Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Neuigkeiten Karstadt, der Beton und unsere Innenstädte

Karstadt, der Beton und unsere Innenstädte

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Karstadt unsere Innenstädte und der Beton gehörten einfach zusammen, vor 50 Jahren expandierte der Essener Konzern und pflügte förmlich unsere Innenstädte um.

Dort wo die Manager der Essener Zentrale noch in Innenstädten unbebaute Flächen sahen, mussten Wochenmärkte weichen und wurden monatelang Baugruben ausgehoben.

Nach dem Motto „ Karstadt kommt“ und jeder Gemeindevater sehnte sich in seiner verschlafenden Kleinstadt nach etwas Berliner Tauentzien, ein klein wenig Hauch vom KadeWe in die grauen und engen Städte der 60. Jahre.

Karstadt garantierte „alles unter einem Dach“ und erwarb Großflächen für Kubikmeter von Beton, Karstadt ging in die Tiefe.

Kein Kaufhaus ohne Tiefgarage, kein Haus ohne Außenrolltreppen, kein Kaufhaus ohne Lebensmittelabteilung im Tiefgeschoss und mit eigenen Kindergarten.

Dafür verschwanden in unseren Städten die großen Freiflächen, die Plätze umrundet von schattenspendenden Bäumen auf denen min.2 x in der Woche die Marktstände aufgebaut wurden.

Wo man als Kind beim Metzger immer das Stück Wurst extra bekam und wo man das Sauerkraut noch aus dem Bottich frisch erwerben konnte.

Man wusste, wo man die Margarine lose kaufen konnte und wann man wen wo traf.

Da gab es das Cafe am Markt, das Wirtshaus neben dem Konsum und wenn der Wochenmarkt nicht stattfand wusste man stets wo man das Auto abstellen konnte.

Damals fuhren durch unsere Innenstädte noch die Straßenbahnen, an den bestimmten Haltestellen traf man die Zeitungsverkäufer und all die kleinen Fachgeschäfte waren konzentriert zu finden.

Man wusste stets wo es was zu welchem Preis gab, des Sonntags verglich man Preise, denn die Schaufenster gaben noch etwas her.

Man drückte sich die Nase platt vor jeden Buchladen, kannte fast jedes Elektrogeschäft und man wusste in welcher Drogerie welcher Farbfilm was kostete.

Dann kamen die Bautrupps, die sperrten alles ab und dort wo ein paar Jahre zuvor noch der Weihnachtsmarkt war, dröhnten nun die Hämmer.

Karstadt wuchs und betonierte unsere Innenstädte zu, Karstadt wuchs in allen Richtungen unter dem Vor Hügel befand sich das Parkhaus, man leitete die Straßen um, erst kam dazu eine Ampel mehr, dann folgte eine Hochbrücke.

Karstadt schmückte unsere Innenstädte mit Beton, min. 2 Etagen nach oben und eine nach unten, Flachdach drauf und dazu min. 3 Eingänge.

Zum Parkhaus oder zur Toilette, ging nach 1 Jahr fast keiner mehr, denn da stank es und zum Norden hin ging es terrassenförmig herunter mit Betonblumenkübel und Ruhebänken- wurde zum idealen Treffpunkt der Gemeinde Sektion Spritis.

Der Boom , den Karstadt versprach hielt noch nicht einmal 15 Jahre, bereits im Jahre 1980 war der Lack ab als die ersten Frittenbuden im Erdgeschoss von Karstadt die Schaufenster ersetzen ging es nur noch um Vermarktung.

Die Vermarktung forderte Opfer, Karstadt wurde zur Baustelle nicht nur innen sondern auch nach außen, man gab einiges auf und formierte sich neu, nur der Beton blieb.

Karstadt 2014 auf 3 Ebenen bedeutet auf 2 Ebenen befindet sich Krempel den die Welt nicht braucht, falls der neue Eigentümer einige von diesen Häusern schließen sollte müssten eigentlich die betroffenen Städte „Rekultivierungsansprüche“ anmelden, den ganzen Beton in unseren Innenstädten kann sich der neue Eigentümer dann weiß Gott wohin schmieren.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 28. September 2014 um 03:19 Uhr  

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 335
Beiträge : 5749
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 14227835

Verwandte Beiträge