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Armut – Versuch einer Definition!

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Zu meiner Zeit in den frühen 60er war die Armut in den Arbeitervierteln und im ländlichen Umfeld meist das Bild das weite Teile der Gesellschaft prägte.

Jenseits der heutigen Gerechtigkeitsdebatten jedoch wurde diese als gottgegebener Makel von der bürgerlichen Gesellschaft oft hingenommen.

Man sprach von „denen da oben“ und von uns da unten!

Wer diese soziale Trennung in Frage stellte galt oft als Ruhestörer und wurde von den „anständigen Leuten“ gemieden.

Ich selbst wuchs in einen solchen Haushalt auf der geprägt war von Autoritätsgläubigkeit und Entbehrungen.

Eine Zweizimmerwohnung von ca.: 30qm stellte das Obdach für einen Vier-Personen-Haushalt da.

Ein hölzernes Plumpsklo hinterm Haus nahm die Hinterlassenschaften mehrerer Mitparteien auf und so manche Boulevard-Zeitung fand im Nachgang ein sinnvolle Zweitverwendung.

Einmal im Monat durften wir unter Vorbehalt die Waschräume der Vermieterin nutzen und unser Nachbar hatte schon einen Fernseher!

So gesehen mag die statistische Definition der Armut von heute bei vielen den Eindruck erwecken als würde unsere Gesellschaft heute auf einem hohen Niveau klagen, tatsächlich kann man sich hier auf den Standpunkt stellen das es sich heute in manchen Randgebieten mit der definierten Summe bei kluger Haushalsführung antequat Leben läßt.

Der Grundlegende Fehler ist sowohl auf staatlicher – wie auch auf bürgerlicher Seite ist in jener Logik das sie Armut de facto über das Konsumverhalten ( bzw. das Einkommen) ermittelt.

Über den Besitzstand und den Sozialen Wohlstand.

http://www.amtliche-sozialberichterstattung.de/A1armutsgefaehrdungsquoten.html

Armut wird als Gegenstück von Reichtum de facto als Negativlohn (für eine nicht erbrachte Leistung) zur Schuld der Betroffenen !

Bei genauer Betrachtung aber ist diese Art der verschuldeten Armut systemisch für eine funktionierende demokratische Gesellschaft nie relevant gewesen.

Aufhorchen jedoch sollte uns eine gesellschaftspolitische Sichtweise von Armut die mit einer sozialen Diskriminierung einhergeht.

Den die Frage der Teilhabe wird weder über den Markt – noch über das Einzelschicksal formuliert sondern immer über den demokratischen Willen unsrer Gesellschaft ! (Bildungsgerechtigkeit ist ein solcher Faktor)

Ein recht gute Darstellung liefert uns an dieser Stelle ein Link der kath. Kirche in NRW: http://www.katho-nrw.de/uploads/media/3.4_Armut_und_Ausgrenzung_in_Deutschland.pdf

Letztlich wird es immer wieder offensichtlich das Armut keine Schicksalsfrage ist sondern die Quintessenz einer gesellschaftlichen Entscheidung.

Eines Scheiterns das sich im Casino-Kapitalismus ebenso zeigt wie im Extremismus .

Hierbei stelle ich das System der Leistungsgesellschaft grundsätzlich nicht in Frage.

Innervation und persönliche Anstrengung müssen aus Gründen der Motivation zweifellos mit einem höheren Mehrwert entlohnt werden dieses hat zwangsläufig zur Folge das Menschen mit geringeren Möglichkeiten auch mit einem bescheideneren Auskommen ihr Leben gestalten müssen.

Nicht akzeptabel sollte es aber für eine demokratische Gesellschaft sein wenn sich eine kleine elitäre Paralellgesellschaft zunehmend aus den Ressursen einer demokratisch sozialen Kultur schöpft ohne sich deren Grundsätzen gegenüber verpflichtet zu fühlen.

Wenn demokratische Kräfte es nicht mehr schaffen den Markt in den Dienst der Gesellschaft zu stellen so dass dieser eine marktkonforme Subkultur hervorbringen kann – denn auch dann definieren wir Armut !

 

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 12. November 2014 um 04:20 Uhr  

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