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Teil 68 "Die ersten Sitzungen zum Thema"

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Schon bei den ersten Sitzungen zum Thema, vernahm ich das was ich vermutete, ins 19. Jahrhundert hinein wurde die Arbeitsbiografie der Menschen der entscheidende Teil ihrer Lebensbiografie.

Mit Mittelpunkt stand dabei die bezahlte Arbeit und zur der zog man um und brachte sich mit einer 48 Stundenwoche ein.

Betrachten wir das in der Lebensbiografie der Menschen, in den ersten Jahren der Weimarer Republik, war die Schule die Schule der Nation, nur mit Lehrern aus einer anderen Epoche.

Tragend war in Deutschland die 8 klassige Volksschule, dabei unterschied man noch in staatliche und konfessionelle auch herrschte hier noch eine Geschlechterteilung vor.

Im Durchschnitt durchliefen mehr als 80% aller schulpflichtigen Kinder diese 8 Klassen.

Interessant ist der Rest, jene 20% die gingen nicht nur auf sog. höheren Schulen sondern min. 5% selektierte man in sog. Hilfsschulen. Von den verbliebenen 15 % überwog nicht das Lyzeum sondern stets die höhere Schule am Ort.

In der Regel gingen nur 7 bis 8% der männlichen Schüler auf ein Gymnasium, bei den weiblichen Schülern war der Anteil noch geringer.

Mit der Gründung der Realschulen, die eigentlich aus den vorhandenen Realgymnasien hervorgingen- standardisierte sich hier ein wegweisender Trend.

Grundsätzlich kann man sagen aus diesen Jahrgängen von 1900 bis 1920 haben statistisch 5 von 100 eine weiterbildende Schule besucht, wobei in manchen Orten eine Dichte war – was auf dem flachen Land allerdings ganz anders aussah.

In ländlichen Regionen war die mehrklassige Volksschule der vorhandene Standard.

Was wurde nun aus den Volksschülern, bleiben wir beim männlichen Teil.

Von 100 nach der 8. Klasse traten mehr als 50 eine Handwerkerlehre an, 25 traten eine Lehre in einem Industriebetrieb an und nur 10 gingen zur Lehre in die Verwaltung oder in ein Dienstleistungsgewerbe.

Davon stand die Bahn und Post an der ersten Stelle, der Rest wiederum machte sich als sog. Handlager oder Hilfsarbeiter nützlich. Schon damals gab es im Baugewerbe die sog. Nebenberufe, auf 6 Maurer kam nicht nur ein Stuckateur sondern auch 2 Handlagern, ähnlich verhielt es sich in den Ziegelbäckereien.

Vor dem Rund Ofen der Ziegelei war menschliche Arbeit gefragt und gar mancher junge Mann wurde zum Lehmstecher.

Dazu kam eine weitere Entwicklung, die Vielzahl von ausgebildetem Handwerker fand als Geselle keinen Arbeitsplatz. Man meinte im Jahr 1970 dass jeder Dritte ausgebildete Handwerker nur ungefähr 2 Jahre noch im Betrieb blieb.

Aus fast jedem dritten Handwerker wurde ein Industriearbeiter, in der Regel unfreiwillig und der drängte wiederum den ungelernten Arbeiter vom Markt.

In der Tat gab es bis fast zu Ende der Weimarer Republik eine Vielzahl von ungelernten Arbeitern die Jahr für Jahr an drei verschiedenen Stellen temporäre Arbeit verrichteten.

Typisch war dabei der Waldarbeiter in der Saison, zum Torfstecher im Frühjahr hin zum Erntehelfer im Sommer.

Der Trend ging in die Industrie, wobei die Schwerindustrie und der Bergbau den Ton angab, insofern fand eine Absatzbewegung statt oder auch Landflucht genannt, die man durchaus mit der ab 1870 vergleichen kann.

Die Menschen suchten bezahlte Arbeit, die ihnen Planungssicherheit gab, erst danach kam der soziale Aufstieg.

Es gelang nur wenigen ins Angestelltenverhältnis zu wechseln, nur ein geringer Teil von Arbeitern die einen Schritt wagten wurden nach einiger Zeit als Angestellte in einer Behörde verbeamtet.

Wie sah das bei den weiblichen Schülern aus, hier war das Ergebnis fast gleich, denn die akademische Laufbahn für Frauen war nach wie vor sehr beschnitten, allerdings gingen vermehrt junge Frauen auf die Realschule und drängten ins Angestelltenverhältnis.

Der überwiegende Rest machte die 8 klassigen Volksschulen und davon ging ein Teil als Haushaltshilfe zu irgendwelchen Herrschaften, nur ein geringer Teil machte eine abgeschlossene Lehre.

Dazwischen lagen Arbeitsstellen mit den sog. Anlernberufen, die Kettlerin, die Näherin, Stanzerin und Montiererin bis zur Verpackerin.

Eine Öffnung für Frauen waren die 2 klassigen Handelsschulen und die wurden von den sog. besseren Töchtern gerne angenommen.

Zudem gab es mancherorts Haushaltsschulen, auf diese schickte man aber die Töchter aus den besseren Klassen am Ort.

In der Regel blieben die jungen Frauen im Beruf bis sie heirateten und dabei passierte etwas gravierendes, min. 65 % von diesen betroffenen Jahrgängen ließen sich ihre Rentenbeiträge auszahlen für die sog. Aussteuer in der Ehe.

Allerdings waren Ehescheidungen damals nicht das Thema, der Mann durfte eigentlich alles und die Frau sorgte für das Wohl der Kinder.

In der Regel hatten sich die Ehen nicht verschuldet, das Gehalt des Mannes reichte aber nicht immer.

Ein gezielter Wiedereinstieg ins Berufsleben war nicht zu erkennen, überwiegend verdienten Frauen in dieser Zeit Almosen dazu als Wäscherin, Büglerin oder Reinemacherin.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 19. August 2015 um 02:55 Uhr  

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