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Teil 22 "Neues Deutschland"

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Neues Deutschland, so nannte man sinnigerweise das Zentralorgan der SED, dieser Artikel bezieht sich nicht auf die Partei der gedrückten Hände sondern auf den Impuls der Zeit.

Denn auch der Titel „Neues Deutschland“ kam nicht von ungefähr und prägt die Stalinallee am Strausberger Platz, wobei diese Bauten noch einen Stil haben.

Den sog. Zuckerbäckerstil, nach dem Bauarbeiter Motto „ein Stein- ein Bier“- im Vergleich liegt das Neue Deutschland von heute im Bezirk Spandau auf dem ehem. Britischen Flugplatz Gatow, wildentschlossen und stillos bebaut von Neureichen der Republik, die im Grünen schlafen möchten.

Widmen wir uns aber wieder der Historie zu, wir waren zuletzt im Jahr 1952, in diesem Jahr verdienten Lehrer knapp 380 DM Brutto pro Monat und hatten eine 6 Tage- Woche bei ca. mehr als 30 Kindern in einer Klasse.

Ein Briefzusteller verdiente bis zu 220 DM pro Monat und mancher Mechaniker kam auf 1,30DM Brutto pro Stunde.

In dieser Zeit zog die produzierende Wirtschaft an, insbesondere in der Kohle- und Stahlindustrie, es genossen einige Privilegien.

Die Menschen strömten dorthin wo es Arbeit und Brot gab und das Ruhrgebiet wurde zu einem Magneten.

Allerdings gab der Staat oder besser gesagt das Land und die Kommunen den Wohnungsbau, den Wiederaufbau und die Infrastruktur nicht aus der Hand und damit entstand die soziale Nachkriegsmischung.

Wurden die ersten Flüchtlinge aus dem Osten unseres Landes noch unfreiwillig zu willigen Helfern in der Landwirtschaft, zog es ein paar Jahre später etliche in die Industriemetropolen.

Josef Neckermann kaufte damals Adressen von Bürgern in Flüchtlingsunterkünften und verteile dort seinen ersten Versandhauskatalog, ab 1953 kamen die Bedürfnisse der Menschen hinzu allerdings nur ausgerichtet auf den Konsum.

Nach der Schwerindustrie, war die Bauwirtschaft eine Stütze der Republik geworden und in dieser Phase wurde der Ruf nach Konsumartikeln lauter.

Komischerweise wurde der Besitz von Konsumartikeln der Wertmesser des Wohlstandes, noch war man allerdings noch nicht soweit.

Um Konsumartikel zu produzieren muss man auf eine Massenproduktion umsteigen, mit dem Wert der DM hatte man einen Grundstein gelegt, mit der Mechanisierung wollte man die Voraussetzungen schaffen.

Die wiederum kann nur erfolgen mit Produktionsanlagen und genau dafür gab es die amerikanischen Kredite, die ersten in der Bundesrepublik installierten Anlagen waren made in USA, denn das Herz des deutschen Anlagen- und Maschinenbaues schlug einmal in Sachsen.

Erst als man Unternehmen aus Sachsen in die junge Bundesrepublik lockte entstand im Süden unserer Republik ein Maschinenbaustandort, nur einmal zur Erinnerung nach Ingolstadt kam Audi nicht durch Zufall sondern auch Entwicklungs-Ingenieure aus Zwickau und zudem waren die wiederum billig zu haben.

Die einst willigen Ingenieure des Albert Speer verkauften sich in der jungen Bundesrepublik preiswert, sie verstanden etwas von der Massenproduktion.

Für die war das kein Problem von der Massenproduktion für die Kriegswirtschaft auf die Massennachfrage der Konsumgüterwirtschaft umzuschalten, es begann die Ära der ungelernten Akkordkräfte.

Um das zu verstehen, muss man nicht nur die sog. Mechanisierungsstufen verstehen sondern sich mit dem Nutzen und der Lebensdauer der Produkte auseinander setzen, vom Nylonstrumpf bis zum Tephifon, vom Eierkocher über den Tauchsieder bis zur NSU Quickly.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 25. Februar 2015 um 04:00 Uhr  

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