Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Neuigkeiten Teil 50 "Die Entdeckung der eigenen Regie"

Teil 50 "Die Entdeckung der eigenen Regie"

E-Mail Drucken PDF

 

 

 

Alles das was danach andere in diesen Bericht interpretieren wollten war fast der Rechtfertigungsversuch, die Situation vor der Demo gegen Notstandsgesetze falsch eingeschätzt zu haben.

Ich hatte nur das beschrieben was die Situation her gab und diese Situation mit den Fotos belegt.

Tatsächlich war dem so, im Bonner Hofgarten war die Creme der Schriftsteller und Künstler der Republik vereint mit dem aufgeklärten Volk, das waren nicht die Kinder der APO- das machten sich einige viel zu einfach.

Tatsächlich waren unter den Demonstranten in den vorderen Reihen einige Linksliberale zu finden, zahlenmäßig mehr als Sozialdemokraten und jene aus der vor wenigen Jahren neu gegründeten DKP fielen gar nicht auf.

Das war zu der Zeit wo die Jusos noch nicht auf dem Kurs waren, der sie nachher prägte.

Die Jusos in der SPD stand erst noch ihre Münchener Bundesversammlung bevor, die dann den Schwenk nach links ermöglichte, bis dahin war mancher liberaler Nachwuchsverband wahrhaftig gesellschaftlich linker aufgestellt.

Das war einer von jenen Punkten, den auch der SHB zunächst ausklammerte, der SHB war in der damaligen Verfassung der verlängerte Arm der SPD.

Er konnte allerdings nie das sozialdemokratische Erbe des SDS ausfüllen, der wiederum stand in einer Tradition und der Bruch Anfang der 60. Jahre war eigentlich überflüssig, weil man sich hier verpflichtet sah der Frankfurter Schule treu zu bleiben.

Schon damals sagten nicht nur Kritiker von links, wäre Prof. Wolfgang Abendroth noch im Parteivorstand gewesen- hätte es sich die SPD nicht so leicht machen können.

Ich zog aus diesen ersten Diskussionen, die in gewissen Maßen meine Arbeit betraf eine Konsequenz.

Ich wollte mich nicht nur einbringen in die Gesellschaft sondern auch den weiteren Schritt vollziehen, nämlich dabei die Regie nicht aus der Hand geben.

Heute sagen jene neoliberal geprägten Zeitgenossen, man sollte sich darstellen und behaupten mittels des eigenen Managements, das steht aber im Gegensatz zu dem was ich wollte.

Zunächst galt für mich den Weg durch das Leben zu finden und dabei das Zeitgeschehen kritisch zu verfolgen, das ist die sog. Vorschule jener Schule des Lebens und da bereits setzt die Profilierung ein.

Dazu sich bereit zu erklären und die Regie sich nicht von anderen sich nehmen lassen, sonst wird man nämlich zum Lautsprecher der Meinung von Anderen.

Man muss also lernen „nein“ sagen zu können und mancher noch so guten Verlockung widerstehen, denn es kommt immer auf seinen Weg an.

Es war logisch für mich, in der Gruppe die sich Ypern annahm mitzumachen und damit Farbe zu bekennen.

Man nannte es das Projekt „Ypern“ und in Flandern hatte man bereits mehr davon aufgearbeitet, in Deutschland war das bis zu links/liberal fast ein Tabu.

Die Schlachten des 1. Weltkrieges fanden jenseits Deutschlands Grenzen statt und die Oberste Heeresleitung des Kaisers machte daraus einen Mythos.

Den gab man über Generationen weiter, es waren die Nazis die Langemark zugunsten ihrer Ideologie ausbauten.

In diesen Jahren waren es unsere Eltern, unsere Lehrer, unsere Großeltern, unsere Politiker und auch etliche Literaten die damit geimpft wurden und auf der anderen Seite installierte sich nun eine freie Gruppe unter Studenten die den kulturellen Kontakt zu den Restauratoren und Historikern in Ypern suchte.

Sicherlich das Institut zog mit, der Kontakt war hergestellt und ein Zurück hätte man uns in Belgien nie verziehen. Zunächst mussten wir annähernd auf den Wissensstand kommen, den man Belgien pflegte und auch hochhielt.

Dabei ging es in Details, nicht nur der Schlieffen- Plan, der der Obersten Heeresleitung zum Angriff auf das neutrale Belgien beinhaltete, sondern auch mit dem belgischen Widerstand und wir erfuhren hier etwas Neues, nämlich von der Miliz genannt die Zivilgarde.

In Ypern Anfang 1915 ging es in Berlin um den Durchbruch zum Strand der Nordsee, um die festgesetzte Front wieder zu bewegen entwickelte man neue Waffen.

Damit waren wir beim Kaiser Wilhelm Institut und dessen Rolle im Gaskrieg, der rechtliche Nachfolger dessen ist das heutige Hahn- Meitner Institut, denn beide Hahn und Meitner waren an der militärischen Verwendung von Chlorgas entscheidend beteiligt.

Ehrlich gesagt, man machte sich dabei keine Freunde, denn im Deutschland dieser Jahre sah man in Otto Hahn den Nobelpreisträger und nicht den Kampfgasentwickler.

In Ypern war man weiter, von dort kamen Unterlagen aus denen hervor ging, dass Otto Hahn in Uniform des Heeres den Einsatz überwachte.

Die positive Antwort aus Flandern kam, man wollte uns die historisch wiederaufgebaute Stadt zeigen, man wollte uns die Perle der Stadt zeigen das Zeughaus und uns die Schlachtfelder zeigen.

Dazu wollte man uns aber zuvor kennen lernen, zu dieser Zeit waren noch belgische Streitkräfte im Rheinland stationiert, die wiederum verfügten über Kontaktoffiziere.

Unsere ersten Gespräche fanden auf dieser Ebene statt, das ergab wiederum neue Konflikte denn überwiegend waren wir Antimilitärs.

Über einen Kontaktoffizier der Armee zur Kultur zu finden war schwierig genug, zufrieden waren wir allerdings als die Einladung des Kultur Attachés uns erreichte.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 03. Juli 2015 um 02:06 Uhr  

Wahlkampf

Erneuerbare Energien

Statistiken

Benutzer : 335
Beiträge : 5750
Weblinks : 145
Seitenaufrufe : 14235472

Verwandte Beiträge