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Teil 58 "Der duale Mensch"

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Über das Thema „wie findet man den entsprechenden Praktikumsplatz?“ , könnte man mittels von Fallbeispielen Studien schreiben.

Nach wie vor halte ich die vom Fachbereich vorgeschalteten Werkstattgespräche für das eigentliche Fundament zum Start.

Nach wie vor bin ich kein Freund von den derzeit immer noch angebotenen Crash-Kursen, wo Veranstalter mittels der Teilnehmer Kasse machen und das gilt auch für die kostenpflichtigen Work- Shops.

Für eine Entscheidung zu einem dualen Praktikum zählt die Konzentration und der Dialog, in den meisten Fällen wird ein solches Praktikum sogar noch finanziell vergütet.

Es zieht sich nämlich über mehrere Monate hin und bringt die Verbindung zwischen der erlernten Theorie und der Praxis.

In meinem Fall gab es zum Start 2 Schwachstellen, die erste war die Planung auf der monatlichen Zeitachse und die 2. Schwachstelle war rein menschlich, ich wohnte für mehr als eine halbe Woche wieder beim Vater.

Der hatte sich ebenso in den Jahren meiner Abwesenheit gewandelt und sah mir aber nach wie vor auf die Finger.

Dabei kam es vor, dass am Abend etwas zum Problem wurde was ich tagsüber nie erfasst hatte.

Zudem hatte sich meine Heimatstadt etwas verändert, mein erster Eindruck war zum Positiven, die Menschen waren lockerer und mitunter aufgeschlossener geworden, allerdings gab es meinen Freundeskreis von ein paar Jahren kaum noch.

Ich versuche mal eine der typischen Wochen zu beschreiben, Montagsfrüh gegen 7 Uhr erschien ich zur Arbeit und mein Mentor ging mit mir seinen Plan durch, ab 9 Uhr befand ich mich an einem Arbeitsplatz innerhalb des Produktionsprozesses.

Gegen Mittag wusste ich bereits was ich getan hatte, das Gespräch mit den Vorgesetzen bezog sich rein sachlich nur auf meine Arbeit und die endete gegen 16 Uhr 30.

Mein Interesse galt zunächst meinem Auto, auf den Lloyd musste ich mich verlassen.

Am Abend gab es die Gespräche innerhalb der Familie, manches Detail interessierte mich schon gar nicht mehr, aber meistens drehte es sich um mich.

Der restliche Abend galt dem Fachbuch und mancher Anruf war mir eigentlich lästig.

Der Dienstag war für mich eigentlich ein heiliger Tag, den wollte ich nur für mich haben und ging zu Fuß zur Arbeit, wollte unterwegs meine Gedanken ordnen.

Der Arbeitstag war ebenso geteilt, gegen Mittag gab es die neue Lektion und ich versuchte die Aufgaben zu erfüllen.

Der Nachmittag und Abend sollte mir allein gehören, ich lief mal durch die Innenstadt und knüpfte alte Kontakte wieder an.

Verabredete mich zunächst des Abends im Hallenbad und man nahm mich mit in den Arbeitskreis der hiesigen Jungsozialisten.

Ich traf Menschen mit gleichen Interessen und die hatten Themen und waren zugänglich, fragten mich sogar mitunter nach meiner Meinung.

Ich traf welche, mit denen ich mich gerne unterhielt und die Jahre später ihren Weg machten.

Mittwochs war der Tag an dem man mich immer eines Besseren belehrte, manches Problem was ich löste war zu wissenschaftlich und ich sollte beginnen praktischer zu denken, in manchen Fällen gelang das und in anderen wiederum sah ich darin eine Problemverlagerung.

Manchmal erfuhr ich, genau deshalb sei ich ja da, man wollte mich mit meiner Theorie einbeziehen.

Mitunter ging des Mittwochsmittag der Mentor mit mir zu Tisch, zunächst hörte ich ihm zu und dann zeigte er Interesse an dem was folgen sollte.

Interessant war dabei mein Zeitkonto, mittels der vorlesungsfreien Tage war ich voll im Plusbereich. War mal eine Veranstaltung des Donnerstagsfrüh angesagt, war das kein Problem früher Feierabend zu machen.

In der Regel war für mich der Donnerstag der Hochschultag, im Morgengrauen fuhr ich los und vor mir lagen fast 130 km, der Tag begann um 9 Uhr und mitunter war ich erst gegen 20 Uhr in dem Studentenheim.

Da lief nicht mehr viel, mit einigen über Kleinigkeiten des Alltags reden und den Lauf der Dinge vollziehen.

Ebenso lief der Freitag ab, gegen Mittag gönnte ich mir eine Stunde zum Einkaufen und zum Telefonieren, der Abend galt der Arbeit.

Verfassen, schreiben und anderen zum Gegenlesen abgeben, dafür andere Arbeiten gegenlesen.

Samstags hatte ich im Konstruktionssaal das Reißbrett reservieren lassen, 3 bis 5 Stunden war Garnichts-den Rest machte ich Zuhause und im Lesesaal sah man mich zunächst weniger, mir ging es finanziell etwas besser und ich erwarb eine Vielzahl von Taschenbüchern zu den einzelnen Fächern.

Mitunter gehörte der Samstagabend dem Plenum.

Ich fühlte mich hier allerdings nur noch als Gast und meine Cousine die erschien nur hin und wieder, wenn sie aber kam dann redeten wir fast die ganze Nacht bei Rotwein und französischen Zigaretten über Gott und die Welt.

Meistens tauschten wir des Sonntagsfrüh unsere gegengelesenen Manuskripte aus, da kam es schon einmal vor, dass ich mehr als 10 Seiten zum wiederholten Mal in die Tastatur der Reiseschreibmaschine tippte, die mussten durch den Briefschlitz in die Auffangtonne des Fachbereiches und dann fuhr ich erst zu Vatern.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 07. August 2015 um 03:07 Uhr  

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