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Einwanderung und Privatkalkül

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Klein Paulchen: Ich bin angewidert, wenn man bei der Hilfe für Flüchtlinge, an eigene Interessen denkt.

 

Herr van Thomas: Welche meinen sie denn?

Klein Paulchen: Na, wenn es dabei heißt: Wer soll denn mal die Beiträge für unsere Rente zahlen und wer soll uns dann mal in den Altenheimen bewirtschaften und wie sollen die Unternehmen am Standort bleiben können, bei so wenigen jungen Leuten (möglichen Fachkräften)? Der Schäuble ist auch der Meinung, dass wir deshalb Zuwanderung brauchen und zwar sehr viel!

Herr van Thomas: Ach… der auch? Löblich. – nachdenklich gut Knecht ist recht - Aus diesen Gründen sind wir also neuerdings so besorgt um die Menschen in den Krisengebieten. Man lässt also Menschen in unser Land einreisen, bei denen man sehr bewusst nicht klar legen will, ob sie nun als Asylanten, als Gastarbeiter oder als Zuwanderer - als Migranten - gelten, da natürlich solche Klarheit dem Zwecke entgegenstehen würde.

Klein Paulchen: Wie ist das nun zu verstehen?

Herr van Thomas: Es geht einfach um ein gefühltes großes „Viel“! Wir wollen „Viel“ und wir brauchen „Viel“!

Klein Paulchen: Sie meinen, wir brauchen viel Zuwanderung? Ist es denn nicht vielmehr so, dass die jungen Leute in unserem Lande seit Jahrzehnten zu wenige Kinder bekommen, nicht weil sie nicht konnten oder nicht wollten, sondern weil es keinen Arbeitsmarkt gibt und die Bedingungen für Familienbildung deshalb miserabel sind? Ist es nicht wegen der schlechten Bezahlung auch so, dass jährlich viele gut ausgebildete Fachleute das Land verlassen, weil sie in anderen Ländern besser dran sind?

Herr van Thomas: Eben darum! Deshalb brauchen wir möglichst viel Zuwanderung!

Klein Paulchen: Aber wenn wir keine Arbeitsmärkte mehr haben wie noch 1960, was nutzt uns dann Zuwanderung, die dann wohl eher wenig qualifiziert ist und wie sollen diese Menschen dann mal auf eigene Füße kommen? Die Arbeiter im Land sehen bei der schlechten Nachfrage für ihre Lohnarbeit, die Zuwanderer auch als unzumutbare Konkurrenz an - auf dem Arbeitsmarkt - und entwickeln noch mehr Existenzängste und zudem noch, weil die Zuwanderung zunehmend aus sehr fremden Kulturen kommt, mit denen wir ja bisher nicht besonders gute Integrationsergebnisse erzielen konnten.

Herr van Thomas: Wir brauchen mehr Zuwanderer, gleich woher, weil unsere Wettbewerbsfähigkeit, unser Wachstum, also unser Wohlstand gefährdet ist ... Gut, ich drücke mich mal klarer aus: Arbeitsmärkte sind nicht gut fürs Geschäft. Wir sind momentan trotz der Liberalisierung des „Arbeitsmarktes“ in der EU, der ja sowieso keiner mehr war und es eben auch nicht wieder werden soll, bald in der Situation, dass er sich wieder zu solch einen entwickeln könnte - wegen des demografischen Wandels. Das mit diesem einhergehende geringere Angebot an Lohnarbeit, welches unmittelbar Vertragsverhandlungen mit den Arbeitern nach sich zöge, also Arbeitsmärkte entstehen ließe, würde die Unternehmen zu mehr Investitionen in Lohn zwingen und deren Gewinne im Vergleich zu anderen Ländern, ich denke da jetzt mal an … Hinter-Asien, geringer ausfallen lassen (man muss hier immer mal mit Ängsten arbeiten). Dann würden sich Unternehmen von Deutschland abwenden, - würden Unternehmen dorthin abwandern. Das würde also die Wirtschaftsmacht Deutschland infrage stellen.

Klein Paulchen: Aber warum werden denn dann die Handelshemmnisse zwischen den großen Wirtschaftsregionen Europa und Amerika (TTIP, CETA, TISA) und nun bald auch zu Asien, abgebaut, welche doch verhindern könnten, dass Unternehmen die Regierungen so unter Druck setzen?

Herr van Thomas: Genau deshalb, weil Arbeitsmärkte schlecht fürs Geschäft sind!

Klein Paulchen: Aber dann haben ja Regierungen gar nicht das Wohl aller im Sinn, sondern lediglich die Kapitalisierung derer, die sowieso schon zu viel Macht haben, die mit ihrem Geld, welches diese nicht mehr investieren müssen, alles korrumpieren, was deren Machterhalt gefährden könnte.

Herr van Thomas: In einer Gesellschaft muss es Arme und Reiche geben. Das fördert den Leistungswillen und lässt die Ellenbogen spitzer werden. Da somit die Wettbewerbsfähigkeit wächst, ist es dann für alle wieder gut. – Natürlich auch für Regierende, denn Kapital im Überfluss lässt für diese gut bezahlte Posten möglich werden, wenn das Vertrauen durch die Hergabe deren Souveränität verbraucht ist. Kapital ist die Waffe, vor der alle bürgerlichen Regierungen auf die Knie gehen.

Klein Paulchen: Aber der Preis? Ist der nicht zu hoch? In der Bevölkerung wachsen doch schon der Unwillen und die Zahl der Pegida-Anhänger bedenklich?

Herr van Thomas: Das Volk! Wenn es sich in sich aufreibt und spaltet in Nazis, in Gut-Menschen, in Solidarische, in Egoisten, in Begünstigte und Verlierer, dann haben die zwar mit sich Probleme, aber wir umso mehr Ruhe vor denen! Wir spinnen die Fäden und zündeln, wo und wie es uns gefällt. Ruhige und schöne Plätzchen finden sich für uns in dieser Welt immer.

Klein Paulchen: Es geht also nicht um Menschlichkeit, um Solidarität, um die gediegene Entwicklung der Gesellschaften?

Herr van Thomas: Auf welcher Wolke leben sie denn? Warum unterstützen wir denn jede Unruhe in eigentlich stabilen Ländern? Warum verhindern wir fairen Handel mit diesen und treiben Verträge voran, aus denen kein Staat mehr heraus kann? Die Macht haben ihre Vertreter doch schon lange nicht mehr! Sie sind nur nicht so verständig, das zu begreifen und das soll auch so bleiben!

 

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