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Nur mit einer Repolitisierung kann man etwas verändern

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Wann wurden wir politisch?

Eigentlich war man das immer, nur in der jungen Bundesrepublik wehte der Wind von rechts und prägte die Gesinnung der Nachkriegsgeneration, denn wie sagte Bernt Engelmann richtig „ das Reich zerfiel und die Reichen blieben“.

Es war für mich der 21. August des Jahres 1968 wo ich mit vor dem Fernseher erleben musste, wie die Truppen des Warschauer Paktes eine zarte Pflanze des Sozialismus mit Menschlichkeit aus dem Boden rissen.

Das war die Wendung hin zur Freiheit, die man stets mit Füßen trat und das weckte nicht nur bei mir ein Interesse.

Über Prag den Faden zur Freiheit zu finden war es nur eine Folge auf Irland zu kommen.

Das war der Moment wo man sich für die Geopolitik interessierte, es gab mehr hinter der Kulisse des biederen Nachkriegsdeutschlands, das wurde zur Herausforderung.

Mancher Kleinbürger konnte dem nicht folgen, doch es gab immer die Rache der Besatzer, was sich danach in Prag abspielte war entsprechend des Drehbuches der Briten in Irland.

Der Freiheitskampf der Iren wurde somit zu einer Pflichtlektüre und man kam zwangsläufig zu Algerien und man hatte versuchte mittels der Bücher von Albert Camus Algerien zu verstehen.

Etwas was 5 oder 6 Jahre zuvor undenkbar war, man interessierte sich für die Geschichte seiner Nachbarn.

Man kam aber immer wieder an die Grenzen deutscher historischer Verantwortung, das wiederum eröffnete uns Möglichkeiten, wir entdeckten die Exilliteratur.

Diese Exilliteratur führte innerhalb der jungen Bundesrepublik ein Schattendasein, wer liest heute die Bücher von Klaus Mann und begeistert sich von seiner Flucht in den Norden?

Wer sich mit der Exilliteratur beschäftigt hat, versteht die anderen Deutschen und darum ging es.

„ Freiheit bedeutet nämlich nicht Nationalismus“, Freiheit bedeutet Entfaltung und damit muss man sich beschäftigen.

An manchen Wänden der Studentenzimmer hing das Poster aus den USA, Oskar Maria Graf umarmte den kleinen Berthold Brecht.

Oskar Maria Graf macht neugierig, denn er beschreibt das Leben des Literaten und in seinem Buch „ das Gelächter von außen“ findet man den Niedergang der Republik im Detail beschrieben.

Um Graf zu verstehen muss man das Buch „ das Leben meiner Mutter“ lesen, Graf kam nicht mehr zurück nach Deutschland.

Erich Kästner blieb, trotz den Flammen die seine Bücher zerstörten, Erich Kästner war für uns der „Fabian“, nur wir konnten schwimmen.

Weshalb waren eigentlich Moralisten bei Kästner Nichtschwimmer? Wo waren die Moralisten in Deutschland während der Nazi- Zeit?

Jetzt wurde es interessant, das war sicherlich nicht Werner Höfer nur saß meistens dort bei Werner Höfer des Sonntagsmittags mit am Tisch Carola Stern.

Die war gefragt und vertrat eine andere Meinung, nur wer war Carola Stern?

Carola Stern verbrachte ihre Jugend unter dem Hakenkreuz an der Ostseeküste zw. Wismar und Stettin.

Geriet dort mal in die Fänge der GESTAPO weil sie sich mit der älteren Schwester des Kurt Schumacher anfreundete.

Das war die Lehrerin am Lyzeum von Kulm an der Weichsel die ihre Maturaklasse in der frühen Republik Polen noch 1923 in Deutsch noch ins Abi bringen musste und danach erst Kulm verlassen konnte.

Carola Stern war also über die Kultur zur Politik gekommen, bloß wie? Wie damals viele meinten, sie kam von Ost nach West- war wieder einmal viel zu einfach.

