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Teil 11 "Zwischen Hoffnung und Demokratie"

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Es ist immer wieder etwas schwieriger eine Überschrift zu finden für einen Artikel in einer Serie, in der man bewusst mitunter die Zeitachse verlassen muss, denn bleibt man auf der Zeitachse wird es ein Jahrbuch.

Sicherlich war es mitunter das Jahrbuch der Veränderungen, doch wie spürte man diese Epoche im Nachkriegsdeutschland zwischen Hoffnung und Demokratie?

Im Nachhinein loben sich fast alle demokratischen Parteien für ihren Wiederbeginn, nur wie empfanden diese Zeit die Normalverbraucher und welcher Alltag zeigte dabei sich uns als Kinder?

Darum geht es in erster Linie, denn diese Epoche in Deutschland war geprägt von einer Männergilde nicht nur in der Politik sondern in Amtsstuben, in Schulen und auf den Kanzeln der Kirche denen die eigentliche Demokratie fremd war.

Man ging nicht aufeinander zu sondern machte unter neuen Vorzeichen weiter, darauf müssen wir eingehen- denn diese Zeiten können sich mit anderen Voraussetzungen stets wiederholen.

Ein Leben zwischen der Hoffnung und der Demokratie war nicht immer ein politisches, denn in dieser Zeit waren nicht gerade wenige Bürger mit der Politik als solches eigentlich unzufrieden, denn fast eine ganze Generation in Deutschland kannte nur die Politik der braunen Machthaber.

Zudem übertrug sich der Parlamentarismus nur zäh ins Volk, was wiederum damit zusammenhing man wollte in den Parlamenten stets die jeweilige Regierung stärken, man stimmte in Chor der Regierung zu was einerseits dankbar von den Regierungen aufgenommen wurde aber trotzdem kannte man im Volk kaum die Abgeordneten.

Um sich das einmal vorstellen zu können, muss man die Generation Landser nennen, die nur 6 Jahre Befehl und Gehorsam kannten, die davor 6 Jahre meinten mit Deutschland ginge es wirtschaftlich bergauf, denen fehlten 12 Jahre Arbeit und Denken in der Demokratie.

Aus dieser Generation kamen etliche Männer aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause und fanden ein befremdendes Heim wieder, nicht nur die Enge sondern auch manche Frau und Mutter hatte ihren Mann gestanden und war in einer anderen Lage als zuvor.

Ganz anders war es mit der Generation der Hitler- Jugend, nicht jene die 1945 13 oder 14 Jahre alt waren, die hatten es schwer genug und mussten nach 1945 noch 3 oder 4 Jahre auf die Schulbank um halbwegs einen Schulabschluss zu bekommen.

Danach hatten es viele von denen leichter, denn sie fanden Lehrstellen in Berufen die gefragt waren. Die verstanden sehr schnell, dass ihnen Hitler und seine brauen Horden ihnen einen Teil von ihrer Kindheit raubten.

Das Problem waren andere, jene die 1945 17 Jahre und etwas älter waren, für die brach etwas zusammen, nur die blieben frech und blieben ungebildet aber dafür selbstbewusst, sie überspielten mittels ihrer Frechheit vieles und hatten mit dem Humanismus wenig gemeinsames und interessierten sich kaum für die Demokratie.

Viele meinen heute die Deutschen waren damals entwurzelt, was nicht ganz falsch ist- nur sie waren auch zueinander entfremdet und das wiederum wurde zu einem Alltagsproblem.

Man pfiff in der Not auch seinen Nachbarn an, dabei ging es nicht um das Gesetz sondern man machte weiter so wie man es kannte.

Man kannte nur das Gesetz des Stärkeren, man unterhielt sich nicht über Themen sondern über Taten.

Eigentlich war es eine vom Alltag geprägte recht themenlose Zeit, den Alltag der Frauen und Mütter schilderte ich bereits und die Väter, falls sie wieder ihre Arbeit hatten befanden sich größtenteils in einer 48 Wochenarbeitsstunde.

In dieser Rolle mussten sie sich auch erst wieder zu Recht finden, mancher sagte mitunter immer noch Kamerad und meinte seinen Kollegen.

Die Harmonie herzustellen zwischen Heim, Arbeit und Familie lag in der Obhut der Frauen und manche Frau musste noch mitarbeiten.

Um daran etwas durchaus Positives herauszufinden sollte man die Alltagsgeschichten mit all ihren kleinen Niedlichkeiten erkennen, denn das war der Teil unserer Kindheit.

Wir erlebten auch, wie und wann Menschen füreinander da waren, sonst hätte das alles nämlich nie funktioniert denn in den Ämtern saßen überwiegend noch die gleichen wie vor 1945.

Man konnte sich also nur auf jene verlassen, denen man das Vertrauen schenkte und das wiederum wurde manchmal bitter herausgefordert.

Schon damals forderten etliche mehr Strenge, nur wer am lautesten rief hatte faule Kartoffeln im Keller, auch spielte dabei die Korruption eine Rolle- diese andere Art eines Diebstahls löste die Schwarzmarktgeschäfte auf.

Einiges war stets nicht legal aber durchaus human, manches war gerechter als es dem Recht entsprach und wiederum empfand man vieles als ungerecht.

Der Rechtstaat war erst im Aufbau und das zivile Recht war das Recht der Gesellschaft und diese Gesellschaft schwankte zwischen der Hoffnung und der Demokratie.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 27. November 2014 um 04:14 Uhr  

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