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Start Neuigkeiten Teil 89 "Wir waren keine Einzelkämpfer"

Teil 89 "Wir waren keine Einzelkämpfer"

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Wir waren keine Einzelkämpfer, zwar gab es auch damals einige von der Zunft die stets meinen, sie haben den goldenen Weg beschritten doch auch diese mussten sich der Diskussion über ihre Erlebnisse stellen.

Zur damaligen Zeit sprach man ehrlich über das Erlebte, nannte die Vorteile und wies auf evtl. Gefährdungen hin.

Ich war eigentlich in guter Gesellschaft, denn überwiegend vertrat man im Fachbereich die Meinung, „Projekte- dieser innerbetrieblichen Art“ sind erst die Vorstufe, mit jedem Projekt möchte man die Theorie umsetzen, dass die Wirtschaftlichkeit die Voraussetzung des Betriebserfolges ist.

Kritisch hinterfragt, heißt das wiederum der zu erwartende Betriebserfolg kommt vor der Betriebsbindung.

Ist das nun der Anfang des Prozesses einer Destabilisierung des Unternehmens oder verlagert man von der Spitze nur Verantwortung auf eine externe Schiene?

Im Jahre 1972 überwog noch der positive Eindruck, extern konnte man sich der Freiheit der Entwicklung bedienen, bei allen negativen Schatten des Ein- und Ausschleusens von Mitarbeitern.

Was sich allerdings andeutete, unterstrich ich in meinem Manuskript rot- das war der Beginn einer neuen Epoche in der Betriebswirtschaft.

Die Umkehrung des bisherigen Trends, den Eigenfertigungsanteil zu erhöhen.

Sagen wir es anders herum, es waren Kommilitonen die anderswo ihre praktischen Erfahrungen sammelten und die von einer externen Nischen Fabrikation sprachen.

Innerhalb dieser Nischen entwickelten sich systembedingte Zulieferer, die sich speziell auf einen Geschäftszweig qualifiziert hatten.

Ein berühmtes Thema waren Bordsysteme, dahinter verbirgt sich nichts anders als der Kabelbaum und den zu legen erfordert Platz und Können, mittels Programm und Systemnagelbrett war man innerhalb der Nischen der herkömmlichen Praxis in der Industrie überlegen.

Tatsächlich entstand aber innerhalb dieser Nischen eine Wanderbewegung, von 5 Firmen gingen in den ersten Jahren 3 in die Wirtschaftsförderungszone genannt Zonenrandgebiete.

Zudem stellte sich eine ganz andere Weiche heraus, dessen Stellung immer noch zu träge war- Teile der Technik liefen den Etatplaner um Meilen davon.

Aus dieser Verbindung zwischen dem Vorrichtungsbau und der neueren Fertigungsmethode standen die Vorgaben.

Vorgaben sind immer das Stück des Programms, mit welchen Vorgaben operierte man während des Wirtschaftswunders in der Bundesrepublik?

Für einige Unternehmer wurde bereits die Vorgabe zur Philosophie und daran scheiterten sie, im Jahr 1972 scheiterte gerade der Bekleidungshersteller Alfons Müller- Wipperfürth an seiner eigenen Philosophie.

Vorgaben werden technisch gesehen zu einem Programm und das war die Grauzone, wer konnte das installieren und wo waren die denkenden Programmierer?

Es gab bereits Studien, nur keiner nahm die ernst- eine Vielzahl von Nischenunternehmer waren eingebundene Programmierer die man hat auflaufen lassen.

Ein Beispiel dazu, war die Bedruckung des sog. Kronenkorkens auf den ersten Euro- Flaschen.

In der bereits versandfertigen Kiste, wurden die verschlossenen Flaschen mit einem Hub vollflächig bedruckt.

Die ersten Anlagen dafür gehörten nicht den Abfüllern bzw. Brauereien sondern den Projektträgern.

Andererseits war dieses eine Ausnahme, der Trend war ein ganz anderer, in den Projekten verdienten die Mitarbeiter in der Regel bis zu dem 1,5 fachen an Gehalt als der vergleichbare Festangestellte.

Wir nannten das, den vom Unternehmer verrechneten Überbrückungskredit, denn man konnte uns das Gegenteil nicht beweisen.

Es gab damals bereits etliche Dozenten in Fachbereichen die mehr als unternehmerfreundlich waren, denen die Beweislast geben war uns eine Freude.

Nach unseren Unterlagen befand sich innerhalb von 36 Monaten fast jeder 2 Mitarbeiter an einem Projekt für mehr als 3 Monate zwischen 2 Projekten.

Der Konter kam, man nannte das „ein standardisiertes und selbsttragendes Projekt“, was nichts anderes ist als eine ausgegliederte Produktionsgemeinschaft.

Eigentlich gab es so etwas schon immer, denken wir nur einmal an freiberufliche Steuerberater.

Das versuchte man Anfang der 70. Jahre bereits anderweitig zu übertragen, die erste Flanke die man aufriss waren die Labore. Jene innerhalb der Materialprüfung und der Analyse, was daraus folgte war eine Zersplitterung.

Dazu kamen noch Spezialbetriebe, am Horizont sprach man vom Senk- und Drahterodieren innerhalb der Werkzeugfertigung, die numerisch gesteuerte Werkzeugmaschine gewann an Bedeutung.

Die Umsetzung haperte immer noch an der fehlenden Investitionsbereitschaft, gar manches Unternehmen verschlief hier den Anschluss.

Das ganze Spektrum nennt man jetzt den gewissen Umbruch innerhalb der Arbeitsbiografie, Umbruch bedeutet sich wieder neu aufzustellen, bedeutet auch Teile seiner Vergangenheit hinter sich zu lassen.

Das war eigentlich unser Thema, wie breit muss man sich zu Beginn seiner Arbeitsbiografie aufstellen und welches Angebot dazu unterbreitet der Staat?

Lassen wir das Thema zunächst einmal, denn zu diesen Fragen – kommt immer die entscheidende Feststellung: „Wie definiere ich eigentlich bezahlbare Arbeit?“

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 05. Februar 2016 um 02:11 Uhr  

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