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Start Neuigkeiten Teil 33 "Amerikas Rohrkrepierer"

Teil 33 "Amerikas Rohrkrepierer"

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Das Fach nannte sich nun Bürgerkunde, wir waren also ziemlich rasant zu Bürger eines Staates geworden, den wir eigentlich gar nicht kannten.

Die Frage erlaubt sich heute zu stellen, kannten unsere damaligen Lehrer eigentlich das Provisorium Bundesrepublik?

Sie bekamen ihr Gehalt von einem Staat, der mittlerweile eine Demokratie war, doch wie demokratisch war unsere Umgebung?

Eigentlich zunächst überhaupt nicht, denn es fehlte nicht nur an Erziehern sondern auch an Schulgebäuden und an Unterrichtsmaterial.

Wir bekamen das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und erst Monate später die Verfassung des Landes, warum hieß die Verfassung eigentlich Grundgesetz?

Wer das in der Schule fragte, traf mitunter unvorbereitete Lehrer, denn auch sie verfolgten nicht die Parlamentarische Versammlung in Bonn und erst recht nicht die Nürnberger Kriegsverbrecher Prozesse.

Sie unterrichteten nach den Vorgaben und die klammerten aus, sie klammerten den Vormärz aus und die Verfassung der Paulskirche so wie die Weimarer Verfassung.

Nun erst Jahre danach wurde uns klar, die Grundlage des Grundgesetzes war mehr oder minder die Weimarer Verfassung und der wiederum lag der Verfassungsentwurf der Paulskirche vor.

Man klammerte also Teile des Lebens aus und nicht nur im historischen Bezug zu Westdeutschland sondern durchaus im internationalen Vergleich.

Wann erfuhren wir von der Verfassung der USA und welchen Einfluss hatte darauf die franz. Revolution vorgegeben?

Das war ein Manko, mit uns nahm man Staatsformen durch, verglich das mit Preußens Gloria und wo blieben die Männer des Volkes mit den Ideen für das Volk?

Wir erfuhren nichts von dem Werk des Karl Marx in Brüssel und staunten als wir Jahre danach erfuhren „das Grab des Karl Marx befindet sich in London.“

Ganz zu schweigen von der Montan- Mitbestimmung, das Ding wurde fast nicht behandelt, wir erfuhren nur etwas von Ludwig Erhard, der Verfasser des Buches: „ Wohlstand für Alle“.

Wir waren also Wohlstandskinder die nicht mit den Schmuddelkindern spielten.

Um das etwas genauer zu beschreiben muss man ins Jahr 1965 abtauchen, diese Art und Weise das System singend zu beschreiben fand bei Erhard Wohlwollen und dazu setzte man auf Staatskosten den Transport der Bundeswehr ein.

Die Welle hieß: Sing out 66, das war ein importierter Chor der frohlockte die Regierung, dankte Gott und die Welt, würde sich angeblich stets waschen und man trat in Sonntagskleidung auf.

Sogar die ard übertrug aus der Dortmunder Westfalenhalle ein Abendkonzert diese Wohlstandsjünglinge, eigentlich verschwanden sie so wieder wie sie kamen.

Dieser moralische Marshallplan war der amerikanische Rohrkrepierer. Mittlerweile konnten wir im Gegensatz zu unseren Eltern etwas auswählen und unterscheiden.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 27. März 2015 um 04:04 Uhr  

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