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Start Neuigkeiten Teil 41 "Auf der Suche nach den Werten"

Teil 41 "Auf der Suche nach den Werten"

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Leider führte ich damals kein Tagebuch, das erweist sich jetzt als ein Manko was mir allerdings blieb war für mehrere Jahre mein Terminkalender.

In diesen wiederum notierte ich die sog. wichtigen Treffen, für mich war dieses Zeit spannend, wenn ich nun fast 4 Jahrzehnte später das ein oder andere dazu schreibe, ist das wiederum mit dem zeitlichen Ablauf nicht immer konform.

Insofern gab es für mich ein weniger wichtiges Ereignis, was aber ein Wendepunkt in meinem Leben sein sollte- das stellte sich aber erst nachträglich heraus.

In der evang. Akademie lief ein Seminar, zu dem man mich weder eingeladen hatte noch schenkte ich dem Interesse, nur meine Cousine bedrängte mich zum Abschluss dort zu sein.

Da erfuhr ich mehr und auch über mich, zuvor gönnte ich mir den Spaziergang unter den alten Buchen am Ufer des Flusses, nahm den Weg den ich immer als Kind ging.

Traf zufällig unweit der Kapelle den Kantor wieder, den Vater meines „old man river“, den spielten wir noch einmal und ich berichtete ihm vom Erfolg.

„Ausnutzen- und genießen“ waren seine Worte, ausgezahlt hatte sich der bereits für mich, doch was bedeutete „ausnutzen“?

Dann überschlugen sich die Ereignisse, die Seminarteilnehmer diskutierten weit nach dem Ende der Veranstaltung unter und mit sich munter weiter.

Ich erfuhr das Thema, es ging um die Werte in der Gesellschaft.

Ja und dabei erfuhr ich am Rande, das man sich ja nicht zur Elite zählen sollte, sonst wäre man nämlich unglaubwürdig.

Das wollte ich allerdings auch nie und mit dem Reichtum hatte es bei mir Grenzen und die begannen bereits stets am 5. Des Monats.

Darum ging es auch in diesem Seminar, das stand unmittelbar unter der Gefahr des braunen Nebels den die NPD auf Deutschland warf.

Da war man sich vielleicht einig geworden, eine Vielzahl dieser Sympathisanten kam aus der unteren sozialen Schicht und waren jene Biedermänner in der Republik die mit der Demokratie nichts anfangen konnten.

Es konnte sein, es waren auch jene die leicht anfällig waren auf dumpfe Parolen.

So wie ich mitbekam hatte das alles mit den niedrigen immateriellen Werten dieser Menschen zu tun.

Für mich waren das allerdings zwei Stiefel, jene die andere dazu verführen wollten und jene die bereit waren sich verführen zu lassen.

Mit dieser Bemerkung, hätte ich bloß nicht in diese Diskussion eingegriffen, denn meine eigene Cousine fuhr mir über den Mund.

Sie konterte mit der Reaktion auf Aktionen anderer und fragte mich nach den Werten der Demokratie die ich verteidigen möchte?

„ Was sind eigentlich unsere Werte?“ den Satz werde ich nie vergessen, ebenso die Frage nach der Heimat.

Dann flüsterte sie mir etwas zu, das betraf ihren um 10 Jahre älteren Bruder, der wiederum hatte sich ebenso radikalisiert, er war der neugegründeten DKP beigetreten und sie fand das überhaupt nicht gut.

Ich hatte den Eindruck, hier fand man das kpl. Parteienspektrum nicht gut, denn gerade die Parteien scheuten vor der eigentlichen gesellschaftlichen Auseinandersetzung.

Das wurde ein langer Abend, denn es ging immer wieder um Beteiligung und Ausklammerung, um die Verteidigung von Positionen in der Gesellschaft und von Formen des Zusammenlebens.

Das Leben sei ein Geben und Nehmen, nur wer gibt uns etwas freiwillig?

Irgendwann am späten Abend kam das Gleichnis vom barmherzigen Samariter, das wollte man kopieren und interpretieren und allen Landtagsabgeordneten zu stellen.

In der Nacht plapperte die weiter mit mir, weniger um den Kommunisten den wir nun in der Familie hatten, sondern die bezog das alles auf meine derzeitige Lage.

Die wiederum war mir bis dahin gar nicht so bewusst geworden, allerdings gestrandet war ich noch nicht, stand aber kurz vor einem Startblock ins Ungewisse.

Ordnung in die eigene Wertevorstellung zu bringen, das war ihre Forderung an mich.

Zudem sollte ich mich nicht in Abhängigkeiten bringen, das betraf wiederum die eigene Familie.

Damit hatte sie einen wunden Punkt bei mir erwischt, ich sollte niemals fordern sondern mich fördern lassen und dazu hätten die Rücklagen.

Nur sollte ich beweisen auf eigene Füße stehen zu können und meinen Weg nehmen. Gut geredet, dachte ich mir, die ist in Form lass sie mal machen.

Ich benötigte nicht nur die Reife, die ich erworben hätte sondern auch das Interesse an ein Mehr an Wissen und zudem ein relativ kleines aber feines finanzielles Polster um damit operieren zu können.

Daran hatte ich zwar gedacht und wollte meinen alten Herrn anpumpen, davor ich allerdings das aussprach, meinte sie, einen in der Familie dazu ansprechen ist genau der falsche Weg.

Die müssen irgendwann selbst darauf kommen, wenn nicht müsste man dabei nachhelfen.

Die Nachhilfe hatte sie bereits gegeben, nun wusste ich auch wo sie war, mein Vater war ihr Patenonkel und der war stolz auf sie. Da war es um mich passiert, denn zu dem fand sie die richtigen Worte, mir die Chance geben um kurzfristig Geld zu verdienen.

Dem wäre das sofort klar geworden, ab kommende Woche wäre ich für mehrere Wochen die Urlaubsvertretung eines Landbriefträgers.

Na super, der Job und soweit die Füße tragen- doch die Idee war einleuchtend.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 24. April 2015 um 02:58 Uhr  

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