkriegsepoche war nicht konkret datiert, in manchen Regionen endete sie 5 Jahre zuvor und generell könnte man sagen, beim Sturz der Regierung Ludwig Ehrhard erlebte man das Ende der Nachkriegszeit.

Diese war geprägt und das nicht nur vom sog. Wirtschaftswunder und Marshall- Plan sondern von Eigenheiten, die man der jungen Generation spüren ließ.

Es wehte noch der Wind von dunklen Stunden durch die Wohnungen der Familien in unserem Staat, eigentlich ging es ab Mitte der 50. Jahre nicht mehr über das Überleben sondern bereits um Perspektiven.

Die allerdings eröffnete man nicht der jungen Generation, bis 1958 galt die Volksschule als die Schule der Nation und diese Volksschulen betraten Neuland.

Man betrat Neuland mit teilweise Personal von Gestern, bis 1960 endete für 70% eines Jahrgangs nach der 8. Klasse der Volksschule ihre Allgemeinbildung.

Mitunter gingen pro Jahrgang von 1953 bis 1965 stets bis zu 20% der Schüler nach der Grundschule auf eine weiterbildende Realschule, die wiederum bis 1955 nicht entgeldfrei war.

Erst ab Mitte der 50. Jahre wurde das Abitur als die Stufe der Allgemeinbildung gesellschaftlich wieder salonfähig, erst ab 1958 strebte man nach mehr Bildung aber selbstverständlich war das noch nicht.

Was wurde denn aus dieser Generation, bleiben wir zunächst einmal bei all den Mädchen, allgemein gingen von den ersten Nachkriegsjahrgängen nur bis zu 12% auf ein Lyzeum, das Mädchen was aus dem sog. besserem Haus kam ging zur Realschule oder machte nach der 8. Jährigen Volksschule eine 2 jährige Handelsschule, im Ergebnis waren es allerdings auch nur knapp 10% eines Jahrganges.

Denen allerdings eröffnete man eine Perspektive, man gönnte ihnen eine Lehre in einem Beruf der etwas Besonderes sein sollte.

Ganz anders sah es in manchen Regionen aus, dort gingen fast bis zu 50% der Mädchen nach der 8. Klasse der Hauptschule, die man damals Volksschule nannte direkt als Arbeiterinnen in die Produktion.

In manchen Gegeneden wiederum nahm man junge Frauen gerne als Hausangestellte, mit dem erlernen einen Berufes sahen es manche Eltern für ihre Töchter anders.

Erst im Laufe der Jahre, kamen Mädchen immer mehr in Lehrberufe, wobei die qualifizierten Lehrberufe reserviert waren für jene die entweder die Handelsschule bzw. die mittlere Reife erworben hatten.

Interessant dabei ist auch folgende Aussage, für mehr als 20% der weiblichen Abiturentinnen war an eine Weiterbildung nicht zu denken, sie nahmen eine kürzere Ausbildungszeit an Banken und Sparkassen dankbar an.

Es gab einen Trend unter dieser Generation, sich möglichst früh mittels Geld vom Elternhaus zu lösen, Gründe dafür gab es genug.

Zunächst war es die Enge der elterlichen Wohnung, dann die Bevormundung, das sog.Kostgeld und die immer noch praktizierte Prügelstrafe.

Ein Trend war unter Jungen, die nach der 8. Klasse einen handwerklichen Beruf erlernten der Umzug unter dem Dach des Meisters, wobei das Handwerk und Teile des Handels hier aus dem Vollen schöpfen konnten.

Wobei schon damals unser duales Berufsausbildungssystem zur Disposition stand und wahrhaftig verdiente sich mancher Bäcker und Kaufmann an der Ecke mit der Arbeit seiner Lehrbuben eine goldene Nase.

Mitte der 50. Jahre schritt die Mechanisierung soweit fort, dass am Straßen- und Wohungsbau ein Bedarf an Arbeitsplätzen entstand, wo einiges ins Hintertreffen kam und wo man über Kapazitäten verfügen mußte.

Gleiches galt in der Industrie, es gab Zweige innerhalb der Industrie wo nur angelernte Frauen arbeiteten und andere Standorte wo die Karft des Mannes immer noch die Maschine ersetzte.

