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Teil 62 "Reaktionen"

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Was war um mich herum passiert, eigentlich genau das was auch ich bereits mehrere Jahre lang forderte.

Man sollte aufbegehren und sich nicht mehr alles gefallen lassen und das genau das taten die jungen Damen, damit wurde ich weder zum Prellbock sondern zur Reaktion verdammt.

Das war doch genau das Thema was Jahrzehnte kaum möglich war, natürlich bestand das was man mir sagte aus 2 Teilen.

Interpretieren wir einmal den ersten Teil, in der Kette der AWO vor Ort waren die 4 Betreuerinnen geschult und praxisnah, die hatten alle möglichen Fälle bereits in der Theorie durchgenommen.

Mich allerdings hatte man nur ins untere Management installiert, das wurde mir sofort deutlich- allerdings in der Schärfe hätte sie es mir auch nicht sagen sollen.

Die Frage stellt sich, war ich eigentlich auch stets mir meiner Wortwahl bewusst?

Ich glaube nicht, in jungen Jahren greift man durchaus mal zu harten Worten um sich Gehör zu verschaffen, vielleicht habe ich doch etwas falsch gemacht in ihren Augen.

Was wiederum der Leitung vor Ort gar nicht auffiel, das war für mich eine durchaus nüchterne Erkenntnis, man wusste mehr von mir als ich erzählt hatte.

Daraus ergab sich der weitere Teil jener Handlung, stets am Rande der Legalität.

Man hatte mich als das weiche Glied in der Kette erkannt, denn vergleicht man mich mit denen die dort tätig waren, wagte man es bei anderen kaum.

Eigentlich hätte jeder mit einer Trotzreaktion rechnen müssen und auch ich dachte mal daran, warum hast du der nicht die Tür aus daffke verschlossen?

Mir waren stets in meinen spontanen Handlungen solche Trotzreaktionen fremd, vielleicht war ich der Mann an dem Platz mit der Position Menschlichkeit oder man hatte mit mir diese Reaktionsschleifen noch nicht in der Soziologie besprochen?

Ich ließ also die Tür unverschlossen, weil ich Menschen vertraute und weil bisher mein Vertrauen noch nicht enttäuscht wurde.

Mit einer Falle seitens des Arbeitgebers rechnete ich nicht, denn da gehen zuvor immer Spannungen voraus und die lagen wohlweißlich nicht in der Luft.

Es war so- man setzte auf mein Vertrauen und das wurde auch nicht gebrochen, am Montag darauf konnte ich nur erkennen hier waren ein paar Spuren auf der Terrasse ansonsten war nichts.

Die Spuren waren nicht der Rede wert, nur meine 4 jungen Damen redeten nicht mehr darüber mit mir.

Mit dem Vertrauen war das stets die Sache, wen vertraut man was an und umgedreht wie geht man um mit vertraulichen Mitteilungen?

Möglichst niemals Dritte fragen, sondern reagieren- in dieser Zeit gab es für mich zwei fast ähnliche Situationen, wo man mir etwas anvertraute.

Eine Situation war eigentlich banal aber geprägt von Menschlichkeit, es schrieb bereits ein paar Artikel zuvor dass ich in der hiesigen Juso AG mich mit einer jungen Dame anfreundete.

Eigentlich war uns beiden sofort klar, das ist die Freundschaft für einen Sommer, denn unsere Wege würden danach wieder auseinander gehen.

Nur erzählte sie mir etwas über ihre Lage und die war finanziell brisant, sie hatte ihre Eltern finanziell unterstützen müssen- weshalb, warum und auch immer- sie tat es und sehnte den Zahltag herbei.

Wer greift da nicht in die Tasche und zieht den 50 Mark- Schein und sagt, nimm und vergiss es?

Es folgte allerdings im Laufe der Zeit eine ganz andere Reaktion, zunächst lud die mich wiederum aus Dankbarkeit ein paar Wochen später zum Schützenfest in ihrem Dorf ein.

Einmal und nie wieder, ich rede darüber nicht mehr.

Der weitere Teil war wesentlich bedeutungsvoller für mich, denn der betraf die Ungleichheit.

Genau damit hatte ich mich noch nie konsequent beschäftigt, die kleine finanzielle Förderung die ich monatlich bekam und von der Gesamtsumme ich 5 Jahre danach fast 90 % zurück zahlte das war es nicht.

Ungleich war die Stellung, bei mir war sie mittlerweile so- dass ich vielleicht fast 1 Semester fast ohne Einnahmen weiter hätte machen können – was ich dann aber noch hatte- war eigentlich die Familie im Rücken.

Zwar wollten wir das nie, ein Leben führen in Abhängigkeit von anderen Leuten Geld- tat ich auch nicht- doch zu wissen da ist was- das ist nicht unangenehm.

Diese ungleiche Position wurde mir sehr schnell deutlich, nicht nur auf dem Dorffest sondern wer fördert eigentlich junge Menschen, die etwas wollen und nicht über die nötigen Mittel verfügen?

Vergleichen wir es einmal, bisher kannte ich eine Vielzahl von Zeitgenossen die überwiegend im SHB waren und dessen finanzielle Situation sich aus unterschiedlichen Quellen speiste.

Das Geld spielte nicht diese Rolle, es war bei uns mehr das Problem der Zeit und jetzt lernte ich Menschen kennen bei denen war es genau umgedreht.

Ich war erschüttert als ich vernehmen musste, stammt man aus einer Familie wo etwas mehr an Kapital vorhanden ist kann man über links und frei ganz anders reden.

Sicherlich ist das die vorhandene Ungleichheit, weil ganz andere Probleme unterschiedlich behandelt werden, nur was ging mir das Kapital der Anderen an- ich wollte mich selbst entfalten.

Was mir auch gelang, ebenso auch meiner Cousine „ wir pumpten nicht die Verwandtschaft an“.

Nur damals glaubte mir das keiner, ich heute noch stolz darauf dass ich diesen Weg ging.

Niemals in die Abhängigkeit und Dankbarkeit des Familien Clans zu kommen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 12. August 2015 um 03:09 Uhr  

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