Wie kam sie über das Lehrerseminar in Wiesenburg an die Parteihochschule der SED auf die Hakeburg?

Da lag schon ein Stück Begeisterung in der Luft, denn zu der Zeit hatte die Hakeburg noch den großen Vordenker.

Der eigentliche Pfadfinder von Walter Ulbricht „Wolfgang Leonhardt“, Carola Stern war eine Schülerin des großen Wolfgang Leonhardts.

Beide blieben allerdings nicht lange auf der Hakeburg, Leonhardt setzte sich ab, „die Revolution frisst ihre Kinder“ und Carola Stern flüchtete nach Zehlendorf.

Wenn man nun in den Schriften von beiden liest, kann man sagen, im Westen wussten sie gar nichts von all dem was im Osten das System war.

Betrachten wir das, was Carola Stern dazu schreibt einmal kritisch, so kann man durchaus sagen „ schon damals manipulierten uns die Medien“.

Wer waren denn 1968 noch die Medienmacher, sie hatten fast alle die braune Vergangenheit und schwiegen Alternativen fast Tod.

Man könnte durchaus sagen, diese Nachkriegsmacher und Manager in Deutschland benötigten zum wirtschaftlichen Aufstieg das Feindbild.

So behandelte man auch Berthold Brecht, erst Grass schlug eine Bresche mit seinem Buch „die Plebejer proben den Aufstand“, damit kam der 17.Juni 1954 für uns in ein anderes Licht.

Um sich also eine Meinung bilden zu können braucht man mehr an Wissen, denn die Wissensweitervermittlung ist der eigentliche unersetzbare Begriff von Freiheit.

Wer sich dem entzieht leistet der Manipulation den Weg, der nimmt derzeit den Weg über all die TV Talk Shows, die eigentlich niemanden weiterhelfen sondern nur der Selbstdarstellung dienen.

Wir benötigen also wieder den Mut zum Abpfiff, wenn wir es nicht tun- wer tut es?

Diesmal kann man nicht mehr von einen gesetzten Feind im Osten sprechen auch Putins Moskau eignet sich nicht dazu, diesmal sollte man deutlich sagen uns nehmen Teile der Ökonomie und der Finanzpolitik in Geißelhaft.

Man unterläuft Verträge und missbraucht das Vertrauen der Bürger, nicht nur in der Zinspolitik sondern fast in allen Anlageformen.

Man vernichtet die private Vorsorge des Volkes um Aktienmärkte zu stabilisieren, weil man nicht weiter weiß.

Die Macht der Zocker ist weiterhin ungefährdet, das ist der Wandel innerhalb von ein paar Jahrzehnten.

Kommen wir zurück zum Thema, damals konterten die Medien wirtschaftliche Alternativen aus und die CDU schlachtete diese politische Richtung für sich aus: „ Ollenhauer bestellt das Feld auf dem Moskau sät.“

Damit gewann Adenauer seinen Wahlkampf, es ergänzte sich doch etwas.

Der Osten wurde belegt mit einem verordneten Denk Tabu und damit zog man ein Primat an sich, das nannte sich Freiheit und war in der Tat die zügellose Ökonomisierung unseres Lebens.

Sind heute nicht die politisch Verantwortlichen nicht geradezu feige das neue Feindbild zu erkennen?

Man tanzt doch weiterhin um den heißen Brei herum und lässt andere zahlen, man sollte den Begriff von Gerechtigkeit beginnen politisch zu definieren und nicht auf Feiertagen beschränkt in den Raum vor geladenen Gästen zu werfen.

Ist es gerecht, wenn in internationalen Organisationen Mafiastrukturen herrschen, wo Bestechung ein Teil der Tagesordnung ist?

Wo man unser Vertrauen ins Sparen missbraucht und wo es möglich geworden ist, dass man uns BWL Manager vorsetzt die dem Humanismus den Krieg erklärt haben?

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 11. Juli 2014 um 03:26 Uhr  

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