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Teil 44 "Macht aus Jungsozialisten im Leben gute Sozialisten"

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Mein Leben wurde zu einem Geben und einem Nehmen, wobei genau das bei mir aus der Balance geriet.

Monatlich damit über die Runden zu kommen, wurde zu einer Macht der Gewohnheit und dabei handelte auch ich konsequent, denn zu verschenken hatte ich nichts.

Wobei ich feststellte, die anderen im Plenum auch nicht und das wiederum hatte man ziemlich interessant zusammengesetzt, wir wohnten in sog. Doppelzimmern waren aber in unterschiedlichen Fachbereichen eingeschrieben.

Ein weiterer Vorteil war, wir setzen uns aus unterschiedlichen Semestern zusammen, wobei unsere weiblichen Mitbewohner überwiegend sich im Hauptstudium befanden.

Meine erste Analyse war, Frauen sind zielstrebiger und auch konsequenter.

Meine ältere Cousine hatte das große Los gezogen, sie bewohnte eine Mansarde, wobei das schräge Dachfenster sich bestens eignete mit dem Tageslicht Grafiken zu erstellen.

Alles andere vollzog sich, das Plenum hatte stets das Sparschwein was immer die Runde machte und daraus finanzierte man einen Teil des Kulturprogramms im Studentenclub.

Dieses Kulturangebot vom Jazz bis zum Film sollte für die Öffentlichkeit sein, das war ein Problem, wie öffnete man dieses Kulturangebot für Interessierte?

In der Regel waren dort auf den Veranstaltungen 50 bis 80 Besucher und davon waren gerade mal 10% Gäste die einen Eintritt bezahlten.

Jeder von uns hatte allerdings noch ein zusätzliches Sparschwein, es war einfach obligatorisch, wenn der eine dem anderen half das ein Obolus dort hinein fiel, darüber redeten wir mal.

Es war in der Zeit wo ich mich mitten in meinem Fahrplan sah, der war zwar etwas eigenwillig aber meiner Situation angepasst.

Denn je mehr ich ins Studium ging, vertiefte ich mich und verbrachte Stunden im Lesesaal. „einlesen, Quernotizen und Argumente suchen“, danach wusste ich was ich ausleihen musste und genau das war der Knackpunkt.

Den ging ich an, von den beiden Nebenfächern wollte ich möglichst bis zu 85% der Vorgaben erfüllt haben, d.h. über die 1. Prüfung hinaus.

Manche laufen bereits dreispurig und das war der Unterschied, nach dem Grundstudium wollte ich mich konzentrieren.

Das funktionierte auch soweit, mein Sparschwein gab mehr her als alle vergleichbaren, der Grund war Frau Dr. in Erwartung fütterte das immer, wenn sie mich in ihre Arbeiten einbezog. Irgendwann erfuhr ich aber mehr, sie hatte zum Schleuderpreis eigentlich nur 1/3 gemietet und 2/3 bezahlte ich.

Im Vergleich bezahlte ich monatlich 100 DM und sie 50 DM, mit der Begründung sie sei keine Vollzeitstudentin mehr.

Prima, die hatte nämlich noch ein Einkommen von fast 900 DM und diese 50 DM machten ihr Garnichts aus.

Da plante ich bereits ein gleiches zu machen, ansonsten tauchte nur ab und an meine Cousine auf und die sorgte für ein abendfüllendes Programm, an eine Aussage von ihr werde ich mich immer erinnern.

Es stand innerhalb des Familienclans etwas zur Veräußerung und von dem Erlös, der über eine gewisse Summe hinaus ging wurden auch die Neffen und Nichten versorgt.

Sie sagte mir nun, dass dem so sei und der Betrag habe 3 Nullen.

Dabei erklärte sie mir auch wiederum die Regel, 1/3 davon nimmt man um seine Gläubiger auszuzahlen, 1/3 um sich das anzuschaffen wovon man träumte und das restliche Drittel benötigt man für finanzielle Löcher die einem noch erwarten.

Ich konnte sie trösten, ich hatte keine Gläubiger die auf meine Einlösung hofften.

Denn meine Heimfahrten finanzierten meine Mitfahrer, das war auch eine jener Regeln.

Ich wurde allerdings sie nicht los, so sehr ich sie auch mochte- kam sie mit der Fallstudie. „Was trage ich eigentlich wann und warum?“

Das endete darin, sie wollte mit mir den Anzug kaufen, denn der gehörte nun einmal dazu und die Krawatte bekäme ich von ihr.

Der Rest, der sollte das eigene kleine Tischreißbrett mit der Zeichenmaschine werden.

Da stimmte sie mir voll zu, zudem bekam ich noch den Rat niemals auf Verwandten- Sammeltournee gehen.

Wollte ich auch nicht, den mein Ziel lautete den Bezug zum Prof. herstellen, sein Interesse wecken für die mehr als 85% meiner Nebenfacharbeit.

Der Rat war, gehe mal in die Vollen, allerdings ist das wiederum ein Risiko.

Ich war mir meiner Sache sicher, das Thema saß und die ersten 25 Seiten gingen ins Schreibbüro.

Ein vorläufiges Ergebnis bekam ich, Frechheit siegt, wir hören voneinander.

Das ist genau jene Zeit, die andere auch durchmachen, „wird das was- oder wird das nichts?“

Insofern kommt man sich mit seinen Leidensgenossen näher, da erfuhr ich mehr, denn einer hatte mal das Plenum analysiert.

Im Ergebnis waren wir über fast 5 Jahre, wobei ich davon die letzten 2 dabei war im Durchschnitt mehr bei der Sache.

Bei uns galt immer noch das Primäre vor dem Sekundären, unter uns befanden sich nicht diese neue Art der Krawallmacher und das wiederum hatte einen Grund, wir waren alle finanziell nicht auf Rosen gebettet.

Nur hatten wir mittlerweile einen Politiker im Plenum, der eigentlich im Fachbereich Zoologie eingeschrieben war, nichts Falsches aber weshalb wurde er zum Politiker und das wiederum bei uns?

Der Politiker hatte sein Grundstudium sehr gut abgeschlossen, gab uns allen Tipps und war bewandert stand auf der SHB Liste und man wählte ihn in den ASTA. Da ging er voll auf, man fand ihn stets im Büro der Studierenden Selbstverwaltung, unseren Politiker hatten wir allerdings enttarnt.

Er war zuvor bei der Bundeswehr und bekam von denen mehr als einen Sold, wobei alle anderen sich mitunter die Zahncreme sparen mussten. Wer waren eigentlich die Anderen, erfahren hat man das allerdings nie genau, nur soviel ein Arbeiterkind war nicht dabei.

Manche verstanden es stets immer besser sich finanziell in Szene zu setzen, der welcher am frühen Morgen zur Arbeit musste wusste auch warum.

Der wiederum eine Stunde zuvor auf dem Campus war, hatte einen Logensitzplatz zu einer Galavorlesung, wo der andere wiederum im Flur auf dem Heizkörper saß und nur hören konnte um was es ging.

Das nannten wir Chancengleichheit mittels unterschiedlicher Gewichte, ein Grund mehr das alles Mal mit unserem Hauspolitiker zu besprechen.

Bei uns im Plenum hatte nun die SPD Platz genommen, es sprach für uns wir hatten ihn enttarnt und an und für sich hielten wir uns für die besseren Sozialisten.

Wir einigten uns auf die Parole: Bei uns im Plenum werden aus Jungsozialisten im Leben fern der SPD auch gute Sozialisten.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 03. Mai 2015 um 02:54 Uhr  

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