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Teil 35 "Unsere Klassenfahrten"

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In guter Erinnerung blieben bei mir unsere gemeinsamen Klassenfahrten.

Allerdings waren die damals noch etwas bescheidener als jene die sich heute Schülergruppen leisten, für unsere erste Klassenfahrt in die Jugendherberge an der Burg in Nürnberg hatten wir ein Jahr zuvor das Sparkonto eröffnet.

Monatlich zahlten wir dort ca. 5 DM ein und warteten auf noble Spender, ein solcher tat sich unerwartet auf.

Dieser Spender war mein Großonkel, irgendetwas von den Geländen wurde verkauft und er brachte uns den erhofften Betrag.

Das alles allerdings hatte Folgen, denn etliche Modelle mussten umquartiert werden, wozu wir natürlich bereit waren mitzuhelfen.

Die Woche mit der Klasse in Nürnberg werde ich nie vergessen, zunächst erzählte mir während der Fahrt eine Klassenfreundin ein Geheimnis, sie war mal Deutsche Jugendmeisterin im Eiskunstlauf.

Das haute mir fast die Sprache weg, trotzdem sie so natürlich blieb und eine von uns war.

Bei uns zählte nämlich die Gemeinschaft und dazu diente das wiederaufgebaute Nürnberg.

Es ging um die Stadtgeschichte der Reichsstadt, Nürnberg war die Stadt der Bürger und bereits eine Republik.

Nürnberg die Metropole Frankens hatte allerdings auch noch Schattenseiten, nicht nur politisch die Zugehörigkeit zu Bayern sondern auch im Stadtbild.

Wir erfuhren also ziemlich früh etwas darüber, welche Wohnquartiere man abreißen wollte und was man jenseits der Zeppelinwiese bauen wollte, die Planungen des Quartiers Langwasser.

Nürnberg stand aber auch für die andere Geschichte in Deutschland, da erfuhren wir erstmals von den Nürnberger Gesetzen.

Etwas was bisher nicht in der Schule behandelt wurde, wir waren also mittendrin und stellten Fragen, die man uns in Nürnberg beantworten konnte.

Wie war das möglich, diese Massen von Menschen von der Tribüne am heutigen Norisring zu dirigieren und was sollte in dieser unvollendeten Kongresshalle stattfinden?

Da entwickelte sich zum ersten Mal der Dialog und den setzten wir fort in der Fürther Straße im Justizpalast.

Welche Prozesse folgten dem Nürnberger Kriegsverbrecher- Prozess und wie endeten sie?

Zudem fragten wir, wer waren die deutschen Prozessbeobachter und für wen berichteten sie?

Zähneknirschend erfuhren wir den Namen „ Markus Wolf“ und der wäre der Sohn des großen Konrad Wolf gewesen, der vor den Nazis nach Moskau geflohen sei.

Dann gab es noch diesen Klaus Mann, da wusste jeder von uns, der Sohn des Nobelpreisträgers Thomas Mann, doch Klaus Mann war mit seinen Büchern und Schriften im Adenauer Deutschland ebenso in Ungnade gefallen.

Da blieb also nur Willy Brandt übrig, der zu der Zeit der Nürnberger Kriegsverbrecher- Prozesse in Stein bei Nürnberg in der Villa des Bleistift- Fabrikanten Faber wohnte.

In dieser Zeit wandelte sich die Bonner Republik, denn es fanden in Frankfurt am Main die Auschwitz Prozesse statt, die Akte Auschwitz hatte man durch Zufall gefunden.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 06. April 2015 um 03:20 Uhr  

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