Es war die große Stunde der Akkordarbeit, es war das zusätzliche Geld der Überstunden- es war eigentlich eine Verlockung und mancher der einen Beruf erlernt hatte konnte dieser Verlockung nicht widerstehen.

Man in investierte also kurzfristig und führte ein Leben als Durchlauferhitzer, Anfang der 60. er Jahre kam die Immaterie als Neuland auf.

Zog man sich zuvor vom Verdienst und Geld angezogen wollte man nun sich gesellschaftlich einbringen, damit starteten die ersten Abendschulen und die Fernlehrgänge.

Es vollzog sich etwas, bereits im Jahre 1963 nahmen fast alle Volksschüler nach der 8. Klasse eine Lehre auf und die Zahl der Realschüler nahm um 40% zu.

Zehn Jahre zuvor sah das noch ganz anders aus, nun galt der Trend aus dem erlernten Beruf etwas machen.

Bereits 1965 gab es mehr Oberschüler als die sog. Mittelschüler und andererseits wurden aus Fachschulen nicht nur Berufsfachschulen sondern mitunter auch Fachoberschulen.

Es war allerdings noch ein weiter Weg, man hatte allerdings mit einer Tradition gebrochen, der man nicht nachweinen sollte.

Diese Generation die mit besserer Bildung in einen Beruf fand, prägte das sog. zweite Drittel unserer Republik.

Sie schaffte nämlich Werte, man baute auf etwas auf und verschleuderte sich nicht.

Diese Werte waren zwar mitunter bitter erkauft worden, die Früchte allerdings erntete unsere Gesellschaft.

Manche Gemeinde verdankt der Kraft und den Steuern, der Arbeit und der Ehrlichkeit dieser Generation ihren Schulneubau, das Hallenbad und die öffentliche Bücherei.

Das sog. standardisierte Gemeinwohl nannte Helmut Schmidt einmal das Modell Deutschland, das war kein Geschenk des Himmel und basierte nicht auf einem Marshall- Plan sondern war das Ergebnis einer gesellschaftlichen Offensive.

Die Früchte waren keine Abenteuer und keine Erleuchtungen sondern wohlverdiente richtungsweisende Maßnahmen.

Nicht nur Arbeitsplätze der Zukunftsphysik sondern die Bildung von Maßnahmen, die Volksaktie, die vermögenswirksamen Leistungen, die Kapitallebensversicherung, die Arbeitnehmersparzulage, das kostenfreie Bildungssystem und die Lohnzuwächse stärkten unsere Gesellschaft.

Etwas wo man mehr heraus machen konnte, eine Gesellschaft entstand die Herausforderungen annahm und die sich denen stellte.

Das Ganze endete fast abrubt in den Jahren des Ewigkanzlers Helmut Kohl.

Ab 1985 galt das alles nicht mehr, im Laufe der Zeit bangten Akademiker um ihren Job, man nahm dem zuvor erstarkten Volk seine Perspektive.

Mittlerweile kann man sagen, danach ging es bergab und das nicht nur auf der sozialen Schiene.

Man schraubte den Begriff des Allgemeinwohls in Richtung Sozialismus, man demontierte allerorts und das wiederum radikal.

Im Ergebnis schrumpfte man ein Drittel der Gesellschaft in Richtung Armut damit es dem anderem Drittel besser ging.

Damit nahm die Schere zwischen Arm und Reich gewaltig zu, man schämte sich nicht mehr vor der Armut im eigenem Land.

Man veränderte die gesellschaftlichen Indikatoren, Unterhaltung kam somit vor Information und das geschickt verpackt als die neue Freiheit.

Damit erzieht man der Gesellschaft Kerne, denn was das Erleben vor der Schule des Lebens kommt, gibt man sich der Verlockung hin.

Die heutige Generation also auch jene Akademiker die noch in Brot und Arbeit stehen haben gewisse Schwierigkeiten den Wohlstand ihrer Eltern zu konservieren.

Wobei wiederum eine Vielzahl aus dieser heutigen Generation vom Wohlstand ihrer Eltern träumen wird.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 05. April 2014 um 02:33 Uhr  

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 360
Beiträge : 5720
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 13827662

Verwandte Beiträge