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Erinnerungsfetzen - Geheimdienste

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Mein erstes bewusst wahrgenommenes Erlebnis mit einem Geheimdienst hatte ich in den frühen 1970er Jahren.

Ich war als nichtanerkannter Kriegsdienstverweigerer zur Bundeswehr eingezogen worden und verbrachte einige Zeit in diversen Arrestzellen, weil ich mich geweigert hatte, eine Waffe anzufassen.

In meiner Personalakte, in die ich auf etwas "konspirative" Weise Einblick nehmen konnte, befanden sich eine Reihe von Daten, die der Militärische Abschirmdienst (MAD) gesammelt hatte, meistens Zeitungsartikel.

U.a. schien es von großem Interesse zu sein, dass und wann ich zum JUSO-Vorsitzenden in meiner münsterländischen Heimatgemeinde Havixbeck gewählt wurde.

In den 1980ern lernte ich den Geheimdienst der DDR kennen - bei zwei Besuchen des von der FDJ für westdeutsche Jugendverbände veranstalteteten Werder-Lagers bei Potstadam.

Als Leiter der Delegation der SJD - Die Falken bekam ich einen Begleiter der STASI zugeteilt, der, wie rein zufällig, den Kontakt mit mir suchte und fortan nicht mehr von meiner Seite wich.

Ob die Geheimdienstler wirklich angenommen hatten, mir wäre das nicht aufgefallen, entzieht sich meiner Kenntnis.

Vielleicht handelte es auch um eine bewusst kalkulierte Maßnahme zur Einschüchterung.

Wenn dem so gewesen sein sollte, hat es nicht funktioniert. Wenn nicht, handelte es sich um puren Dilettatismus.

Ein gutes weiteres Jahrzehnt später - inzwischen war zusammengewachsen, "was zusammengehört" - traf ich auf einen weiteren deutschen Geheimdienst.

Um dem allzu blauäugigen Umgang von Medien mit dem Rechtsextremismus entgegenzuwirken, veranstalteten wir als sächsischer DGB, wo ich inzwischen arbeitete, ein Seminar für Journalisten, an dem als Referent der Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz teilnahm.

In einem persönlichen Pausengespräch bemerkte ich ihm gegenüber, dass es für besser halte, wenn der Verfassungsschutz sein Augenmerk stärker auf die Rechtsextremen als auf Menschen wie mich lenke.

Mit dieser Bemerkung hatte ich offensichtlich seinen Nerv getroffen, was ich an seinem verlegenen Grinsen feststellte.

Der NSA-Skandal zeigte später, wie wenig die Verfassungsschützer tatsächlich ihre Aufgabe wahrgenommen haben.

Schon Benjamin Franklin hatte geschrieben:

"Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren." (engl. Original: "They who can give up essential liberty to obtain a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety.")

Seither sind mehr als 200 Jahre vergangen.

Und die technische Entwicklung, die Abhör- und Mitlesemöglichkeit, ist in genau dem Maße fortgeschritten, wie die des WWW.

Die so genannten Sozialen Netzwerke haben längst ihre soziale Unschuld verloren, sind zu willigen Helfershelfern geworden.

Die Euphorie um das Internet, dem angeblich demokratischten aller Medien ist Skepsis und Ernüchterung gewichen.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 20. April 2014 um 13:29 Uhr  

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