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Teil 42 "Die Leistungsmaschine"

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Meine Leistungsmaschine begann zu starten, bevor ich den Motor angeworfen hatte. Ich wurde aktiv und begann meinen Dienst als Aushilfs- Landbriefträger und machte mich stets auf die Socken, nach dem Motto „soweit die Füße tragen“.

Hatte allerdings einen Vorteil, das bekam ich gut bezahlt, traf kaum Vorgesetzte und zudem Menschen die mich erwarteten und die mit mir ein Gespräch begannen.

Wobei ich jetzt des Abends mich intensiver mit den Lektionen der DGB Briefschule beschäftigte, ein Teil war fantastisch für mich, der Begriff der Wirtschaftswissenschaften, die eigentlich gar keine klassischen Wissenschaften waren und sich aus Interessen zusammen setzen.

Das war immer eine Diskussion wert, denn in Deutschland regierte gerade der Obermeister des Gruselkabinetts namens Kurt Georg Kiesinger, ein alter Nazi der nach dem Krieg in der CDU Karriere machte.

Das hatte ich zwar mitbekommen und war heilfroh, dass der andere Deutsche Willy Brandt der Vizekanzler war.

Ansonsten hatte ich mittlerweile eingesehen, die Fahrschule zum Erwerb des Führerscheins der Klasse 3 wäre angebracht, ich kurvte also bereits in einem Fahrschulwagen der Marke VW durch die Stadt.

Was ich allerdings nicht wusste, wie sich ein Leben unter anderen Bedingungen entwickeln würde?

ich ging zwar kurzfristig einer bezahlten Beschäftigung nach, hatte aber so viele Fragen die aus meinen Lektionen stammten, dass ich mich zu meiner Cousine aufmachte.

Die allerdings machten im Studentenheim gerade etwas anders, man ging einer Auftragsarbeit nach für eine Zeitschrift und genau ging es um die mechanisierten Glockenspiele im westlichen Flandern.

Was wusste ich eigentlich von Belgien, wobei Jahre zuvor der Kongo in allen Nachrichten kam.

Der Aufbau des Staates und die Nationen Belgiens sowie die Einsetzung des Könighauses war nicht nur mir fremd und zudem erzählte man mir nun von der Hochmechanisierung dieser Region wo man in Teilen Deutschlands noch die Muskelkraft schätzte.

Ich sollte mich also mit Belgien beschäftigen und zudem wie stand es mit meinem Frankreich- Wissen?

Komisch Frankreich will liberal sein und die Gleichheit hoch setzen und führte den Krieg in Algerien.

Ich sollte mal Albert Camus lesen, na gut wo ich überhaupt nichts zu sagen konnte, war die Rolle von Mitterrand.

Der war mittlerweile der Sozialist, doch kam von rechts und war ein Offizier der aus deutscher Kriegsgefangenschaft flüchtete, war andererseits für das französische Algerien.

Das endete damit, dass ich einsah- Ahnung vom Rassismus habe ich nicht.

Im Chor rief man allerdings „Rassismus ohne Rassen“, nachher verstand ich allerdings, der klassische Rassismus ist auch der Kulturalismus.

Daraus entwickelte sich etwas im Laufe der Jahre, das evangl. Studentenwerk in Haus Villigst gibt heute noch den Interkulturellen Jahreskalender gegen den Rassismus heraus.

Also brachte man mich auf eine andere Gedankenachse, die sog. Handlungsanleitung der Kulturalismus rechtfertig ganz einfach jene Kultur, Religion, Nation und das System also kurzum die Lebensweise. Nationalistisch übersetzt heißt das: unser Verhalten.

Das konnte doch wohl nicht wahr sein, auf dieser Pisse begannen die neuen Rechten in der Republik Kahn zu fahren und Kanzler Kiesinger scherte sich um die einen Scheißdreck.

Um das aber zu verstehen, schlug man mir vor mich mit Fallbeispielen zu beschäftigen.

Zunächst widersprach ich und verwies auf das Spektrum der demokratischen Parteien, erfuhr dann aber dass diese Parteien den gesellschaftlichen Pluralismus nicht so besetzen würden wie man es meinte.

Eine Partei sei für sich eine mitunter ideologisch isolierte Gesellschaft zur Förderung von Karrieren.

Dem wollte ich nicht widersprechen, sondern widmete mich den Fallbeispielen.

Zunächst fand die Vorkorrektur meiner DGB Briefschul- Lektionen statt, „ ich hätte es erfasst“- dann folgte die Bestätigung aus Frankfurt „ hervorragende Arbeit“. Insofern auf zur Tat, zunächst die Kollegen- die drei anderen Briefträger im Bus des Morgens zum Startpunkt.

Waren die sich ihrer Lage bewusst, arbeiten des Geldes wegen und das ein Leben lang, wollten die sich mal weiterbilden und wovon träumten sie?

Die erzählten sich des Morgens kaum etwas und berichteten des Nachmittags etwas von dem was sie erlebt hatten.

Nur einer fiel mir dabei auf, der wählte leise Töne und lachte mehr, wusste vielleicht mehr und konnte hier so gelandet sein wie ich. Später erzählte er mir einmal, er war ein Aussiedler aus Oberschlesien und wollte das Abitur nachmachen, er war also dort gestrandet.

Durch Zufall erfuhr ich, an dem Postamt war mein Schulfreund aus der Grundschule gerade beamtet worden, den Kontakt zu ihm wollte ich suchen.

Das war etwas schwieriger, denn er ging mir fast aus dem Weg, warum weiß ich nicht aber auch das gemeinsame Bier brachte nicht mehr die alte Freundschaft zurück.

Mir war klar, das Haus der Erinnerungen hat keine Türen, was mir blieb war das Samstagsnachmittags- Fußballgekicke, nach meiner etwas längeren Handverletzung hatte ich dort einen Freibrief, man rief stets“ theoretisch hätte der Ball gesessen“, man verpasste mir den Namen Lattenschreck.

Die man meisten kloppten waren in den höheren Semestern, wir waren auf dem Platz und es konnte uns keiner, außer Stan Libuda der kam mittlerweile auch an Gott vorbei.

Mit all denen nachher noch eine Flasche Bier trinken war eine Freude wir trennten nicht sondern suchten die Verbindung.

Denen war ich also meistens noch unterlegen, denn die hatten mitunter Themen die mich begeisterten.

Das war also der Unterschied, ich tröstete mich die waren ja auch älter als ich.

Eigenartig, aber nichts desto trotz, ich hatte die Order verstanden.

Weshalb hatte ich eigentlich den Kontakt zu der Ulrike abgebrochen?

Hatte ich eigentlich gar nicht, nur nach der Abi- Fete mussten wir zwangsläufig mehr als 3 Stunden am frühen Morgen durch Wald und Flur laufen.

Uns blieb nichts anders übrig, es fuhr nichts mehr und der letzte Punkt war das Fest der mutwilligen Feuerwehr, da dachten wir lieber auf und davon.

Nun ich besann mich, wahrhaftig fand ich mich ein, das war alles so harmonisch wie immer und familiär.

Nur sollte ich mit zu einer Betriebsfete, da wurde ich allerdings zum Außenseiter, die hatten alle Mitleid mit mir.

Verdammt, wo war ich?

Zuletzt aktualisiert am Montag, 27. April 2015 um 02:23 Uhr  

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