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Die Weichspüler sind unter uns

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Die weichgespülte Gesellschaft ist die eigentliche Tragik in unserer Republik, in der politische Parteien weder selbstkritisch noch tolerant sind.

Es ist mittlerweile zur Tradition geworden gesellschaftliche Probleme gekonnt aus dem Wege zu gehen, man wählt nicht den Weg der Diskussion um neue Wege zu beschreiten sondern enthält sich jeder Konfrontation.

Damit offenbart man seine Konfliktscheue, nicht nur dass man Probleme aussitzen möchte sondern man will Situationen kaum wahrnehmen.

Wir leiden unter dem gesellschaftlichen Wahrnehmungsdefizit, was Folgen hat- nicht nur im sozialen Bereich sondern ebenso im Konsumverhalten, man hat uns weichgespült.

Mittlerweile ist die Harmonie nämlich zum eigentlichen Schlagwort in den Mittelpunkt unserer Betrachtungen gerückt worden.

Unser Schulsystem gleicht dem einer Wissensvermittlungsbeschleunigungsanstalt, wir gewöhnen uns an das Express Abitur und an unbezahlte Praktika.

Man macht mit im Bologna Express, vermittelt Lehrinhalte anstatt wissenschaftliche Tiefe und entlässt auf die Menschheit karrieregeile Zeitgenossen, die über das sog. Wissensleasing verfügen.

Damit erzeugt man Spannungen, die man mittels der Dynamik nach unten weiterreicht, die Demontage unserer sozialen Netze beginnt mit dem Entzug der sozialen Verantwortung, indem man Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umwandelt.

Nach dem Prinzip, es gilt der Gier und Leidenschaft der Jetztzeit- Menschen Tür und Tor zu öffnen.

Gier und Leidenschaft macht nirgendswo mehr halt, man wimmelt nur so den Mammon an, schreit sich samstags zu Fußballspielen den Millionenstars die Kehle aus dem Hals und verachtet das Leid der Nachbarn.

Diese Gesellschaft wurde konsequent und das mit sichtbaren Erfolg weichgespült, ist das etwas anderes als diese Gesellschaft, die Christopher Clark mit „Schlafwandler“ vor 1914 beschrieb?

Damals versagte die Zivilisation, heute versagt die Kultur- wir beziehen uns kaum noch auf Klassiker sondern verkaufen eigene Darstellungen, wie viel Maschmeyer steckt in manchem Statement was pausenlos über den Äther in unsere Ohren dringt?

Die Weichspüler in unserer Gesellschaft offenbaren ihren Lobbyismus, damit wurden aus Schlafwandler die sog. Schwarzarbeiter ihrer Interessen.

Wir sehen das doch mittlerweile als normal an, wenn man uns zur Kasse bittet um anderen ihre Ausgaben zu finanzieren.

Solange bei uns tag täglich der Widerspruch als die Nörgelei von wenigen abgetan wird, haben die Weichspüler nichts zu befürchten.

Ihr angeblicher Trumpf sticht immer, „die harmonische Gesellschaft“, die ist weder stark noch ausgeglichen sondern wahrhaftig in sich zerrissen.

Damit sind wir wieder bei der Wahrnehmung, wahrnehmen kann das allerdings nur jener der sich informiert.

Ein weiteres Manko, die Bereitschaft zur Information, wie kommt mancher zu seinem Geld und wodurch?

Was wir nicht benötigen ist eine Neiddebatte, doch wäre Offenheit hier eine gesellschaftliche Tugend und könnte somit den Glauben an die Demokratie stärken.

Fassen wir zusammen, „weichspülen und sich enthalten“ ist keine politische Stärke sondern offenbart die Schwäche.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 18. Mai 2014 um 02:10 Uhr  

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