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Der kurze Weg vom Rheinischen Kapitalismus zum Sozialdarwinismus

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Kommen wir einmal über den politischen und noch immer geltenden Dreisatz zum politischen Alltag in unserer Republik.

Wo eigentlich der gesellschaftlich interessierte Bürger den Politiker sucht, der nicht auf Gedeih und Verderb seine vom Dogma bezogenen Ansichten vertritt, sondern sich auf die Verantwortung aus der Geschichte bezieht und sich damit der Zukunft stellt.

Dabei geht es nicht nur um das „Modell Deutschland“, was den gesellschaftlichen Bezug zur Kanzlerschaft von Helmut Schmidt ausmachte, es geht dabei um die Interpretation und die Koordination von Macht sowie Einfluss.

All das funktionierte in der Zeit wo innerhalb der Wertkonservativen der Rheinische Kapitalismus den Menschen in der Gesellschaft entdeckte.

Die Mitbestimmungsgesetzte, die den sozialen Aufstieg der arbeitenden Bevölkerung garantierten und das Volksvermögen auf viele Schultern teilen sollte hatte den Ursprung in den Ideen von Keynes.

Die Sozialdemokratie widmete sich bereits mit ihrem Vordenken Hilferding Keynes zu, beschäftigen wir uns einmal näher mit den volkswirtschaftlichen Ideen der fast vergessenen Klassiker und man kann sich die geistig moralische Wende der Neokonservativen als den Crashkurs einer Generation erklären.

Man kommt unweigerlich zu den Liberalen, die mehrere Male in der Geschichte immer dann wenn sie gefordert wurden versagten.

Der Liberalismus bezieht sich auf die Hambacher Bewegung und bestätigte den Freiheitsgedanken, allerdings versagten die Liberalen bereits 1914 und waren kaum willig ab 1918 sich zu verändern.

Man schwamm im seichten Wasser den Konservativen voraus, verlor damit den Elan und gab keinen Impuls vor.

Immer dann wenn der Liberalismus sich seiner Historie nicht stellte begann die Ära der Nationalliberalen.

Teile des Nationalliberalismus findet man innerhalb der Wirtschaftskonservativen, dabei geht es weniger um die Harmonie sondern um die Macht.

Das ist der Unterschied zu den Linken, den Dogmatikern geht meistens um ihre historischen Ansichten, die mitunter gut gemeint sind aber in der offenen Demokratie nicht immer mehrheitsfähig sind.

Denen sei gesagt, Karl Marx kannte die Ideen von Keynes nicht, doch Keynes kannte Karl Marx und insofern widerspricht sich diese Idee nicht, man sollte dazu nur Mehrheiten finden.

Die Wandlung der Liberalen, findet immer wieder zum Start ins Eingemachte statt, in der jungen Bundesrepublik war die damalige FDP nicht die Partei der Wirtschaft und der Freiheitlichen sondern ein erwiesenes Sammelbecken alter Rechter.

Erst mittels des Putsches der Jungliberalen im Jahre 1956 in NRW, wurde das auch den anderen bewusst, es ist unter Westerwelle wieder in Vergessenheit geraten.

1956 war das Jahr an Rhein und Ruhr wo der Rheinische Kapitalismus seine volle Blüte erlebte, allerdings war unsere Wirtschaftsleistung weit hinter jener des Jahres 1914.

Es war der Versuch mittels einer gesellschaftlichen Partnerschaft den sozial schwächeren Gruppen mehr zu bieten als Almosen.

Damals verfügte die CDU über im Volke vernehmbare Sozialausschüsse, damals trieb die SPD die Union vor sich her und in ihrem Fahrwasser wurde ein Großer Jesuit unüberhörbar.

Oswald Nell- Breuning mahnte nicht nur sondern sprach von der notwendigen Alternative.

Würden im Jahr 2014 einige Kirchenvertreter sich auf diesen Teil ihrer Geschichte beziehen und die Idee des Oswald Nell- Breuning als zukunftsweisend herausstellen könnte man ihnen das als die gesellschaftliche Tugend unterstellen.

Nur findet keiner den Mut, sich auf Oswald Nell- Breuning sich zu beziehen, nur findet keiner in der Union den Mut sich auf die historischen Leistungen der Sozialausschüsse zu beziehen.

Von den sog. Liberalen ganz zu schweigen, sie verabschiedeten sich aus der Politik, das begann im Jahr 1982.

Damit verlor man die Eigenständigkeit innerhalb der Handlungsebene, das hat kaum etwas mit den erstarkten Konservativen zu tun.

Jene haben die eigentlichen Wertkonservativen geopfert, in der sog. geistig moralischen Wende.

Mit der müssen wir uns also näher beschäftigen, denn dieses Wendemanöver war nur möglich weil in London Margaret Thachter die abgeschwächte Form des Sozialdarwinismus gesellschaftsfähig machte.

Sie sprach im Jahr 1987 auf dem Höhepunkt ihrer Macht folgendes aus: „ es gibt keine Gesellschaft“ und damit meinte sie, „es gibt nicht mehr die, die wir kannten sondern die in der sich jeder um sich selbst kümmert.“

Sehen wir das heute rückblickend, kann man sagen, der abgeschwächte Sozialdarwinismus der Margaret Thachter zerstörte eine Gesellschaftsordnung und wurde zum Ziel der Neoliberalen.

Das Ziel war eigentlich identisch, auf Gedeih und Verderb den Sozialstaat zu zerstören, nur machten das in Deutschland die Neoliberalen angepasster indem sie die Privatisierung proklamierten.

Mittels einer Privatisierung von öffentlichen Gütern entzieht man der Demokratie die Kontrollfunktion, was eigentlich zu einer kontroversesten Auseinandersetzung führen sollte, überbot man mit der Gewinnerwartung.

Aus dem gesellschaftlichen Bild vom „Modell Deutschland“ unter dem Sozialdemokraten Helmut Schmidt wurde in wenigen Jahren die „ Gewinnerwartungsgesellschaft ohne der Selbstverpflichtung zum Sozialtransfer“.

Das ist eigentlich unser gesellschaftliches Problem, was sich nach der Wiedervereinigung noch verselbstständigte, Zocken mittels Demontage des Anderen, nicht kooperieren sondern konkurrieren und den Schwachen ausschalten.

Kaum fassbar, eigentlich der transferierte Sozialdarwinismus“ was gehen uns die "Schleckerfrauen an?“ oder was gehen uns die Kumpel in der Lausitz an?

Das Modell ist mittlerweile gesellschaftsfähig, wer will den Länderfinanzausgleich killen und wer sperrt sich gegen einen flächendeckenden Hunger- Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde?

Wer ist eigentlich für diesen moralischen Kollaps verantwortlich, wer überließ vor einigen Jahren einem Steuerhinterzieher namens Hoeneß Sendezeiten in Talkshows wo er massiv gegen den Sozialstaat wetterte?

Wir wettern immer gegen jene von Links die ihrem Dogma treu blieben und sich nicht in einer Verantwortung befinden, drehen wir aber mal den Spieß herum und fragen die Großunternehmen „ welches Dogma verbirgt sich hinter euren Großspenden an die Unionsparteien?

Zuletzt aktualisiert am Montag, 21. April 2014 um 02:41 Uhr  

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