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Teil 17 "Wie stand es um unsere Moral?"

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Wo standen wir damals eigentlich und wie war es um unsere Moral bestellt?

In der Zeit wo man in Westdeutschland das Plakat „Deutschland, 3geteilt niemals“ in den Grenzen von 1937 sah, wo der Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten mit in der Regierung Adenauer saß, wo politische Rechtsaußen aus der Deutschen Partei Minister wurden, stand es um unsere Moral nicht gut und der Geist des Kleinbürgers schlug rechts.

Interessierte sich der deutsche Michel in den Anfangsjahren der Bundesrepublik überhaupt für die Politik, wusste das Volk wie die Demokratie funktionierte, was man wusste war im konservativen Lager Rücksicht zu nehmen auf bestimmte Lager die Wähler sicherten.

Man nahm zunächst Rücksicht auf die Ewiggestrigen, verzieh vielen etwas und kannte das Wort „Verantwortung“ für Unrecht nicht.

Unterschwellig setzte sich der Geist von Gestern nicht nur in der Politik sondern auch in der Kultur und in der Wirtschaft fort.

In mancher Zeitung schrieb der Frontberichterstatter von Gestern über die Politik von Heute, man beherrschte auch in den Schulen die Sprache der Demokratie nicht.

Die Schule der Diktatoren hatte ihre Absolventen in Stellungen der Demokratie entlassen und die dachten nicht daran sich zu ändern, denn Adenauer benötigte sie.

Man las wieder Groschenromane, man hatte in den Schulen kaum neue Lehrbücher, ganz zu schweigen von Atlanten, da trat die Kultur die Kellertreppe nach unten an. Was wieder blühte waren Gesellschaftsvereine und Schützenbrüderschaften, der Beginn der Brot und Spiele- Spiele in der jungen Republik.

Kurz nach dem Stopp der Westmächte zur Demontage der Schwerindustrie in ihren Zonen, behielten die Briten Nerven und widersetzen sich den Vorschlägen zur Überwachung des Ruhrgebietes.

Danach kamen die amerikanischen Kredite und das war nicht nur der Marshall Plan, damit profitierte man, nur wer?

Im letzten Artikel kamen wir zu einer Feststellung, teilweise war der Kurs DM zum Dollar bei 2,40 zu 1,00 und damit erhitzte man den Aufbau, nachdem das britische Pfund sich in einer Talfahrt befand und in Frankreich, die 4. Republik noch den alten Franc hatte, wertete man die DM ab auf ca. 4,20 DM zu einem Dollar.

Das hatte Folgen, der Dollar war zur Leitwährung Europas geworden und in ganz Westeuropa wesentlich teurer geworden, die Löhne und Gehälter erhöhte man nicht, man regte allerdings den Konsum an.

Wir wurden somit zu Konsumenten erzogen, einen ganz anderen Weg ging Großbritannien.

In der jungen Bundesrepublik spielte man mit den Bedürfnissen der Menschen, man hatte das Konsumangebot aber andererseits eine Bevölkerung die knapp bei Kasse war.

Daher einiges im Wert wieder stieg, waren die eigentlich Reichen wieder reich und damit begann das Spiel von vorne.

Die vorher etwas besaßen verfügten über neue Werte, die zog man nicht heran zur Darlehenstilgung der ERP Kredite.

Damit begann unterschwellig eine ganz große Umverteilung der Lasten des Krieges, die Krönung dazu war das Gesetz über den Lastenausgleich der Vertriebenen.

Die Wertberichtigungen war der ökonomische Teil und den hielt man im Volk ganz einfach medienmäßig flach, man prahlte mit dem Warenangebot.

Innerhalb von kürzester Zeit wurde die Hungernation des Winters 1946 zur Konsumentennation des Jahres 1954.

Nur war das kein Blendwerk sondern eine Konstruktion, weniger des Rheinischen Kapitalismus sondern der Notwendigkeit wegen.

Diese Notwendigkeit wird allerdings heute noch stets politisch und historisch herunter gespielt, denn damit stütze man weder die Demokratie noch förderte man eine andere Kultur.

Es gab sie nach 1945 nicht mehr die Großgrundbesitzer und die ostelbischen Junker aber an ihrer Stelle traten die Nutznießer der Wertberichtigungen.

Waren die in einem gewissen Alter dann verpachteten oder veräußerten sie und der neue Pächter kam über die ERP Kredite zu modernen und leistungsfähigen Maschinen und Anlagen.

Die nannte man kurz darauf die Neureichen und die wiederum passten sich sofort dem System an.

Auf der Strecke blieb eigentlich der Lohnabhängige, dem blieb nichts anderes übrig als Überstunden zu machen bei einer geltenden Arbeitszeit von 48 Wochenstunden.

Manches was von denen gekauft wurde, bezahlte man mit einem Firmenkredit den man dann wieder durch die Überstunden verrechnete.

Andererseits war im Nachkriegsdeutschland der Faktor Arbeit relativ billig und mittels der Flüchtlinge hatte dieser Faktor noch zahlenmäßig einen Zuwachs.

Da entwickelte sich ein zusätzlicher Beschäftigungssektor in Form von Heimarbeit sowie Nebenbeschäftigungen.

In jeder Nachbarschaft befand sich min. eine Frau und Mutter die eine Putzstelle hatte und es gab eine Vielzahl von 14 jährigen Jungen die eine Laufstelle in einem Betrieb hatten.

Wie viele brauchten das wirklich um zu überleben und wer benötigte das zusätzliche Geld um den Verlockungen des Marktes Folge leisten zu können?

Ganz zu schweigen von den landwirtschaftlichen Betrieben, ich kenne fast keinen von den Jungen in der Nachbarschaft, die als 15 oder 16 jährige im Sommer dort als Erntehelfer waren, die nicht beschissen wurden.

Mit der Moral stand es nicht gut und die Freiheit legten zu viele für sich aus.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 01. Februar 2015 um 04:17 Uhr  

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