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Mein Leben Teil 1

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Ich möchte einmal den Herbst des Jahres 2014 dazu nutzen, etwas über mein Leben zu berichten.

Mittlerweile bin ich im Herbst meines eigenen Lebens angelangt und habe das Licht der Welt erblickt als es die Bundesrepublik Deutschland noch nicht gab, ich gehöre also der Generation der unmittelbaren Nachkriegskinder an, die eigentlich die Not nicht mehr bewusst erlebten aber mit Anlauf ins Wirtschaftswunderzeitalter liefen.

Da gibt es Epochen, an denen ich mich noch sehr gut erinnere und traf im Alter Freunde von damals rein zufällig wieder, interessant ist unsere Wurzeln waren in dieser kleinen Welt der Kinder und fast ist aus allen dieser Kinder etwas geworden.

Natürlich erinnert man sich nicht über Jahrzehnte hinweg an Details, doch mitunter bemerkt man stets „ da war doch etwas?“

Darum geht es, der jüngeren Generation zu vermitteln, wie wir eigentlich den Tag verbrachten und was uns was wert war.

Dabei geht es nicht um die große Politik, es geht aber um das was wir Kinder erlebten und was uns manche zumuteten.

Das soll aber auch keine Abrechnung sein, mit der Generation unserer Eltern, die uns eigentlich dieses Nachkriegsdeutschland hinterließen sondern dieser Rückblick soll manchen Mut machen und nicht immer dabei auf das Materielle sehen, denn wahrhaftig ging es unseren Eltern damals nicht gut.

Wohl dem der in dieser ersten Zeit nach dem Krieg noch beide Elternteile hatte, die Großeltern zu erleben und mit ihnen spielen zu können war für viele unter uns bereits ein Luxus.

Nur dazu ein paar typische Beispiele, am Rande jener Kreisstadt im nördlichen Sauerland wo ich meine Kindheit erlebte zog im Jahr 1953 eine Frau mit ihren 6 Söhnen in eine relativ kleine Wohnung ein, die Familie kam über Umwegen aus Schlesien, die Söhne haben ihren Vater nie erlebt.

Ich war damals etwas später befreundet mit den beiden Jüngsten und die sprachen nie über ihre Verwandten und ihren Vater.

Soweit ich das verfolgen konnte im Laufe der Jahre, erkrankten die Kinder nicht und die Mutter war stets für ihre Söhne da, ich meine der eine erlernte den Beruf eines Maurers, der andere wurde Werkzeugmacher und der jüngste studierte auf Lehramt.

Im Nachbarhaus wohnte ein Junge, der etwas älter war als ich, wir waren die Sandkastenfreunde.

Jahrzehnte später entschuldigte er sich mal bei mir, er war es der mir die flache Seite der Kinderblechschaufel auf den Kopf schlug.

Das war mein Freund Peter und komisch war, Peter besaß das was ich nicht hatte nämlich eine Omi und eine Oma, die wiederum wohnten zusammen mit seiner Mutter in einer Wohnung.

Viel später erfuhr ich die Zusammenhänge, seine Mutter und dessen Mutter sprachen auch das typisch niederrheinische und waren als die sog. Bombenopfer bereits im Jahre 1943 in die Wohnung der Dame, die Peter Omi nannte einquartiert worden.

Denn Omis Sohn weilte 1943 als Bergmann in Oberschlesien und hatte dort eine eigene Familie.

Dieser Bergmann kam nicht weg 1945 vor der nahen Front und im Nachkriegspolen waren Bergleute gefragt, Omi schloss ihre Schwiegertochter und ihre eigenen Enkel erst 1962 in ihre Arme, bis zu dieser Zeit war Peter ihr Ersatzenkel.

Allerdings fehlte meinem Freund Peter auch der Vater, den gab es und der war nicht mehr da, der war bereits wieder in Liverpool.

Es gab dort immer noch einen Kontakt zu dem Vater in Liverpool, viel später träumte Peter mal davon nach Liverpool zu fahren.

Unmittelbar auf unserer Etage wohnte eine alte Sozialdemokratin, an die erinnere ich mich ziemlich gut, sie hatte 3 Finger an einer Hand während ihrer Zwangsverpflichtung zur Arbeit unter einer Presse verloren.

Die hatte damals 2 erwachsene Töchter und eine davon hatte das Mädchen von nebenan als ihre Mutter.

Die 3 Damen gingen alle einer Arbeit nach, die Töchter in ein Kontor, so nannte man das und die Oma in eine Fabrik so dass das kleine Mädchen am Tage mitunter bei uns war als wir beide älter wurden, machten wir Kinder uns einmal auf ihren Vater zu suchen.

Wir fanden ihn auch und hatten ein großes Geheimnis, die Welt war für uns Kinder voller Geheimnisse.

Unter dem Dach des Hauses befanden sich kleinere Wohnungen, rechts wohnte der alte Kommunist.

Das war der einzige, den wir Kinder kannten der etwas spendabel war, vielleicht ging es dem finanziell etwas besser.

Nebenan wohnte der Kirchenfenstermaler, der war auf einmal weg, später erfuhr ich, er siedelte in die damals junge DDR über.

Dafür waren aber andere da und bei denen wurde es noch enger, Teile der Verwandtschaft aus Dresden waren bei den Nachbarn unter uns angekommen.

Bei uns war es so, ich hatte den Luxus Vater und Mutter zu haben, zudem war der Großvater noch bei uns gemeldet und als ich zur Welt kam, bekam Familie Krüger keine amtlichen Einquartierungen mehr.

Zur Welt kam ich an einem Sonntag, gegen 11 Uhr, interessant ist dabei folgendes, mein späterer Grundschulfreund erblickte 2 Tage nach mir dort das Licht der Welt und sein Vater wurde im Jahr 1956 der 2. Sozialdemokratische Oberbürgermeister meiner Heimatstadt, da waren wir beide die I Männchen der 2. Klasse.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 29. Oktober 2014 um 16:15 Uhr  

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