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Der freie Fall der Methusalems

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Es ist nicht richtig, wenn behauptet wird :“ Ich habe nur den Methusalems den Kampf angesagt.“

Zunächst könnte das eigentlich Jeder, nur ist das Spiel viel zu einfach, wenn man es beim „nur“ belässt.

Sicherlich ich war einmal derjenige, der einen anderen warnte, der sich viel zu sicher war und sich als unentbehrlich darstellte, dass ich seiner Vertragsverlängerung nicht zustimmen würde.

Weil ich nämlich ein Freund der Rotation bin, weil ich das System des Patrons kennengelernt habe.

Die Vorteile dessen geschätzt habe und erlebte, erfahren durfte wie man im Alter mittels des Moderierens delegieren kann.

Ebenso begeistert war ich vor etlichen Jahrzehnten von den Erzählungen mancher Jusos, die damals nach 1 oder 2 Jahren aus dem Kibbuz zurück fanden und von dem Leben im Kollektiv sprachen.

Beides prägte mich und machte mich neugierig, beides funktioniert allerdings nicht immer in unseren Breiten.

Es gibt nämlich keine klaren Regeln, der der oben schwimmt, hat den Nichtschwimmer außer seinen Augen verloren und setzt Methoden ein weiterhin oben zu schwimmen.

Beziehen wir das einmal auf die Politik, sich in die Politik einbringen bedeutet einen Job auf Zeit anzunehmen, bedeutet aber auch „nach der Wahl der Wahl ist vor der Wahl“.

Ein Amt was man durch eine Wahl besetzt ist immer von der Zeit abhängig, die Frage stellt sich immer „ was folgt danach?“.

Diese Frage stellen sich an der Basis sehr viele, mir stellte man mal diese Frage als ich vor fast 3 Jahrzehnten die ersten treuen Genossen im Osten unseres Landes in der neugegründeten SDP etwas mehr über das politische System der BRD erzählte.

„Nach 5 Jahren war es aus“ und manche sahen mich staunend an, ich war bereits im Jahre 1982 für 5 Jahre etwas ganz anderes nebenbei zu machen und mehr auch nicht.

Denn zunächst sollte man wissen, diese Tür ist jedem offen und vielleicht gibt es einige die das besser können.

Überträgt man das auf die unteren Stufen der Demokratie, sollte das auch für Personal- und Betriebsräte gelten, ein gewählter Betriebsrat der 12 Jahre diesen Job ausführte sollte in die 2. Reihe gehen.

Es sind nämlich nur wenige, die Zahl liegt unter 8% die durch ihre Betriebsratsarbeit in der Gewerkschaft oder der Partei in weitere Ämter kamen auch hier liegt die Gefahr zum Methusalem zu werden.

Das gilt ebenso in etlichen Geschäftsleitungen, der wird der Methusalem zur „Grauen Eminenz“ und solche Menschen können einem das Leben schwer machen. Der Job auf Zeit ist nicht nur im Berufsleben sondern lässt sich auf alle Wahlämter übertragen.

Es gibt sie tatsächlich in fast jeden Ortsverein, „die Graue Eminenz“ und die gar nicht gewillt sich in Frage zu stellen, denn auch sie hat hintergründig Angst vor dem Absturz.

Mit dem Mut der Verzweiflung findet man dort Kandidaten, eigentlich muss man sich verbeugen vor denen die es wagen, in einer fast aussichtslosen Position anzutreten.

Das nennt man das Karussell, da wird das Leben zur Achterbahnfahrt, es gibt nämlich nicht die Solidarität mit dem Wahlverlierer.

Im Prinzip widerspricht hier das Verhalten der Masse dem Grundsatz der Demokratie, denn eine Wahl ist dann eine demokratische wenn es eine Alternative gibt.

Was passiert also mit denen, die während der Achterbahnfahrt sich nicht an ihre politischen Vordermänner krallen?

Man schleudert sie aus irgendeiner Kurve oder sie bekommen einen „alles oder nichts- Glück auf- Wahlkreis“.

Wie tief fallen eigentlich abgewählte Bundestagsabgeordnete, nicht nur finanziell sondern innerhalb der Partei?

Finanziell stehen sich Gewählte zunächst sehr gut dar, der Meinung war ich immer, dass ein Abgeordneter gutes Geld verdienen sollte.

Ich hatte und habe eigentlich nur etwas gegen die schwarzen Schafe, die sich zusätzliche Geldquellen zu Eigen machen, nur muss man das wiederum interpretieren.

Da gibt es jene Methusalems die über den Tag hinaus denken und sich bereits anderweitig einbringen, somit natürlich ihre gewählte Funktion vernachlässigen.

Warum dem so ist, hängt unmittelbar mit dem freien Fall nach der Wahl zusammen, denn innerparteilich gilt das Wort der Solidarität hier kaum mehr.

Das Überbrückungsgeld wird nur eine gewisse Zeit bezahlt und danach stellt mancher sich dem Arbeitsmarkt.

Das mag für einige eine Überraschung sein, doch könnte ganz anders gelöst werden.

Ein Beispiel dazu fällt mir immer ein, ich besuchte mal zu den Ost/West- Zeiten das Korrespondentenbüro in der damaligen Volksrepublik Polen.

Da verdiente man nicht schlecht nur das Auge der Staatssicherheit war allgegenwärtig und die Gefahr war stets vorhanden, innerhalb von wenigen Tagen das Land verlassen zu müssen.

In der Not gab es die Solidaritätskasse, man zahlte wöchentlich für diese Möglichkeit einen Betrag ein, denn es hätte einem ja auch passieren können.

Würde man sich diese Idee zu Eigen machen, sollte man sich mit den Abgeordneten beschäftigen die aus dem Bundestag ausschieden.

Von denen schied nur bis zu einem Drittel freiwillig aus, zwei Drittel also unfreiwillig.

Von dem letzten Spektrum waren etliche nur unter 8 Jahre dabei, übrig blieben in der Mehrzahl die Methusalems die 12 oder mehr Jahre bereits im Parlament sitzen.

Es geht also um Jene, die zunächst einen überzeugenden Wahlkampf machten und sich dem Job des Politikers auf Zeit stellten und die gar nicht so abgefedert aussteigen mussten, von denen müssen sich wiederum einige als Nachrücker bereithalten.

Genau dort fehlt die Solidarität der Handelnden, es gibt zwar die sog. Aufsteiger mit Vitamin B aber dem Aussteiger gönnt man gar nichts.

Würde man sich dem Prinzip stellen, in der freien Wirtschaft gibt es den Begriff der Abfindung bei der Auflösung des Vertrages, ein meist viel zu hoch angesetzter Betrag aber man versüßt damit den Ausstieg.

Bei einem nicht wieder gewählten Politiker gibt es seitens der Partei mitunter gar nichts und das schreckt etliche bewusst ab, sich aufstellen zu lassen. Da sollten wir uns nicht wundern, wenn Uli Wickert sagt, 85% von denen die den Bundestag 2017 angehören werden kenne ich bereits.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 22. April 2014 um 02:58 Uhr  

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