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Start Neuigkeiten Teil 79 "Von der 1Mann AG in die Zukunft"

Teil 79 "Von der 1Mann AG in die Zukunft"

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Mitunter ist ein Artikel so gut wie es die Überschrift sein sollte, diesmal zögerte ich den Artikel so zu formulieren wie ich es damals erlebte.

In der Zeit wo ich dort als Studentischer Mitarbeiter tätig war, wusste man zwar dieser Konzern wird als 1 Mann AG geführt.

Den Niedergang erlebte ich nicht mit auch was danach passierte erfuhr ich nur aus der Presse, es lagen dazwischen Jahre.

Mir fiel damals nur innerhalb von kürzester Zeit auf, dieser Betrieb hatte zu viele Zellen die man wie einen eigenen Betrieb im Betrieb führte.

Wie manches Blatt dort entstand, was sich Werkzeitung oder Belegschaftsinformation, Technischer Trend oder die Revue für Händler und Kunden nannte- war mitunter ein Rätsel.

Man machte gemeinsam genau das, wo nach Andere riefen, man entwickelte nicht sondern bediente.

Nach dieser Kreuzworträtselaktion kam ich zur Fotoauswertung, nebenan hatte man den Haus- und Hoffotograf einquartiert.

Der wiederum bekam von einem Betriebsteil einen Auftragszettel war vor Ort und fotografierte.

Ein Teil dieser Bilder landet bei uns, wobei man die noch selbst entwickelte, danach sahen die sich mehrere Mitarbeiter an und entschieden, für dich und mich und für dieses oder jenes Organ.

Das wurde die sog. Bilddoppelseite, manchmal stand noch eine Randnotiz davor. Die übernahm man glatt und wörtlich als Text, man setzte voraus der Leser weiß worum es gerade geht.

Nachfragen waren sinnlos, denn man musste über hausinterne Leitungen gehen und landete zunächst immer auf der jeweils oberen Funktionsebene und mancher Fertigungsleiter machte sich dann zu seinem eigenen Pressesprecher, sagte stets wenn man mehr wissen möchte sollte man die zuständige Betriebsleitung anrufen.

Mitunter stellte man die Telefonverbindung nicht nach unten durch sondern nach oben, der Weg war nicht empfehlenswert.

Mein Job war es nun diese Fotos in einer Zeitschrift einzubinden, was ich an Bezugsquelle hatte war der Auftragszettel des Fotografen, der war von allen beteiligten Dienststellen abgestempelt.

Aus diesen wenigen Daten machte ich zwei oder drei Sätze unter jedem Foto und reichte die weiter.

Es dämmerte mir als die alle nickten, dieses war die Geburtsstunde der Fotoredaktion in der 1 Mann AG.

Ich bekam immer mehr Foto vom Betriebssportverein, von Betriebsversammlungen und von Festakten.

Allerdings wollte ich mich nicht dort einbinden lassen und erst recht fühlte ich mich nicht mit dieser AG verbunden, denn manches was sich dort hinter den Türen abspielte war nicht meine Welt.

Diese Arbeit nahm mich mehr in Anspruch als ich eigentlich wollte, denn das Jahr neigte sich dem Ende entgegen und die wurden hier gerade putzmunter.

Ich allerdings nicht, denn es galt weiterhin meine Zeit einzuplanen.

Positiv blieb mir in Erinnerung, man hatte es an den Hochschulen endlich geschafft die lästigen Studienbücher abzusetzen.

Das bedeutete aber man musste konform mit den Leistungsnachweisen im Fachbereich sein, einerseits war ich das – hatte aber anderseits noch sog. offene Flanken.

Das war mit Arbeit verbunden und da reifte mein Entschluss Ende Januar ist mein Ende in dieser Kleeblattfirma, denn für den kommenden März war die große Exkursion auf dem Programm.

Teilnehmen konnte nur der, der mit seinen Leistungsnachweisen die Norm erfüllt hatte, am Rande erhielt ich noch den Hinweis, dass sich diese Exkursion sich zum Praktikum in der Planung und Dokumentation erweitern lassen würde.

Mich spornte das wiederum an, zudem hatte ich mittlerweile einen neuen Bekanntenkreis bekommen.

Über die Werkstattgespräche fand ich zu einigen Schülern der Schule für Rundfunktechnik und dazu gesellten sich einige aus dem Fachbereich der Theologie.

Ein Kommilitone aus diesem Bereich war des Abends der Logenschließer im Stadttheater, der hatte den Draht an Karten zu kommen die dann noch preiswert waren, ich benötigte einfach zwei.

Musste nur noch eine Kommilitonin überreden mit zu kommen.

Was ich allerdings noch nicht wusste, wie man mich einband, mir lief die Zeit weg.

Zunächst machte man im Betrieb Überstunden, denn der Weihnachtsurlaub ging über den 6. Januar hinaus und dann wollte das ganze Büro zum Christkindlesmarkt, das war nur die Ouvertüre- das eigentliche Programm kam noch und hieß „Betriebsweihnachtsfeier“.

Das Erlebnis, zunächst verteilte man das Weihnachtsgeld und ich bekam eine kleine Prämie – danach tanzte jeder mit jedem bis zu den Häppchen und dem Wein, zum Schluss hielten mehrere eigenartige Reden und es war Stimmung angesagt. – Ich kam bloß nicht weg, musste das alles über mich ergehen lassen.

Schön fand ich es nicht, so in der Straßenbahn zu sitzen und nach Hause zu fahren, endlich wurde ich selbstkritisch- der Tag war vertan.

Auf mich wartete die Arbeit, meistens bis spät in die Nacht, was zur Folge hatte- über die Feiertage nach Hause fahren fällt aus.

Hätte ich das bloß nicht allen gesagt, zunächst sollte ich noch für ein paar Tage vor Weihnachten Theaterkarten besorgen, den Wunsch erfüllte ich der jungen Dame gerne.

Dann wollte mein Vermieter mit mir zum Kegeln, das waren alles gestandene Juristen die sich wöchentlich zum Kegeln trafen und er wollte mich dort vorstellen.

Was man nicht alles macht, wiederum die anderen Bekannten, die Rundfunktechnikschüler hatten eine Wohngemeinschaft gegründet und diese Fete dazu sollte am Heiligabend gegen 22 Uhr stattfinden.

Irgendwann hatte ich die wiederum irgendwo schon mal gesehen und bei solchen Treffen entwickeln sich Freundschaften, die ein paar Jahre halten.

Das wiederholte man natürlich Silvester, die verbliebenen Tage bis zum 6. Januar waren gefüllt mit Arbeit.

Am Morgen des 7.Januars besiegelte ich meine Mitarbeit in der 1Mann AG, verbrachte dort noch eine Woche und man sah mich nie wieder dort.

Mitte Januar hatte ich das Ziel erreicht, meine Erfahrungsberichte und Module waren anerkannt worden, so dass die große Exkursion stattfinden konnte.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 19. Dezember 2015 um 03:10 Uhr  

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