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Teil 77 "Das Pflichtenheft"

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Überschreiben wir den Artikel ruhig einmal mit „Pflichtenheft“, was das bedeutete wussten wir allerdings- welche Auswirkungen das hatte allerdings nicht.

Voraussetzen muss ich allerdings folgendes, geografisch war ich es der die Mansardenwohnung in Nürnbergs bester Lage besaß, dass erkannte ich stets am Wochenende.

Man traf sich bei mir, zudem geisterte so einiges im Fachbereich herum, nicht dass ich wenig Arbeit hatte nur suchte man mit dem Kompass durch das Studium nach dem rechten Weg.

Zudem sollte ich mich einmal selbst loben, zu der Zeit war ich noch etwas sportlicher, ich ging wöchentlich in die Schwimmoper an der Allersberger Straße und hatte gerade das ganze Semester heraus gefordert mit am Frühjahrsmarsch über 50 km durch den Lorenzer Wald mitzumachen.

Man gewann dabei das Interesse Anderer, das war gut so- einige kannte man und weitere lernte man kennen.

Für mich war das interessanter als allabendlich in der Studentenkneipe namens Mausloch vor der 3. Halben zu sitzen und nicht wissen womit man die bezahlen könnte.

Da kam das Thema der „Profilierung“ hoch und ich merkte worüber gesprochen wurde, diesmal lag der Schwerpunkt allerdings anders und der wiederum kam mir sehr entgegen.

Zur Spielwaren- Messe in Nürnberg hatte zeitgleich ein Modellspielwarenhersteller in Nürnberg ein Jubiläum, es ging um die gemeinsame Festschrift.

Natürlich waren es die Modelle und in der ersten Linie das Modell der Dampfmaschine plus der durch die Transmission angetriebenen Werkzeugmaschinen.

Das Herzstück der Nürnberger Spielwarenfabrikation und diese Angelegenheit war ganz oben angesiedelt, vom Oberbürgermeister, zur IHK, zur Messeleitung bis zur Uni- Leitung.

Uns wurde sofort klar, da beißen wir an – nicht nur historisch sondern zeitkritisch und nachfragend, es saß nämlich dafür das Geld locker.

Mir war es sofort verständlich, den Einstieg muss du wagen, verkaufe dein Auto und erwerbe endlich die Spielreflex-Kleinbildkamera mit dem M42er Gewinde, das 100er Tele und den Elektronenblitz.

Bei der ersten Besprechung mit dem Herausgeber, hatten wir eine Zusage und saßen mit den Historikern zusammen, die wiederum hatten Originale vorliegen.

Unsere Arbeit war es die Modelle im Detail zu fotografieren, nach zu bearbeiten, den Text dazu liefern und ihn in Verbindung zum Original bringen.

Endlich hatte ich die Aufgabe gefunden mich als Bildredakteur einzubringen, nur ganz am Rande fiel das Wort des Pflichtenheftes.

Der Herausgeber brachte das ins Spiel bei der Vertragsunterzeichnung, wir waren eigentlich zufrieden denn man gewährte uns einen Vorschuss.

Schon früh wurde uns verständlich diese Art der Dampfmaschine waren 2 Arten von Maschinen.

Zunächst die Kraftmaschine, die zum Hauptprodukt noch 2 Nebenprodukte erzeugte, Wärme und Schlacke.

Zudem stellten wir mittels der Fotos die Frage, nach der beruflichen Stellung des Maschinisten.

Interessant war dann was die Historiker dazu lieferten, es waren überwiegend Männer vom Rang die von der Maschine kamen- also waren es ausgebildete Reichsbahner.

Etwas was man bis dahin noch gar nicht beachtet hatte, die Wanderung der Maschinisten von der beweglichen Dampfmaschine auf die stationäre.

Zudem wurde die Kraft in der Umdrehung mittels der Transmission nur bis in die Werkstatt geleitet und diese Art der Werkstatt war eine Rohteilbearbeitung.

Im heutigen techn. Sprachbereich eine Vorfertigung, in der man Werkzeugmaschinen einsetzte.

Das erläuterten wir aber an Hand der Fotos im Detail, denn dazu der krasse Gegensatz war der eigentliche Zusammenbau von Teile, was man heute Modulmontage bzw. Endmontage nennt.

Das war damals bereits die berühmte Trennung, der kleine Mechaniker bekam zu Weihnachten den Metall- Stabil Baukasten.

Wir beschrieben die einzelnen Werkzeugmaschine, wo der Flachriemen direkt die Maschine antrieb und auch jene Maschine wo mittels der Mechanik die kreisförmige Kraft wiederum in eine lineare umgewandelt wurde.

So bekam man den Einblick in eine Werkstatt, wo Maschinen im Produktionsdurchlauf lose gekoppelt waren.

Beschrieb man nun die Arbeit an der Maschine, kam man zum Menschen und damit waren wir beim Thema.

Welchen Lehrberuf hatte denn der Arbeiter in dieser Werkstatt?

Sicherlich wurde aus dem Stellmacher mal der Maschinenschlosser, doch mittels der Mechanisierung begann die Einstufung.

Es entstanden neue Berufsfelder, wenn die Werkzeugmaschinen es hergaben, neben dem Maschinenschlosser war es der Dreher und der Blechdrücker.

All das fotografierten wir nicht nur am Modell sondern hinterlegten das mit historischen Dokumenten.

Unsere fertige Mappe machte nicht nur beim Auftraggeber die Runde sondern auch bei uns im Fachbereich.

Allerdings hatten wir diese wiederum ohne dieses Pflichtenheft des Auftragsgebers gemacht.

Das hatte wiederum nur jener erstellt, der als Herausgeber der Borschüre sich den Namen machen wollte.

Nach dem ersten Umbruch gelang ein Exemplar zu uns und wir stellten fest, eigentlich lieferten wir den Inhalt und waren kaum erwähnt.

Für mich war es erschütternd zu lesen, wer sich nicht alles hier darstellte- vom Grußwort der bayrischen Staatsregierung ganz zu schweigen- die wollten wir nur zurück grüßen, doch all die anderen Macher waren uns einfach unbekannt.

Der Ärger wurde also zum Programm, was soll diese ganze Profilierung wenn man nicht erwähnt wird?

Zwar überwies man uns den 2. Teil des Honorars, machte uns den Vorschlag eines Dokumentenschutzes – nur was sollte das?

Dreimal anklopfen an verschiedene Türen brachte uns auch nicht weiter, nur eine Erkenntnis reifte, wir hätten vor Beginn der Arbeit das Pflichtenheft sehen müssen.

Entweder waren wir am Start naiv oder geblendet vom Geld, vielleicht auch angetan von der Aufgabe, unterschwellig wussten wir aber man nutzte uns aus.

Wir befanden uns in dem Mittelding zwischen dem Recht und der Gerechtigkeit und das lässt sich mitunter über die politische Schiene lösen.

Unser Problem offenbarten wir dem Festredner aus dem Bereich der Politik und der wiederum schaffte es, denn er hatte den Hintern in der Hose uns ins rechte Licht in seinem Vortrag zu setzen.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 20. November 2015 um 03:57 Uhr  

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