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Start Neuigkeiten Teil 43 "Ich sollte meine Klappe halten"

Teil 43 "Ich sollte meine Klappe halten"

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Wie ich ins 1.Semester fand und weshalb mein eigener Stundenplan mir immer Rätsel aufgab, das müsste eigentlich Jedem passiert sein.

Mein Tag hatte nun einmal nur 24 Stunden, nach einiger Zeit zieht man die Handbremse und wird schlauer oder lässt sich schlauer machen.

Indem Fall hatte ich etwas Glück, meine Unterkunft teilte ich mir mit einer Frau im Doktoranden Kolleg und bekanntlich sind solche Zeitgenossen fast nie vor Ort, nur wenn sie mal dort war wurde ich noch eingespannt.

Sie klapperte auf der Reiseschreibmaschine und ich musste vorschriftsmäßig Zeichnungen auf dem Fußboden auf DINA Format falten.

Ansonsten gab es dort noch dieses sog. Plenum – in dem versammelte sich die ganze Etage der Bewohner, nun redeten die nicht nur sondern setzten auch stets was um, das nannten sie Beschluss.

Die erste Plenum Sitzung die ich erlebte war die erregte Diskussion um die Benutzung der Waschmaschine zu gewöhnlichen Zeiten im Keller.

Die Krönung war dann, dass die alle 1,80 DM auf den Tisch legten und sich verabschiedeten.

Insgesamt ergab das immerhin mehr als 22 DM und danach ging es der Reihe nach herum, das Plenum wollte von den 22 DM am Samstagabend stets bewirtet werden.

Meine erste Aktivität war Kartoffeln schälen, denn für 12 Leute reichte das für Bratkartoffeln mit Spiegeleier.

War so, vom Feinsten Tapeziertisch mit der Rückseite der Raufasertapete abgedeckt, min. 4 Kerzen anzünden und alle saßen sie gegen Abend daran.

Danach stürmte man zum Jazz, irgendwo auf dem Gelände gegen 22 Uhr war Jazz Time, meistens Hot und weniger modern, Geld für einen Lambrusco fand man immer.

Damals hätte ich nicht gedacht, hier öffnet man mein Interesse für den Jazz, denn unter den Zuhörern waren meist jene die man zuvor im Rep.-Club gesehen hatte.

Wäre an und für sich noch besser gewesen für mich, wenn da nicht das kpl. Plenum auch gewesen wäre.

Mit mir sprach ein Mädchen aus einem anderen Fachbereich, ich wusste nur sie fuhr einen R4 und ich half ihr mal beim Kerzenwechsel.

Die wollte an einem Abend eine von meinen Maiskolbenpfeifen rauchen, das merkte sich das Plenum.

Das Ergebnis bekam ich, das Plenum war der Meinung, hier wohnen fast 12 Leute und haben nur 3 Reiseschreibmaschinen und jeder beherrscht das 10 Finger Suchsystem und die Frau Pfeife hätte eine elektrische Maschine, da wären die Anschläge wesentlich profihafter.

Man beschloss einstimmig Frau Pfeife ins Plenum aufzunehmen, dazu ein Einladungsessen zu geben.

Theoretisch war das Plenum stets Spitze, die Frage nach dem Sponsor vertagte man.

Frau Doktor in Erwartung sollte das finanzieren und die wiederum sagte auch ja, so war es dass Frau Pfeife zu uns zog.

Jetzt überspringe ich mal eine Epoche, Frau Pfeife war noch da, Frau Doktor in Erwartung kam ab und an mit einem ihrer Verehrer, meistens im silbergrauen DKW Audi 1000S, meine Cousine befand sich meistens in Seminaren außerhalb, nur einmal kam sie direkt auf mich zu.

Frau Pfeife hatte das große Los gezogen, ein Auslandsemester- sie war allerdings fast pleite und pumpte fast jeden an und jeder machte etwas locker.

Das erfuhr ich nun von meiner sog. großen Schwester und die erzählte noch mehr, der Verehrer der Frau Doktor war mal einer von uns und gehörte dem Plenum an.

Vor 2 Jahren machte er ein Auslandssemester und man sammelte auch, dann lud er immer welche ein zu sich.

Unser Verehrer liebte die Zweisamkeit, bis eine Besucherin schwanger war, das Ergebnis nannte sich Abtreibung und man sammelte wieder.

Wohlauf allerdings, nur ganz am Rande erwähnte sie, befreundet war sie eigentlich mit dem.

Was er jetzt machte wüsste keiner, ob er abgebrochen oder abgeschlossenen habe interessiert nicht, er wäre jetzt der Geldverdiener und zudem hätten sich die Mitglieder im Plenum neu formiert, nur noch ein paar wüssten davon.

Ich sollte meine Klappe halten, mich um meinen Kram kümmern und wissen auch hier wohnen nur Menschen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 29. April 2015 um 02:54 Uhr  

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