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Start Neuigkeiten Teil 66 "Von der Abgrenzung über die Ausgrenzung zum Radikalenerlass"

Teil 66 "Von der Abgrenzung über die Ausgrenzung zum Radikalenerlass"

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In diesen Wochen in Rattenberg am Inn vernahm ich etwas ganz Neues, vielleicht war es die junge Frau welche die Familienhelferin in unserem Ferienlager, die eine Bemerkung machte.

Sie befand sich innerhalb ihrer Diplomarbeit und lenkte die Diskussion auf ein entscheidendes Thema, was eigentlich unterschwellig mir aufgefallen war.

Innerhalb der Sozialdemokratie hatte sich der Wind gedreht, die JUSOS hatten nach dem Münchener Bundeskongress den Schwenk nach links vollzogen, aus einer bis dahin braven Nachwuchsorganisation waren offensive linke Kräfte entstanden.

Einer von ihnen war der Berliner Landesvorsitzende der Jungsozialisten Harry Ristock und ihm drohte wegen der Teilnahme an einer Anti-Vietnam Demonstration ein Parteiausschlussverfahren.

Eigentlich war es konsequent, dass der SHB dort wo er an den Hochschulen vertreten war, wiederum nach links rückte- damit waren wir eigentlich gar nicht unzufrieden.

Innerhalb der Diskussion die wir des Abends führten, stellte sich heraus, dass die AWO überwiegend über studentische Mitarbeiter verfügte die aus der linken Familie kamen.

Innerhalb der linken Familie fühlt man sich nicht nur geborgener sondern man spricht auch offener.

Dabei erfuhr ich einiges, zunächst schottete sich die SPD vor etlichen die vom SHB in die Partei wollten ab.

Da gab es diesen berühmten Fragebogen beim Parteieintritt, den man mir allerdings erst gar nicht gab, vielleicht hatten die Jusos vor Ort bereits diese Lunte gerochen und schätzen mich als Gast und SHBer oder sie blockten bereits ab?

Interessant war nicht nur die Frage nach der Mitgliedschaft sondern auch nach der Gewerkschaft, in unserem Fall war das wiederum die GEW und die wiederum sahen bereits manche innerhalb der SPD von der DKP unterwandert.

Ich erfuhr von der älteren Studentin dazu folgendes, ihr Ortsverein fragte sie, wann sie in den SHB eintrat?

Trat man dort in den Jahren zwischen 1965 und 1967 ein, hatte man freie Fahrt innerhalb der Partei.

In der Zeit baute sich der SHB als Konkurrent zum SDS auf, der wiederum war bis Anfang der 60ziger Jahre die sozialdemokratische Studentenorganisation.

Angetan von den Entwicklungen des amerikanischen SDS wurden die Frankfurter in der Bundesrepublik nachfragender.

Es gab hier die Verbindung zur Frankfurter Schule, in der auch Wolfgang Abendroth die entscheidende Rolle spielte.

Jener Wolfgang Abendroth den Jürgen Habermaß als Partisanenprofessor bezeichnete, der aber wiederum im Jahre 1959 die Alternative zum Godesberger Programm der SPD verfasste.

Die Trennung zum SDS vollzog der SPD Parteivorstand und der Grund dazu war eigentlich eine Lappalie.

Nach den Satzungen der SPD hätte der SDS Bundesvorsitzende nach seiner Wahl, sich diese Wahl vom SPD Parteivorstand bestätigen müssen und genau das wollten die Frankfurter nicht.

Wie das ausging weiß man, es endete mit der Selbstauflösung des SDSs.

Zu der Zeit rief aber Willy Brandt aber die linke Familie auf in die SPD einzutreten, da traten etliche in den SHB ein auch solche die vom SDS kamen.

Das war der Grund warum der SHB stärker wurde, wer diese Vergangenheit hatte der war für die SPD der 68ziger.

Konnte allerdings mein Jahrgang nicht sein, zunächst gab es den SDS nicht an allen Hochschulen und zudem begann ich zu dem Zeitpunkt als sich der SDS auflöste.

In den SHB trat ich erst nach der großen Demo im Bonner Hofgarten gegen die Notstandsgesetzgebung bei.

Da gab es Parallelen zu all den anderen hier in Rattenberg, im 3. oder 4. Semester hat man die Zwischenprüfung als Ziel im Auge und man arrangiert sich weniger in einer Organisation.

Interessant waren die Äußerungen meines Zimmernachbarn und Kollegen, er studierte auf Lehramt im 8. Semester.

Er war durch die Befragung in den Ortsverein gekommen – wurde allerdings nie für ein Amt innerhalb des Vorstandes im Ortsverein vorgeschlagen, er nannte das „Bewährung“.

Eins gab er mir noch mit auf den Weg, ich würde die gleichen Schwierigkeiten haben.

Allerdings dachte ich zu dieser Zeit gar nicht daran in die Partei einzutreten, denn ich war nicht stets an dem Ort wo ich mit dem 1. Wohnsitz angemeldet war.

Doch interessant fand ich diese Diskussion schon, hätte die Mehrheit der Bezirke der SPD diesen Unsinn 1:1 umgesetzt wären in Göttingen, Heidelberg und Gießen ganze Generationen aus der SPD verschwunden und mancher Ortsverein wäre zur Methusalem- Versammlung geworden.

Was ich allerdings damals nicht ahnte, dass dies nur die Ouvertüre war, das Spiel ging weiter.

Es gab zunächst jene willigen Schlauberger die formierten sich im SHD, gelang bloß nicht dieser Schachzug- denn ich erlebte keinen innerhalb meines Bekanntenkreises der von SHB in den SHD eintrat.

Das hatte wiederum auch Folgen, eine Folge davon nannte sich „Radikalenerlass“, zunächst galt es diesen zu interpretieren.

Interpretierte man den mit den Ansichten der demokratischen Linken, so grenzte sich der Staat gegenüber denen in den K- Gruppen ab.

Für wiederum andere ging die Interpretation so weit, dass auch die Mitglieder der DKP darunter fielen.

Darunter waren aber Kinder, dessen Eltern das KZ überlebt hatten und im Staatsdienst der Bundesrepublik waren.

Weiterhin schlug das wiederum innerhalb der Konservativen richtige Wellen, nach Äußerungen der CDU würde dieser Radikalenerlass fast alle 68ziger umfassen.

Die Bundesrepublik Deutschland wurde somit zu einem Fleckenteppich, innerhalb des SHB bezog man Stellung und die wiederum war richtungsweisend.

Man sprach sich offen gegen eine Verbeamtung aus, damit war allerdings das Ding noch nicht vom Tisch, doch wir Jüngeren wussten nun was wir wollten.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 17. August 2015 um 03:09 Uhr  

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