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Die Theorie des politischen Dreisatz

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Es war nicht gerade falsch als man in Kreisen des alten SHB, der als Studentenorganisation nicht gerade das Lieblingskind des SPD Parteivorstandes war, sich aus der Mathematik den Dreisatz borgte und den auf das politische Wirken des Einzelnen übertrug.

Für viele war es eine eigenwillige Weiterentwicklung der kritischen Theorie der undogmatischen Marxisten in der Frankfurter Schule, wiederum andere sahen in dem Dreisatz des SHBs den Geist der 1 Jahrzehnt zuvor gescheiterten DFU.

Beides ist naheliegend, beides ist jedoch nicht erwiesen, im Grunde ging es um das Erbe des linken Spektrums nach der Selbstauflösung des SDS.

Der SHB wiederum verstand sich nicht als Nachfolge- Organisation jener Studentenbewegung die sich Jahre zuvor von der SPD löste, sondern der SHB wollte seine Eigenständigkeit beweisen und geriet somit in eine andere Position als der Parteivorstand der SPD.

Um das einmal klar herauszustellen, entwickelte man den Dreisatz und der wiederum hatte es in sich. „sage woher du stammst, sage wer du bist und sage was du möchtest.“

Woher man stammte, bedeutete sich seiner Biografie stellen und weshalb man sich zu den Linken bekannte, welche Sprache man benutzte und ob man die Situation der Lohnabhängigen einschätzen konnte.

Das war kein Gegensatz sondern die Herausforderung sich seinem Leben zu stellen.

Im Jahre 1969 hielt der damals noch junge und evtl. noch unbekannte Professor Elmar Altvater an der Uni in Erlangen einige Vorlesungen zum Thema „ Einführung in den Marxismus“.

Eigentlich lief diese Vortragsreihe am Rande, man war nur überrascht wie voll der Hörsaal sich füllte als Elmar Altvater seine Einführung hielt.

Interessant waren dabei Altvaters Äußerungen über sich und seinem Elternhaus zur Arbeiterschaft, denn er sprach über sich und er kannte die Arbeit, die man im Ruhrgebiet als Maloche bezeichnet.

Die Einführung in den Marxismus hielt der Dozent aus der Arbeiterschaft, er brachte das Beispiel von seinem Vater und erwähnte seine Arbeit während seiner Schul- und Studienjahre am Straßenbau Autobahnkreuz Kamen und damit kam er zur Entlohnung und zum Arbeitskampf.

Seiner Theorie über den Marxismus untermauerte er mit den Erlebnissen aus seiner Praxis und diesen Weg konnten etliche folgen.

Es gab aber noch einen ganz großen Sozialdemokraten, der mittlerweile damals bereits in die 2. Reihe sich zurück gezogen hatte und der immer noch sich zu aktuellen Problemen äußerte und das war Josef Felder, einer der offen und beherzt vortragen konnte und zur Zivilcourage aufrief.

Felder veröffentlichte damals seine Erinnerungen und in denen war er selbstkritisch, genau das war der Punkt den manchen Genossen im SHB überzeugte.

Josef Felder haderte nicht gegen sich, sondern sagte „ das würde ich nicht noch einmal machen“.

Damit gewann er unsere Sympathie, denn es ging um die SPD Reichstagsfraktion, die nach Hitlers Ermächtigungsgesetz noch einmal an einer Reichstagssitzung in Berlin teilnahm.

Da ging es um Hitlers Friedensresolution, Toni Pflüf weigerte sich und wählte den Freitod, das erfuhren wir von Josef Felder.

Demzufolge setzte sich der 1. Teil des Dreisatzes zusammen aus der eigenen Biografie, der man sich stellen musste und der Frage, wann begann man selbstkritisch zu sein?

Wann begann man Fragen zu stellen, denn erst damit kam man zum Standard seines Handels. Bezieht man das alles auf heute, dann sollte sich mancher Phönix aus der Asche fragen, mute ich anderen wiederum nicht viel zu, wenn ich mich des Bezuges verweigere?

Zudem ist es stets der Ausdruck und dann folgt die Rhetorik, ein Verständnis kann man nicht erzwingen sondern man muss um ein Verständnis werben, indem man sagt, wo man herkommt.

Der zweite Teil, „wer bin ich“, zunächst der der sich seinen Wurzeln stellt und eigentlich immer der Schüler in der Schule des Lebens.

