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Start Neuigkeiten Teil 13 "Die Kittelschürzenmafia"

Teil 13 "Die Kittelschürzenmafia"

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Ich bin mir meiner Sache nicht ganz sicher, doch meine ich rückblickend auf mehr als 60 Jahre, wenn es in der Gründungsphase und in den ersten Jahren der Bundesrepublik so etwas ähnliches gegeben hätte, sicherlich unter anderen Vorzeichen wie nachher im Ostteil unseres Landes die Stasi, die hätte im Westen regen Zulauf gehabt.

Um das einmal heraus zustellen, wie und mit welcher Art und Weise der eine den anderen anschiss und sich dadurch Vorteile für sich erhoffte, kramen wir mal etwas in den Erinnerungen und man findet nicht nur den kleindeutschen Geist wieder sondern man war der Meinung, es sei eigentlich legal den Anderen anzuscheißen.

Mitunter waren es Kleinigkeiten, ein Beispiel spielte sich auf jenem Grundstück ab was eigentlich noch immer sich im Familienbesitz befand, was andererseits aber vermarktet wurde von dem Mann meiner Tante.

Der wiederum hatte ganz etwas anderes im Kopf als sich in solche interne Auseinandersetzungen sich einzumischen, wobei eine Auseinandersetzung immer wieder stattfand.

Für meinen Vater stellte sich die Situation wie folgt da: Für ihn waren das die Menschen, die auf relativ engen Raum voneinander und untereinander abhängig waren und das Wort „Rücksicht“ nicht kannten.

Nicht nur das alte Pförtnerhaus war belegt worden durch eine Flüchtlingsfamilie sondern auch in die beiden Fachwerkhäuser diesseits und jenseits der Wiese zog wieder Leben ein.

Das Pförtnerhaus wurde zu einer besonderen Art einer Loge, bevor mein Vater einen Schritt weiter machte erfuhr er bereits wann, wer und wo irgendetwas feierte.

Das interessierte ihm zwar weniger, doch er bot seine Hilfe den Menschen dort an, in unseren Backofen befanden sich demzufolge mitunter Kuchen die uns nicht gehörten und der der den Teig dazu knetete besaß keinen Backofen.

Das war die eine Sache, eine andere war für uns Kinder wesentlich interessanter, stets waren es 2 ältere Frauen in den damals üblichen bunten Kittelschürzen die sich auf 50 Meter Entfernung beschimpften.

Die davon betrieb in dem östlichen kleinen Fachwerkhaus die Waschküche und bot sich als Wäscherin an und die andere in der ebenfalls identischen Kittelschürze wohnte im westlich gelegenen Fachwerkhaus und vermietete die angrenzende Wiese als Wäschebleiche.

Was eigentlich gar nicht vorgesehen war, nur die ruhmreiche Wehrmacht hatte dort auf der Wiese einen Betonbottich errichtet als den Feuerlöschteich.

Der überlebte die Kapitulation und wurde zu einer neuen Funktion bestimmt, das machten einige und es war nicht immer legal, denn vor dem legalen Handeln kam das Wort „organisieren“.

Das wäre alles halb so schlimm gewesen, wenn dabei nicht der Mühlbach eine Rolle gespielt hätte, dessen Bett jenseits des Grundstückes verlief und unterhalb einer kleinen Anhöhe den Mühlteich speiste.

Das Wasserrad drehte sich nur noch symbolisch, nur wohnte am Mühlteich auch noch ein Oberschlaumeier.

Der hatte den Teich zu seinen Karpfenteich umfunktioniert, einen Teil des Wassers vom Bach ging allerdings durch die Waschküche und floss von dort unterhalb des Teiches zurück.

Irgendeine NS Formation hatte allerdings vom Bachlauf auf unserem Grundstück ein kleines Wehr errichtet um den Feuerlöschteich speisen zu können und das Wasser floss nun in den Spülbottich der Bleiche.

Zog man beide Schwerter kam kein Wasser mehr im Mühlteich an, den Ärger ging man aus dem Weg – übrig bleiben nur die beiden Frauen in den Kittelschürzen und die konnten sich nicht einigen, wer, wann das Wasser benötigte.

Das waren mitunter lautstarke Wortgefechte die fast die ganze Vergangenheit beider zum Vorschein brachte, alle drei Wassernutzer hatten jedoch bald einen gemeinsamen Hauptgegner.

Der Hauptgegner waren jene die sich dort Gärten unterhielten, die schöpften nämlich das Wasser auch aus dem Wehr.

Warum dort überhaupt Gärten entstanden, hing mit dem Zugeständnis jenes Onkels zusammen der eigentlich das alles verwalten sollte.

Der wiederum hatte einen 7. Sinn, nicht für die Flüchtlinge die dort ihren Garten betrieben und ihm vielleicht noch 5 DM dafür im Monat bezahlten sondern er ahnte etwas, Freiflächen dieser Art auf sog. Brachen wurden von der Stadtverwaltung gerne genutzt um den anfallenden Bauschutt vorübergehend abzuladen.

All das hatte aber zur Folge dass man nicht nur Geräteschuppen baute, sondern auch Lauben. Was da nicht von Anderen herangetragen wurde, wer wo was mit welchem Material baut und wie es in mancher Laube aussah, kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.

Der eine beobachtete den anderen und trug das dem dritten zu, es begann allerdings stets mit dem Streit über das Wasser und dann steigerte sich das.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 13. Dezember 2014 um 04:18 Uhr  

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