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Teil 3 Der Bezug zur gemeinsamen Vergangenheit

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Ich sollte zu diesen Beiträgen, die sich mit meiner Vergangenheit beziehen sagen: Ausgearbeitet habe ich mal dazu die Erinnerungen an das frühe Nachkriegsdeutschland, in dem mich meine recht angenehme Kindheit erleben durfte bereits vor mehr als 23 Jahren.

Das hatte damals nämlich einen Grund, der wiederum hieß das Gemeinsame finden und daraus das Vertrauen aufbauen.

Das war zu der Zeit als um Westberlin herum ein System sich nicht mehr halten konnte und wo Bürger, die gar nicht soweit von mir entfernt wohnten, sich neu orientieren mussten ohne dass irgendwer ihnen half.

Ich glaube es war am 2. Weihnachtstag des Jahres 1989 als mich ein Mitarbeiter von vor mehr als 20 Jahren zuvor anrief und mich um Unterstützung bat.

Da hatten sich Bürger der DDR im Neuen Forum gelöst und in einem nördlichen Außenbezirk von Berlin sich der SDP zugeneigt, die sollte ich besuchen und denen etwas mehr über das Leben im Westen erzählen.

Wobei Anfang 1990 die DDR noch funktionierte und an dem 3. Oktober des Jahres noch keiner dachte, über meinen ersten Besuch im Vereinshaus der Gartenkolonie berichtete ich bereits einige Male, ich hinterließ wohlweißlich mehr Zweifler als Überzeugte.

Was danach folgte war reiner Formalismus, das Vorgehen in den bundesdeutschen Formalismus zu überführen, dabei gaben die im Osten das Tempo vor und ich pendelte zum Telefonieren sowie zum Faxen hin und her.

Irgendwann stellte ich aber dem alten Mitarbeiter des OSIs die entscheidende Frage: „ wie gewinne ich deren Vertrauen?“

Der wiederum schlug mir vor, denen lieben Landsleuten etwas mehr über die Stunde Null im Westen der Republik zu erzählen, wie ich meine Kindheit in den Besatzungszonen erlebte.

Denn die waren dort im Norden Berlins fast gleich alt oder etwas älter als ich, so dass wir eigentlich Erinnerungen haben mussten.

Über die gemeinsame Vergangenheit zu sprechen und was wir an unterschiedlichen Stellen erlebten, wie sich was entwickelte und wie man was wurde.

In der Tat öffneten die sich, denn ich brach förmlich einen Damm, vielleicht hatten sich einige einen Schutzwall in der DDR zugelegt, denen es aber in dieser Form mittlerweile auch im Westen gibt, der schützt vor Epochen der eigenen Vergangenheit.

Diesen Damm brauchte ich nicht brechen, denn manches was ich denen berichtete war ihnen geläufig und einmal sagte mir einer, „brauchst nicht weiter erzählen, das Ende erlebten wir auch in ähnlicher Form.“

Nach einer Weile berichteten die auch über sich und wahrhaftig konnte ich denen folgen, jener aus Pankow der ein oder zwei Jahre jünger war als ich, war ebenso auf dem Kartoffelacker im Herbst dieser Jahre und erkrankte ebenso.

Der Keuchhusten machte vor der Grenze nicht halt, der durfte nachher als Schulkind in die Kinderepublik Wilhelm Pieck an den Werbellinsee fahren und empfand das als Trennung von den Eltern.

Das wiederum war doch im Westen fast genauso, Kinder die am Bahnhof weinten wenn sie nach der Genesung mit einem Kindertransport an die Nordsee fuhren.

Die Systeme hatten nur andere Möglichkeiten und die schöpfte man aus, das Leben ging weiter und es waren immer wieder die Kleinigkeiten im Leben die uns Freude bereiteten.

Es wäre jetzt vielleicht an der Zeit, wenn mancher in Ost oder West der Republik sich im Alter erinnern würde und seine Erlebnisse anderen mitteilen könnte, wir haben doch soviel gemeinsames erlebt.

Manches davon verstanden wir nicht, über etliches wunderten wir uns und vieles von Heute kannten wir damals nicht und auf einige Fragen fanden wir 1 Jahrzehnt später auch keine Antworten.

Nun mal eine Frage an Euch alle, ihr müsst gesehen haben, wie andere Väter ihre Kinder verprügelten.

Was habt ihr da empfunden und wie reagierten dort in solchen Situationen eure Eltern, wurde darüber gesprochen?

Ich sage euch mal dazu etwas aus meinen Erinnerungen, ich schrieb in einem Artikel zuvor von unseren Nachbarn und über den Kirchenfenster Maler der von West nach Ost machte in diesen Jahren.

Der nahm seine Kinder mit und hinterließ im Wilden Westen seine kleine zierliche Frau die Anschluss fand in einem Haushalt bei einem Mediziner.

Die saß mit meiner Mutter und mir im Garten als der Gartennachbar seinen Sohn den blanken Hintern mit seinem Gürtel versohlte und die griff sofort ein, die war schneller als meine Mutter.

Eine solche Situation prägte mich und ihr müsst doch auch erlebt haben, wie Lehrer in der Schule die Kinder verprügelten.

Dann sprechen wir doch einmal darüber, ich verstand es damals nicht weshalb mein Schulfreund die 10 Hiebe mit dem Rohrstock bekommen sollte.

Die bekam er auch nicht, den Rohrstock ließ ich verschwinden, insofern tobte der Lehrer noch mehr.

Das erzählte ich aber Zuhause und meine Eltern waren am anderen Tag mit mir in der Schule.

Ihr müsst gleiches erlebt haben, wir sollten einmal darüber sprechen.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 03. November 2014 um 04:05 Uhr  

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