Wer ein Gleicher unter Gleichen sein möchte, wird hintergründiger analysieren und in Diskussionen dem Anderen Brücken bauen, denn „wer man ist“ bezieht sich überwiegend auf die Wertigkeit.

Stellt man diesen Begriff in die Tradition der Linken, hat die Wertigkeit des Genossen den anderen Stellenwert.

Denn man bevormundet nicht und stellt sich nicht in den Vordergrund sondern dient dem Thema.

Man ist also wer, wenn man beachtet wird, weniger als Kritiker sondern mehr als Analyst.

Das war nun einmal so, aufbauend der kritischen Theorie der Frankfurter Schule, 2014 kann man allerdings fragen, wer wagt von all den Größen in der Politik die Analyse?

Das ist wiederum der Unterschied, man wählt heute Statement.

Mancher Abgeordneter benötigt sein tägliches Statement in den frühen Morgenstunden auf den Rundfunksendern und bereits zu Mittag ist das überholt oder der Zuhörer durfte es bereits vergessen haben.

Eine Analyse ist immer tiefgründiger, ist bewegender und inhaltsreicher, wer sich der Aufgabe stellt der bewegt sich aufrecht in der linken Familie.

Der dritte Teil, dieses politischen Dreisatzes bedarf der Ehrlichkeit, wir sagen damals „ wir möchten etwas wagen“.

Das allein genügt nicht, man sollte sagen was man wagen möchte.

Im Prinzip geht es heute so wie damals an der Uni, es geht gegen Scharfmacher und Sektierer, gegen Einthemenpächter und gegen unvollendete Radikale.

Es geht also um das Umsetzen von Theorien, dessen Inhalt eigentlich für alle ein besseres Leben bedeutet.

Um das wiederum zu verstehen, sollte man sich zunächst fragen, wie viel von Darwins Theorie habe ich bereits gefressen?

Sich mal richtig auskotzen und seinem Leben den Sinn der Menschlichkeit geben, diese zu achten und zu hüten damit man ein Vorbild sein könnte.

Damals vertrat man die Meinung, wenn einem ein Vorbild die Hand reicht, dann ergreift man sie gerne.

Das Vorbild verfügt aber immer über jene immateriellen Werte, sonst wäre es ja nicht das Vorbild der Linken.

Wobei andererseits aufgeklärte Linke in unserer Gesellschaft diesbezüglich den Papst nicht brauchen, denn für Linke ist der Genosse das Vorbild.

Genossen sollten also etwas wagen, denn wer sich nicht wagt an eine Sache, kann immer ein Verlierer bleiben.

Bei allen Themen mit denen man sich wagt sie zu veröffentlichen gilt es zunächst die Gleichheit walten zu lassen.

Die Herstellung von Gleichheit in unserer Gesellschaft wird im Informationszeitalter die Herausforderung für uns alle sein.

Das wäre ein Ziel was man aus der Lehre des Dreisatzes ziehen könnte.

Einen Hinweis möchte ich allerdings noch geben, vor der Selbstauflösung des SDS sah der wiederum sich als gescheitert an.

Der scheiterte nicht an den Hochschulen sondern an seine Vorgabe, man wollte die Theorie auf die Straße in die Gesellschaft bringen.

Heute ist man wiederum schlauer, das wäre dem gelungen vor den Schwabinger Krawallen im Jahr 1965, nur damals ging man einen anderen Weg.

Was allerdings blieb nach dem Zenit war die Aufklärung, nur die wiederum hat viele Väter.

Ein Vater war ungewollt das Godesberger Programm der SPD aus dem Jahre 1959, da berief sich Willy Brandt drauf und die SPD verzeichnete den Mitgliederzuwachs.

Das uns bekannte Godesberger Programm ist in der Form nur entstanden, weil innerhalb der SPD sich die Alternative um Wolfgang Abendroth positionierte.

Abendroth war der frühe Aufklärer, der seine Arbeit 1968 sah und 1968 setzte man etwas um wovon die DFU 1961 träumte.

Man weiß auch heute, den SDS von damals hätte es nicht gegeben in Deutschland wenn es gleichzeitig in den USA nicht den amerikanischen SDS gegeben hätte.

Seinen Weg ins Leben finden wird also die Hauptaufgabe von uns allen sein, ihn dann noch aufrecht gehen hängt von Faktoren ab, dabei sich auf seine eigene Kraft verlassen können- wäre ein Idealzustand.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 19. April 2014 um 02:34 Uhr  

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